Mitglieder des Arbeitskreis Steuerschätzung sitzen bei ihrer Tagung im Institut für Weltwirtschaft in Kiel.
Mitglieder des Arbeitskreises Steuerschätzung. Bildrechte: dpa

Steuerschätzung bis 2023 124 Milliarden Euro weniger Staatseinnahmen erwartet

Nach der Mai-Steuerschätzung sinken die erwarteten staatlichen Einnahmen in den nächsten Jahren deutlich: Die schwache Konjunktur drückt die erwarteten Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen um mehr als 70 Milliarden Euro. Hinzu kommen Mindereinnahmen durch Änderungen im Steuerrecht.

Mitglieder des Arbeitskreis Steuerschätzung sitzen bei ihrer Tagung im Institut für Weltwirtschaft in Kiel.
Mitglieder des Arbeitskreises Steuerschätzung. Bildrechte: dpa

Die staatlichen Steuereinnahmen in Deutschland dürften in den nächsten Jahren um 74,1 Milliarden Euro niedriger ausfallen als bislang erwartet. Das geht aus den am Donnerstag vorgelegten Zahlen des Arbeitskreises Steuerschätzung hervor. Von der sogenannten Schätzabweichung entfallen 5,9 Milliarden Euro auf das laufende Jahr und 12,5 Milliarden Euro auf das Jahr 2020.

Dazu kommen Änderungen im Steuerrecht

Unter dem Strich bleiben die prognostizierten Steuereinnahmen sogar noch stärker hinter der letzten Steuerschätzung im November zurück: Durch Änderungen im Steuerrecht summieren sich die Mindereinnahmen von 2019 bis 2023 auf insgesamt 124,3 Milliarden Euro. Diese Mindereinnahmen sind jedoch schon größtenteils in den Haushaltsplanungen von Bund, Ländern und Kommunen berücksichtigt.

Dennoch wächst das Steueraufkommen

Allerdings nimmt der deutsche Fiskus weiterhin mehr ein als in den Vorjahren. Im laufenden Jahr dürften die Steuern auf 794 Milliarden Euro steigen und bis 2024 stetig auf 908 Milliarden Euro klettern.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz nannte die erwarteten Mindereinnahmen "eine überschaubare Aufgabe". Auch für das laufende Jahr seien trotz Steuerausfällen von 3,7 Milliarden Euro für den Bund keine Extramaßnahmen nötig. Als Gründe für den Rückgang nannte der SPD-Politiker vor allem den Handelskonflikt mit den USA und die Unsicherheit durch den Brexit. Von einer Konjunkturkrise könne aber keine Rede sein. Scholz mahnte jedoch zur Finanzdisziplin, er lehnte eine Abkehr vom Verzicht auf neue Schulden ab.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Mai 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Mai 2019, 15:56 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

63 Kommentare

11.05.2019 19:53 der_Silvio 63

@62 Wessi; "ES IST IMMER NOCH EIN PLUS."
Ist es NICHT!
Denn Förderungen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag werden nach Verdienst berechnet. Und kommt man dann über eine Grenze, weil der Mindestlohn erhöht wurde - und sei es dann nur 1€ - gibt es weniger oder nichts mehr.

Wenn die Wirtschaft so gut läuft, wie man uns gern weiß machen will, wie kommt es dann, daß die Steuereinnahmen sinken?

"Was hat ein sinkendes Plus der Steuereinnahmen mit dem Mindestlohn zu tun?NIX."
DOCH! Wer weniger hat, gibt weniger aus - weniger Steuern konmen in die Staatskasse.

"Warum lehnt die AfD die Erhöhungen ab, aber greift, ziemlich heuchlerisch zu?"
Die LINKEN haben auch abgelehnt...

Stellen Sie sich dumm, oder sind sie es wirklich...?

11.05.2019 17:11 Wessi 62

@ 59 ...sind Sie Wahrsager? Nicht, daß nun kommt "es ist ja immer so"...jammer,jammer.Was hat ein sinkendes Plus der Steuereinnahmen mit dem Mindestlohn zu tun?NIX.Warum lehnt die AfD die Erhöhungen ab, aber greift, ziemlich heuchlerisch zu? Meldet pflichtwidrig Spenden nicht, behält für eine lange Zeit Spenden die man gar nicht hätte annehmen dürfen?Türkt dann auch noch Namen der Spender? Na gehts noch?Das ist schmutzig+mindestens auch noch dumm, denn man hätte von anderen Betrügern lernen können, nein sogar müssen.Geringverdiener zahlen, wenn überhaupt, ohnehin wenig Steuern+ES IST IMMER NOCH EIN PLUS. Die Mehrheit d.Abgeordneten arbeitet hart+hat Steigerungen genau so verdient wie AN.Auch d.Blaubrauen.Auch die dürfen für Arbeit mehr bekommen!Der Freibetrag wird jedes Jahr angepasst.Sie verbreiten mit Halbwahrheiten hier eine unangebrachte Hystrie.Kann auch Neid sein.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Beitrags werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

11.05.2019 15:47 rentner 61

die politiker müßen aber keine angst haben,ihre diäten wirds auch in zukunft weiter geben.

