Anhänger der Partei Alternative für Deutschland (AfD) halten 2015 eine Fahne mit der Aufschrift Mut zur Wahrheit, die Deutschlandfahne und ein Plakat mit der Aufschrift Einwanderung braucht strikte Regeln hoch.
Während die AfD in Sachsen über finanzielle Folgen der Dresdner Rede von Thüringens AfD-Chef Höcke klagt, sieht man in seiner Heimat und in Sachsen-Anhalt keine Probleme. Bildrechte: dpa

AfD-Parteispenden Höckes Dresdner Rede und die finanziellen Folgen

Die Dresdner Rede des Thüringer AfD-Chefs Höcke hat offenbar finanzielle Folgen für die Partei. Zumindest in Sachsen klagt sie über die Abkehr von Spendern. In Sachsen-Anhalt und Thüringen wirkt sie bislang nicht nach.

von Ludwig Bundscherer, MDR AKTUELL

Anhänger der Partei Alternative für Deutschland (AfD) halten 2015 eine Fahne mit der Aufschrift Mut zur Wahrheit, die Deutschlandfahne und ein Plakat mit der Aufschrift Einwanderung braucht strikte Regeln hoch.
Während die AfD in Sachsen über finanzielle Folgen der Dresdner Rede von Thüringens AfD-Chef Höcke klagt, sieht man in seiner Heimat und in Sachsen-Anhalt keine Probleme. Bildrechte: dpa

Wie alle Parteien, macht auch die AfD ein großes Geheimnis um ihre Spender. Erst ab Summen jenseits der 50.000 Euro muss eine deutsche Partei sofort den Spender benennen; bei Beträgen über 10.000 Euro steht der Name zeitversetzt im verpflichtenden Rechenschaftsbericht.

Warten auf nächsten Rechenschaftsbericht

Weil die AfD recht jung ist, gibt es aber kaum Rechenschaftsberichte, sagt Annette Sawatzki von Lobbycontrol. Derzeit warte man auf die Rechenschaftsberichte aus 2015. Man wisse eigentlich höchstens etwas über die Finanzierung der AfD aus den Jahren davor, als sie eigentlich auch noch eine etwas andere Partei war.

Das wird auch an den Summen deutlich, die der Bericht von 2014 ausweist. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hatten die  AfD-Verbände damals zusammen gut 130.000 Euro eingeworben - die genannten Großspender der Bundespartei kamen alle aus den alten Bundesländern.

Sachsen-AfD beklagt Absprung von Großspender

Nach der Abwahl von Parteigründer Bernd Lucke hat sich das offenbar geändert, denn in Sachsen beklagt die AfD jetzt, dass Großspender der Partei den Rücken kehren. Schuld daran sei die Dresdner Rede von Björn Höcke, erklärt der sächsische AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer. "Wir haben auch Spender verloren, die uns in nicht unerheblichem Maß unterstützen wollten. Aus dem Raum Chemnitz ist es jemand gewesen, der uns knapp 50.000 Euro spenden wollte und jetzt gesagt hat: Das kann er sich nicht leisten, bei einer derartigen öffentlichen Wahrnehmung."

Mehrkosten nach Kündigung von Veranstaltungsorten

Hinzu kommt, dass die AfD in Sachsen zahlreiche Veranstaltungsorte für den Bundestagswahlkampf verloren hat und deshalb jetzt zwei große Zelte anschaffen muss. Laut Wurlitzer kommt dabei eine Summe von mindestens 100.000 Euro zusammen und die Summe könne noch steigen. Das Geld fehle für den anstehenden Bundestagswahlkampf.

AfD in Thüringen und Sachsen-Anhalt sehen keine Probleme

Währenddessen wirkt sich die umstrittene Rede des Thüringer AfD-Landeschefs Höcke in seiner Heimat nicht finanziell aus. Aus Erfurt teilt die AfD schriftlich mit, eine Entwicklung, wie sie der Generalsekretär der AfD in Sachsen zu erkennen glaube, habe es in Thüringen nicht gegeben. Das Verhältnis zu den Großspendern sei nach wie vor sehr gut. Eine Veränderung unserer Spendeneinnahmen seit Januar 2017 sei nicht festzustellen. Vertragskündigungen seitens der Vermieter oder Dienstleister lägen nicht vor.

