Kandidaten für Parteivorsitz Köpping und Pistorius wollen SPD führen

Die sächsische Integrationsministerin Köpping und der niedersächsische Innenminister Pistorius wollen sich auf den SPD-Parteivorsitz bewerben. Damit gibt es jetzt fünf offizielle Bewerberpaare und zwei Einzelbewerber.

In der SPD gibt es ein weiteres Bewerberpaar für den Parteivorsitz: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping haben intern ihre Kandidatur angekündigt.

Das bestätigte eine Parteisprecherin in Berlin. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin "Spiegel" darüber berichtet. Köpping und Pistorius selbst wollen sich am Sonntag zu den Plänen äußern.

Die 61 Jahre alte Köpping ist in Sachsen seit 2014 Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. Sie zog im letzten Jahr große Aufmerksamkeit mit dem Buch "Integriert doch erstmal uns" auf sich. In der Streitschrift geht es um die Nachwendeerfahrungen der Ostdeutschen, die ihrer Meinung nach zu selten Thema im Diskurs zwischen Ost- und Westdeutschland seien.

Der 59-jährige Pistorius ist seit 2013 Innenminister in Niedersachsen und gilt als einer der profiliertesten Innenpolitiker der SPD. Zuvor war er Oberbürgermeister in Osnabrück. Er sich von den bisherigen Bewerbern ab, die überwiegend auf dem linken Flügel der SPD verortet sind.

Inzwischen fünf Bewerberpaare

Insgesamt gibt es nun schon fünf Bewerberpaare auf den Vorsitz der Bundes-SPD. Gesine Schwan und Ralf Stegner stellten am Freitag offiziell ihre Bewerbung erklären.

Zuvor hatten sich bereits Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christina Kampmann, die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer sowie die Oberbürgermeister Flensburgs und Bautzens, Simone Lange und Alexander Ahrens um die Nachfolge der Anfang Juni zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles beworben.

Zwei Einzelbewerber

Zudem kündigte der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Kandidatur an. Auch der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow hatte mitgeteilt, dass er sich bewerben wolle.

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. An diesem Tag muss die SPD zugleich herbe Verluste bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen fürchten. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

Alle bisherigen Bewerber in der Übersicht

Gesine Schwan und Ralf Stegner

Der 59-jährige Stegner, der immer wieder mit zugespitzten Formulierungen für Schlagzeilen sorgt, koordiniert seit Jahren den linken SPD-Flügel und ist seit 2014 Parteivize. Der "GroKo" steht er skeptisch gegenüber.

Die 76-jährige Schwan, die zweimal als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt scheiterte, ist Chefin der Grundwertekommission ihrer Partei. Sie hatte zuletzt mehrmals öffentlich mit einer Kandidatur geliebäugelt und dabei für eine Rückbesinnung auf Kernthemen der SPD geworben.

Nina Kampmann und Michael Roth

Kampmann und Roth sind bislang die einzigen, die mit ihrer Team-Kandidatur die formal nötige Parteiunterstützung gesammelt haben. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt und die ehemalige NRW-Familienministerin wählten für ihre Kampagne das Motto "Mit Herz und Haltung". Sie wollen unter anderem Kommunalpolitiker und Nicht-Mitglieder stärker einbeziehen.

Simone Lange und Alexander Ahrens

Die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen wollen die SPD wieder näher an die Bürger bringen. Lange, eine frühere Kriminalpolizistin, war im April 2018 bereits gegen die damalige  Parteivorsitzende Andrea Nahles angetreten und hatte deren Wiederwahl durch einen Achtungserfolg von knapp 28 Prozent getrübt.

Ahrens hatte die SPD zwischenzeitlich verlassen, wurde als parteiloser Kandidat zum Bautzener Stadtchef gewählt und trat 2017 wieder in die SPD ein.

Karl Lauterbach und Nina Scheer

Lauterbach und Scheer werben mit ihrer Kampagne "Sozial. Ökologisch. Klar" unter anderem für ein Ende der großen Koalition. Lauterbach ist als langjähriger Gesundheitsexperte seiner Fraktion bekannt, Scheer widmet sich vor allem umwelt- und energiepolitischen Fragen.

Robert Maier und Hans Wallow

Maier und Wallow gehen als bislang einzige Einzelkandidaten ins Rennen. Maier ist Unternehmer und Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums. Er wendet sich gegen einen "Linksruck" der SPD.

