Coronapandemie Steinmeier warnt vor Vergessen des Klimawandels

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, trotz der Corona-Krise andere weltweite Herausforderungen wie den Klimawandel nicht aus den Augen zu verlieren. Der Klimawandel mache keine Pause, auch nicht in der Pandemie, sagte Steinmeier in einer Videobotschaft bei der Verleihung des Deutschen Umweltpreises in Hannover.

Das Kraftwerk Niederaußem von der RWE Power.
Die Corona-Pandemie drängt den Klimawandel aus den Nachrichten – doch der Lage bleibt dramatisch. Bildrechte: actionpress/

Die Corona-Pandemie drängt derzeit andere Themen in den Hintergrund. Doch "der Kampf gegen den Klimawandel darf nicht vergessen werden" - das forderte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag und warnte vor einem Rückfall in den Egoismus der Nationalstaaten.

Steinmeier sagte in einer Videobotschaft bei der Verleihung des Deutschen Umweltpreises in Hannover, mit einem Rückfall in nationale Nabelschau könne der Kampf gegen die Pandemie nicht gewonnen werden, denn dieses Virus mache nicht an Grenzen halt - genauso wenig wie der Klimawandel.

Der Klimawandel macht keine Pause, auch nicht in der Pandemie.

Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident

Die kleinliche Suche einiger Länder nach ihrem nationalen Vorteil und die zögerliche Umsetzung des Pariser Klimaabkommens seien ein Grund zur Sorge, so Steinmeier.

Trockene Böden und kaputte Wälder

Steinmeier sagte in seiner Rede, Deutschland habe erneut einen zu trockenen Sommer erlebt, die Folgen seien vielerorts nicht zu übersehen. Die Böden seien vielfach ausgetrocknet, die Wälder schwer geschädigt, der Grundwasserspiegel mancherorts besorgniserregend gesunken. Die Lage sei ernst.

Deshalb darf Corona kein Argument für Zurückhaltung oder Lethargie sein.

Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident

Videobotschaft aus der Quarantäne

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht vor einem Gebäude der Uniklinik und nimmt für ein Gruppenfoto seine Maske ab.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Bildrechte: dpa

Eigentlich wollte der Bundespräsident den Umweltpreis am Sonntag persönlich verleihen, wegen der Corona-Infektion eines Personenschützers befindet er sich aber derzeit in Quarantäne und wurde per Videobotschaft zugeschaltet.

Mit der hochdotierten Auszeichnung wurden der Wirtschaftswissenschaftler Ottmar Edenhofer aus Potsdam und das Unternehmer-Geschwisterpaar Trappmann aus Limburg geehrt. Sie teilen sich den mit 500.000 Euro dotierten Preis. Ein Ehrenpreis von 10.000 Euro ging an den Insektenforscher Martin Sorg aus Krefeld.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 25. Oktober 2020 | 19:30 Uhr