Und genau so ist es laut Landeschef André Poggenburg auch in Sachsen-Anhalt. Weder Spenden noch Parteieintritte seien seit der Höcke-Rede gesunken. Das Eigentümer die Vermietung ihrer Lokalitäten an die Partei absagten, käme hin und wieder mal vor. Das sei aber relativ selten in Sachsen-Anhalt und habe es bereits vor der Dresdner Rede von Höcke gegeben. Laut Poggenburg haben die Vermieter Angst vor Repressalien der Antifa.

Nicht die Rede von Höcke, sondern einzig die innere Zerrissenheit der AfD löse ein Stirnrunzeln bei den Bürgern aus, fügt Poggenburg hinzu. Und das sei das eigentliche Problem der AfD.

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2017, 17:44 Uhr

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23 Kommentare

24.02.2017 16:12 Wessi 23

@ 22 Na,wenn Sie nicht in einer Ecke landen wollen und das Land deshalb nicht mehr mögen dürfen Sie gehen.Es gibt keine Mauer mehr,vergessen?Ich wüsste nicht,daß es eine "Änderung der Asylpolitik" gegeben hat.Die SPD,die eifrig Stimmen bekommt,steht wenigstens nicht dafür,man wendet sich gegen de Maiziere.Und,um beim Thema zu bleiben:wenn Höcke etc. so weiter macht,ist die AfD sowenig flüssig wie heute schon überflüssig.Was nützen der AfD die 11% oder so in NRW? Nix.Und mit der Vergangenheit Deutschlands müssen auch Sie leben,genauso wie mit dem Grundkonsens,daß alles was deutschnational dahermarschiert,mehrheitlich ungewolllt ist.

24.02.2017 14:24 nasowasaberauch 22

Der Peter und der Wessi reiben sich so gern an anderen Kommentaren.
an @Wesssi: Warten wir mal die Wahlen in NRW ab und urteilen dann über die weltoffene, humanstische Gesellschaft. Jeder der gegen die Willkommenskultur ist landet in diesem Land in der rechten Ecke, das ist doch wohl unbestritten. Fakt ist, daß die Änderung der Asylpolitik auch mit dem Zuwachs der AfD zu tun hat. So gesehen hat sie ihre Funktion doch schon erfüllt.
Warten wir bis September, dann zeigt sich wie nötig oder überflüssig die AfD ist.

24.02.2017 10:52 Wessi 21

@ 20 Ja und? Die AfD wird auch im Bundestag nix zu sagen haben.Es gibt genügend Möglichkeiten sie zu excludieren.(s. Berlin,s.HH) Ihre Vertreter werden nicht gewählt.So einfach ist das.Die grünen Basis geht bestimmt nicht mit derCDU oder gar CSU.Glauben Sie allen Ernstes daß sich Linke+Grüne von Petry "führen" liessen wenn es wieder GroKo gäbe?Ha,ha,ha!Aber warten wir mal ab,vllt. spaltet sich die AfD bis dahin mal wieder.Die CSU kann bundesweit keine Mehrheiten erreichen,der Beweis sind die Wahlschlappen von Stoiber+Strauß,aber auch der große Zuspruch für Merkel.Und ja,die AfD ist vllt. nicht nationalistisch,sondern mit Höcke+Poggenburg schlimmer.

23.02.2017 21:51 emil 20

@ 18 die union will nicht mit der afd, ja und!
die csu hat nur in bayern wirklich was zu sagen, und genau das ist deren schwäche. lange rede, kurzer sinn (werner sinn): die merkel-koalition wird ohne liberale entweder rot oder grün.
wenn die afd 15% kriegt, dann sind die oppositions-führer, und darauf wird es ankommen. der petry ihren aussagen nach, hat man durchaus realistische vorstellungen. und ich was weiss nicht, was daran nationalistisch ist. die nationalistischsten macker sitzen immer noch in der cdu.

23.02.2017 21:37 Peter 19

Nun hat ja die sächsische AfD den Showdown zur Weiterwahl der Landesliste für Ende März angesetzt.
Man ist sich nicht einig, wie man sie dann bestimmen will.
Komplette Neuwahl: Wird Petry nicht mögen. Kommt Sie dann überhaupt noch auf die Liste?
Weiterwahl: Wird die Basis ablehnen. Dann können die Höcke-Fans Petry keins überziehen.
Also, es wird in jedem Fall spannend.

