Mitgliederbefragung Stichwahl um SPD-Vorsitz beginnt

Die letzte Runde um den SPD-Vorsitz ist eingeläutet. In der Stichwahl treten die GroKo-Befürworter Olaf Scholz und Klara Geywitz gegen die parteilinken GroKo-Kritiker Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans an. Das Ergebnis wird am 30. November bekanntgegeben.

Olaf Scholz, Klara Geywitz, Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken
Die Entscheidung Scholz/Geywitz oder Walter-Borjans/Esken (v.l.n.r.) ist auch eine Entscheidung GroKo oder Nicht-GroKo. Bildrechte: dpa

Bei der SPD geht die Suche nach einem neuen Parteivorsitz in die zweite und alles entscheidende Runde. Gut 425.000 Sozialdemokraten sind aufgerufen, per Stichwahl über die künftigen SPD-Chefs abzustimmen.

Scholz/Geywitz gegen Walter-Borjans/Esken

In der zweiten Runde der SPD-Mitgliederbefragung treten Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz und die brandenburgische Landespolitikerin Klara Geywitz gegen die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken und den ehemaligen nordrhein-westfälischen Finanzminister Norbert Walter-Borjans an.

In der ersten Abstimmungsrunde lagen Scholz/Geywitz knapp vor Walter-Borjans/Esken. Insgesamt hatten sich in der ersten Runde sechs Kandidaten-Duos zur Wahl gestellt, die sich zuvor auf Regionalkonferenzen den Mitgliedern vorgestellt hatten.

GroKo gegen Nicht-GroKo

Scholz und Geywitz stehen für einen Verbleib in der Großen Koalition. Dass sich Schwarz-Rot mittlerweile zu einem Kompromiss zur Grundrente durchrang und die SPD dabei viel von ihren Vorstellungen durchsetzen konnte, dürfte den beiden sozialdemokratischen Realpolitikern zugutekommen.

Walter-Borjans will das Regierungsbündnis aus Union und SPD hingegen zumindest auf den Prüfstand stellen. Eine Fortsetzung der GroKo hängt für ihn davon ab, ob mit der Union noch mehr soziale und Umverteilungsprojekte möglich sind. Esken plädiert hingegen eindeutig für einen möglichst raschen Ausstieg aus der Großen Koalition.

Ergebnis bis Monatsende

Die zweite Abstimmungsrunde läuft bis zum 29. November online und per Brief. Am 30. November sollen die Sieger bekanntgegeben werden. Ein Parteitag muss die neue Doppelspitze Anfang Dezember dann noch bestätigen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. November 2019 | 06:00 Uhr

23 Kommentare

Wessi vor 44 Wochen

@ wgeh Ich weiß jetzt nicht auf welche Umfragen Sie sich beziehen?!Bei der Gewichtung aller 8 Umfragen der letzten Zeit, steht die SPD auf Platz 3,Tendenz steigend, nur in einer von 8 hinter der AfD.( zu den fakenews-Leuten gehören Sie doch sonst nicht so...!)Schauen wir einfach mal, wer den Vorsitz übernimmt.Und mitgliederstärkste Partei ist sie ohnehin.Tendenz steigend

wo geht es hin vor 44 Wochen

Na ja - wenn Sie mit "erfolgreicher Politik" das weitere Absacken (im Moment laut Umfragen nur noch 4.- stärkste Partei im Bund) bei den Bürgern meinen, bin ich natürlich bei Ihnen....aber zum Trost: es sind nur Umfragen - und denen habe ich noch nie getraut. Da geht noch was - nämlich noch weiter nach unten!

Sachse vor 44 Wochen

Das ist der Punkt. Die SPD braucht es nicht mehr, um weiteren Schaden anzurichten. Das machen andere jetzt viel schneller und gründlicher. Da gibt es die sozialdemokratische CDU, vielfach sozialdemokratischer als das Original, die Grünen, noch ein Stück weiter links und die LINKE. Und gerade die ist nach meiner heutigen Auffassung noch die pragmatischste Partei im linken Spektrum (dass ich das mal so sehe, hätte ich selbst vor Jahren nie für möglich gehalten, aber da war ich noch Mitglied einer CDU-CDU). Also wozu SPD? Die anderen decken alles ab, was Linke so mögen.