11.05.2019 15:47 Sonja 60

@ 5 8 der hat den für Studienabbrecher gemeint,
wo bleibt den mein Komment. dazu MDR ?

11.05.2019 15:20 der_Silvio 59

@49 Wessi; "Darum geht es überhaupt nicht, einmal davon abgesehen, daß gg. den Bundeshaushalt, Diäten "Peanuts" darstellen"
DOCH Wessi, es geht genau darum.
Es werden WENIGER Steuereinnahmen erwartet und diejenigen, die das mit zu verantworten haben, gönnen sich selbst mehr. Und gespart wird dann am Bürger!

"bekommen ja auch die meisten AN mehr, auch wenns schlechter geht."
Falsch! Der Mindestlohn wird a gehoben und infolge dessen zahlt der Geringverdiener mehr Steuern, dafür bekommt er weniger Förderungen wie Wohngeld.

11.05.2019 13:09 Bernd L. 58

Die Steuereinnahmen sind seit 2004 um etwa 20 % angestiegen, auf den bislang höchsten Stand. Durch politische Fehlentscheidungen (Grenzöffnung, Geschenke der GroKo) wurde alles verbraucht und jetzt geht der Ruf nach einer CO2 Steuer, um neue Einnahmen zu generieren. Durch Sprüche ("keinem wird etwas weggenommen") wurde der Bürger eingelullt und verdummt. Der Staat muss endlich lernen, mit den Erwirtschafteten auszukommen. Weitere Umverteilungen durch SPD-Geschenke (Heil) gehen in die falsche Richtung.
P.S. Sonneseite: Meinten sie eine Agentur für Cheerleader oder eine für Studienabbrecher?

11.05.2019 12:41 nasowasaberauch 57

Die vorgegaukelte schwarze 0 ist eigentlich Geschichte. In der FAZ stand, dass Scholz einen Griff von 10 Mrd. oder mehr in die Rücklagen für Flüchtlinge tätigen muß. Diese Geld lag aber auf keinen Konto, sondern damit wurden Schulden abgebaut. Olaf hatte sich aber vorher abgesichert wieder darauf zurückgreifen zu dürfen. Also raus aus dem Schuldenabbau, wieder rein in den alten Schuldenstand und damit andere Löcher stopfen.
Pech gehabt ihr nachfolgenden Generationen, der Wille war da, aber...

11.05.2019 11:49 Auf der Sonnenseite des Lebens 56

@Dieter 54

"sie wären entweder in einem gering Verdienerjob oder in Hartz IV."

sie könnten sich auch Selbstständig machen.

Frau Roth zum Beispiel hat ihre Agentur aufgegeben um sich vollumfänglich der Politik unseres Landes / der EU zu widmen.
Wenn Frau Roth ihre Agentur wieder eröffnen würde, würde sie sogar Arbeitsplätze schaffen.

11.05.2019 10:01 Wessi 55

@ 54 was hat das hiermit zutun? ich kenne viele Menschen die ihr Studium abbrachen, weil sie während dessen in der freien Wirtschaft gut arbeiteten+von vorausschauenden Arbeitgebern als Vollzeitkraft in den Betrieb geholt wurden!Es geht hier um Kompetenz+so mancher Studierte mit Abschluß ist ganz einfach strohdumm.Und an alle Meckerer: die BRd hat immer noch satte Überschüsse, nur eben weniger.Dann kann man eben die sehr Reichen nicht vom Soli entlasten+mit d.Geld für die Armen+Normalbürger etwas tun!Na und?@ 50...da ich kein Ostfriese bin, handelt es sich auch bei Ihrer Anmerkung um fakenews, also einen Verstoß gg.d.netiquette.

[Lieber Wessi, bezüglich Ihrer letzten Anmerkung bitten wir Sie und auch die anderen Nutzer darum, beim Thema zu bleiben. Es ist schön, dass Sie an der Diskussion teilnehmen und so zur Meinungsbildung und -findung beitragen. Jedoch lenken persönliche Befindlichkeiten und ""Beschuldigungen" vom Thema weg und verstoßen so gegen unsere Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html). Vielen Dank. Herzliche Grüße, Ihre MDR.de-Redaktion]

11.05.2019 09:01 Dieter 54

Sonnenseite,:In der freien Wirtschaft würden Studienabbrecher nicht Fraktionsvorsitzende oder BT-Vize werden- sie wären entweder in einem gering Verdienerjob oder in Hartz IV.