23.02.2017 19:49 Wessi 18

@ 17 Das macht fröhlich!Es gab keine Zeit der Geschichte der BRD in der eine Partei alleine regieren konnte.Die BRD ist ja nicht die DDR.Und natürlich würde Merkel wieder mit der FDP gehen...wo habe ich anderes gesagt?Aber die FDP ist nicht die AfD.Und mit der Mitte ist es schon so.ich weiß es...die Mitte im Westen ist strikt antinational,anti-Trump und für Europa.immerhin habe ich mein Leben im Westen verbracht,davon über 30 J.mit gewerksch.+politischer Beteiligung,während andere nie mitgewirkt haben.Mit AfD wird keiner regieren wollen. CDU nicht wegen der Pro-Merkel-Haltung und die CSU nicht,weil sie nix rechts v.sich duldet.Sie träumen,wenn Sie meinen im Westen bestände auch nur die Spur eines Wunsches nach 1945.Das haben weder Republikaner,noch NPD,nicht einmal die CSU geschafft. Mit dem Abflauen der Flüchtlingskrise hat der Petry-Verein keine Substanz mehr und kreist nun um sich selbst!Die Mitte ist sicher konservativ,aber nicht nationalkonservativ,zumindest.i.Westen!

23.02.2017 18:43 emil 17

@ 16 wenn ich es einmal so salopp sagen darf: mein lieber wessi, du hast vom westen keine ahnung. glaube mir, wenn es mit der mitte so einfach wäre, wie du es uns erzählst, dann wäre alles eierkuchen, isses aber nicht - ist es schon deshalb nicht, weil es immer mehr parteien gibt. also verlieren die alt- bzw. volksparteien mächtig
an zuspruch, bzw. können sich nur durch koalition an der regierung halten. und - mit dem osten ist gleichzeitig noch eine neue partei dazu gekommen.
die pds! zudem: die afd hatte die fdp verdrängt. die ist nämlich nicht im bundestag vertreten und es wird bezeichnend sein, falls es die wieder nicht schaffen werden. der union ist mit der fdp ein koalitionspartner weggebrochen. das ist die kanzlerin merkel, herr wessi. die würde sofort wieder mit der fdp gehen, wenn sie könnte.

23.02.2017 16:39 Wessi 16

@ 13 Allein der Gebrauch des Wortes "Nazikeule" beweist doch,daß Sie offensichtlich gar nicht wissen,was "konservativ" ist.Konservativ ist für die meisten Wessis "bewahren",das zu bewahren was humanistische Menschen in der BRD aufgebaut haben und eben nicht das was vor der EU da war.Konservativ ist eben nicht gleich nationalistisch.Das weiß die "Mitte der Gesellschaft".Im Westen war es sehr klar,daß 1989 nicht "zurück auf 1945" bedeuten darf,denn wir haben gelernt stolz zu sein auf das Antinationale.Die "Mitte der Gesellschaft" ist weltoffen und humanistisch.Das mussten auch schon die Herren Stoiber+Strauß bei Bundestagswahlen erfahren,denn selbst die CSU ist jener Mitte manches Mal zu nationalistisch,Merkels "Willkommenskultur"ist jener Mitte durchaus nicht fremd,denn noch heute stehen die konservativen Mehrheiten hinter ihr,nicht hinter Seehofer+erst recht nicht hinter Petry oder gar Höcke.Das zu lernen ist Aufgabe der AfD-Minderheit!

23.02.2017 15:08 Peter 15

@13: Na, da steckt Ihr aber in einem Dilemma:
Wenn ihr die Ultrarechten rauswerft, gehen Euch gleich mit ein paar Prozent verloren. Oder wie ist es zu erklären, dass in Sachsen 2014 noch knapp 5 % die NPD wählten, heute fast keiner mehr.
Und, seid doch mal ehrlich, die konservative Mitte habt Ihr doch schon längst verloren. Oder wie ist es zu erklären, dass die AfD in allen Umfragen kontinuierlich verliert.

23.02.2017 13:52 Annika Hansen 14

Reicht das Geld nicht, um Petrys Anwaltskosten in dem Meineidverfahren zu bezahlen? Dass die AfD keine Veranstaltungsorte findet, mag auch andere Gründe haben. Ich lese nur ein "Mimimi" heraus.