Wallow saß in den 80er und 90er Jahren für die SPD im Bundestag und würde der Partei gerne seine "lange Erfahrung sowohl in der praktischen Politik als auch in grundsätzlichen Fragen" zur Verfügung stellen, wie der 79-Jährige in einem Interview sagte.

(Quelle: AFP)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. August 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2019, 15:14 Uhr

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30 Kommentare

18.08.2019 14:04 Willy 30

@ 2 9 falsch , weil diese mit bekommen hat das dann ihre Felle wegschwimmen deswegen, denke mal etwas nach dazu und sie genau wußte nur so komm ich wieder an die Äste, das selbe bei dem Trittbrettfahrer Gauck ,

18.08.2019 10:42 Peter 29

@28 Bingo: Darauf habe ich gewartet.
Wahr ist, dass Frau Köpping im Juni 1989, also ein halbes Jahr vor der Wende, aus der SED ausgetreten ist.
Um dies zu tun, brauchte man Mitte 1989 noch Mut. Bedeutete dieser Schritt zu dieser Zeit noch das berufliche und gesellschaftliche Aus.
Respekt dafür, Frau Köpping.

17.08.2019 22:19 Bingo 28

Fr.Köpping von der SED bis 1989 zur SPD Führung. Diese Partei, hat ihre Glaubwürdigkeit längst verloren... Ganz klar das die SPD mit den Linken paktiert, zwei Parteien der selbe rote Inhalt....

17.08.2019 20:47 Die kurze Seite der Sonnenallee 27

Mit Frau Köpping/Herrn Pistorius wird die SPD keinen Blumentopf gewinnen. Beide sind viel zu unbekannt. Frau Köpping bildet mit ihrem Buch auf keinen Fall gesamtdeutsche Wirklichkeit ab. Mag sein, dass sie den Bürgern in Mitteldeutschland das Gewünschte aufgeschrieben hat, das interessiert aber spätestens hinter der Elbe keinen Menschen mehr. Dort ist aber die Mehrzahl der SPD-mitglieder verortet. Ich selbst finde das Gespann Lange/Ahrens am interessantesten. Von dort verspreche ich mir die meisten Impulse für die darbende alte Tante SPD.

17.08.2019 15:48 Anja 26

@ 2 5 sehr schwer wo den Kommentar richtig zu verstehen............ ??

17.08.2019 14:33 susanne an Anja (24) 25

Das sollten Sie bitte unterlassen.
Meine Erfahrungen auf SPD-Veranstaltungen sind sehr negativ. Ich habe u.a. in meiner Studienzeit erlebt, wie ein späterer Bundeskanzler auf einer "geselligen" SPD-Veranstaltung rotweinseelig auf dem Tanzboden lag.
Zotige und deplatziert provokante Anmachversuche von jungen SPDlern waren auch immer an der Tagesordnung.
Da hängt halt das Niveau tief, ganz tief.

17.08.2019 13:29 Anja 24

@ 1 7 danke für den Hinweis ich melde mich als Bardame in der Parteizentrale der SPD, damit diese sich nach ihrer 4 % Wahlerfolg ordentlich besaufen können...........

17.08.2019 00:10 part 23

Scholz geht schon mal gar nicht, so viel Neoliberalität in der SPD kommt nicht gut an beim Wahlvolk. Nicht vergessen werden sollte sein Engagement den G20- Gipfel in Hamburg abzuhalten mit all den Folgen und Auswirkungen. Er schließt damit auf, auf andere ehemalige SPD- Größen, die dann doch nicht so die Lösung waren um eine gerechte Politik zu gestalten.

16.08.2019 22:36 Bronko 22

16.08.2019 18:52 Gerd Müller 21

Hoffentlich isst er nicht noch mehr, dann wird er noch schwergewichtiger, dann wird er noch Nahles.

Mir fehlen zum "Schwergewicht" nur noch mal endlich Antworten, wie er diese ganzen SPD Wohltaten finanzieren möchte. Von ihm kommt als Finanzguru - - - - - - - - > nichts, außer Aussagen wie " das kostet weniger, als sie denken....".

16.08.2019 18:52 Gerd Müller 21

Olaf ist Schwergewicht da kann der Rest einpacken