Starkregen
Bei Starkregen ist die Kanalisation schnell überfordert. Bildrechte: imago images / A. Friedrichs

Versiegelung Abwasserentsorger: Städte besser auf Starkregen vorbereiten

Bei Starkregen laufen Gullys schnell voll, es drohen Überschwemmungen. Abwasserentsorger fordern deshalb ein Umdenken bei Stadtplanern: Sie fordern die "Schwammstadt".

Starkregen
Bei Starkregen ist die Kanalisation schnell überfordert. Bildrechte: imago images / A. Friedrichs

Angesichts extremer Niederschläge, die durch den Klimawandel noch zunehmen könnten, fordern die Abwasserentsorger ein Umdenken bei Politik und Stadtplanern. Karsten Specht, Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), sagte, teils könnten die Wassermassen nicht mehr in die Kanäle abfließen, sondern rauschten darüber hinweg.

Die Städte seien häufig zu sehr versiegelt. Zudem könnten Gullys und Kanäle nicht überall vergrößert werden. Außerdem fehle für den Ausbau der Kanalisation manchmal schlicht der Platz. "Bau- und Betriebskosten würden die Abwassergebühren zudem explodieren lassen."

Forderung nach "Schwammstadt"

Es brauche daher mehr Grünflächen wie Parks sowie mehr Grün auf Dächern und Fassaden. Mehr Grün- und Wasserflächen in Städten könnten zugleich die Temperaturen durch Verdunstungskühle senken und erhöhten insgesamt die Lebensqualität.

Begrüntes Dach
Begrünte Dächer können Niederschläge speichern und Temperaturen in einer Stadt durch Feuchtigkeit absenken. Bildrechte: imago images / imagebroker

Zu den wichtigsten Strategien gehört laut Specht die sogenannte "Schwammstadt". Mit dem Begriff ist ein Konzept gemeint, mit dessen Hilfe Niederschlag dezentral in einzelnen Becken gespeichert wird. Von dort wird das Wasser dann verzögert abgeleitet. Dadurch sollen Überflutungen verhindert und Städte im Sommer gleichzeitig gekühlt werden.

Hausbesitzer sollen vorsorgen

VKU-Vizepräsident Specht fordert für eine Umsetzung lokale Initiativen, bei denen alle Akteure an einem Tisch sitzen. Bund und Länder sollten die Kommunen zudem unterstützen.

Ebenfalls appellierte Specht an Hausbesitzer: "Durch ungesicherte Kellerfenster und -eingänge oder Tiefgarageneinfahrten kann Wasser auch in Gebäude eindringen und zu Sachschäden führen", sagte er. Dagegen helfe, Häuser "wasserfest" zu machen und Kellerräume zum Beispiel mit Rückstauklappen vor Überflutung zu schützen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. August 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2019, 19:34 Uhr