Geldscheine
Der Staat bekommt immer weniger von der staatliche Finanzhilfe des Unterhaltsvorschusses von säumigen Eltern zurück. Bildrechte: imago/Steinach

Nur noch 13 Prozent Staat erhält immer weniger Unterhaltsvorschuss zurück

Wenn Elternteile keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen, können Alleinerziehende Unterhaltsvorschuss vom Staat erhalten. Die Zahl der Anträge und Bezieher ist rasant gestiegen, doch die Rückzahlquote sinkt stetig. Im vergangenne Jahr lag sie nur noch bei 13 Prozent.

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Der Staat bekommt immer weniger von der staatliche Finanzhilfe des Unterhaltsvorschusses von säumigen Eltern zurück. Bildrechte: imago/Steinach

Der Staat schafft es immer seltener, den Unterhaltsvorschuss für Kinder von Alleinerziehenden von den säumigen Elternteilen zurückzuholen. Wie das Bundesfamilienministerium am Montag mitteilte, lag die sogenannte Rückgriffsquote 2018 im Durchschnitt bei 13 Prozent. 2017 waren es noch 19 und im Jahr zuvor 23 Prozent.

Anstieg nach Gesetzesänderung

Antrag auf Festsetzung von Unterhalt, 2013
Ein Antrag auf Festsetzung von Unterhalt. Bildrechte: IMAGO

Grund für die gesunkene Rückholquote ist nach Angaben von Bundesfamilienministern Franziska Giffey eine Gesetzesänderung von Mitte 2017. Seither können Alleinerziehende den Unterhaltsvorschuss auch für Kinder von über zwölf und bis zu 18 Jahren beantragen. Einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss gab es davor nur für Kinder bis 12 Jahre und nur maximal 72 Monate. Die Zahl der Kinder, die vom Unterhaltsvorschuss profitieren, stieg dadurch von ursprünglich 410.000 auf mittlerweile mehr als 780.000.

Mehr als zwei Milliarden Euro 2018

Während 2016 nur knapp 861 Millionen Euro ausgezahlt wurden, waren es 2017 schon 1,1 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr 2018 erreichte der bundesweit ausgezahlte Unterhaltsvorschuss mit 2,1 Milliarden Euro seinen bisherigen Höchststand. Die Rückgriffszahlen stiegen zwar ebenfalls, jedoch deutlich langsamer als die Auszahlungen. So wurden 2016 rund 198 Millionen Euro (23 Prozent) wieder eingetrieben, 2017 knapp 209 Millionen (19 Prozent) und 2018 gut 270 Millionen (13 Prozent).

Giffey: Stärker auf Rückzahlung achten

Giffey forderte nun, in den Ländern müsse in diesem Jahr wieder "viel, viel stärker" darauf geachtet werden, dass sich die Jugendämter das Geld von den zumeist säumigen Vätern zurückholen. "Im vergangenen Jahr haben die Jugendämter überall in Deutschland massiv mit dieser riesigen Steigerung der Fallzahlen zu tun gehabt, haben das bewältigt", sagte die SPD-Politikerin. Die Quote sei deshalb nicht so sehr im Fokus gewesen wie in den anderen Jahren. Das müsse sich nun wieder ändern, da die Fallzahlen stabiler seien.

Ein Sprecher von Giffey räumte allerdings ein, dass eine Rückholquote von 100 Prozent nicht erreichbar sei. Manche Eltern seien finanziell tatsächlich nicht in der Lage, ihren Unterhaltspflichten nachzukommen. Auch die Ministerin betonte, es sei wichtig zu unterscheiden zwischen zahlungsunfähigen Eltern und zahlungsunwilligen Eltern.

Unterhaltsvorschuss Alleinerziehende Mütter und Väter erhalten die staatliche Finanzhilfe des Unterhaltsvorschusses, wenn der andere Elternteil seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommt. Nach Möglichkeit soll das Geld aber von den säumigen Zahlern - in der Praxis zumeist Väter - wieder zurückgeholt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Februar 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2019, 18:42 Uhr

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7 Kommentare

19.02.2019 19:43 konstanze 7

Das Nichthandeln der Verwaltungen hat dazu geführt, dass die noch anständigen Unterhaltszahler zu unanständigen Unterhaltsverweigerern wurden.

19.02.2019 15:12 Fragender Rentner 6

Betrifft dies nur Menschen die in Deutschland wohnen oder auch andere in der EU?

19.02.2019 03:35 Querdenker 5

siehe „Drucksache 19/3960 DIP21 Deutscher Bundestag Unterhaltsvorschussgesetz“
Zitat: „… insbesondere im Niedriglohnbereich, auch unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten kein ausreichendes Einkommen erzielbar sein, um allen Kindern wenigstens Unterhalt in Höhe der Unterhaltsvorschuss-Sätze zu zahlen. Somit steht von Anfang an fest, dass nicht alle Ausgaben auch wieder zurückgeholt werden können.“

siehe „fr Der Volltreffer von Schröder“
Zitat Gerhard Schröder (SPD) "Wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt."

Kapitalistische Umverteilung von unten nach oben auf Kosten der Kinder. Mit organisiert von der SPD. Die Kinder dürfen die finde asoziale Politik der SPD mit ausbaden. Was werden die Spätfolgen sein?

18.02.2019 20:18 Peter 4

Gab´s da hinsichtlich der Zahlungsunwilligen nicht mal den Gedanken mit dem Führerschein?

18.02.2019 19:56 otto vom Wald 3

@Blumenfreund

Deutschland ist sehr reich.
6Milliarden für Rüstung,aber nur 3Milliarden für
Bildung,Schulen,KITAS .....19% Mst auf Kinderbeklei-
dung,auf Hundefutter 7%.....
Noch Fragen?

18.02.2019 19:13 Blumenfreund 2

Ist doch egal. Deutschland ist doch angeblich ein reiches Land. Mit über 2 Billionen Euro Schulden !!

18.02.2019 19:10 Anton 1

Ein Kind zu haben ist heute zu teuer geworden. Lieber ohne Kinder leben.