Geldscheine, Münzen und Buchstaben, die das Wort Kindergeld ergeben, auf einem Tisch
Kindergeld steht auch EU-Ausländern in Deutschland zu. Bildrechte: Colourbox.de

Stichwort So ist das Kindergeld für EU-Ausländer geregelt

Die Zahlung von Kindergeld auf ausländische Konten sorgt in Deutschland für heftige Debatten. Nach EU-Recht steht die Leistung EU-Ausländern aber nach dem Gleichheitsgrundsatz zu. Die Einzelheiten erfahren Sie hier.

Geldscheine, Münzen und Buchstaben, die das Wort Kindergeld ergeben, auf einem Tisch
Kindergeld steht auch EU-Ausländern in Deutschland zu. Bildrechte: Colourbox.de

Prinzipiell haben Bürger von EU-Staaten und der Schweiz einen Kindergeldanspruch, sofern sie in Deutschland erwerbstätig und damit sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Rechtsgrundlage hierfür ist eine EU-Verordnung von 2004 über soziale Sicherheit (EG Nr. 883/2004).

Zuschussberechtigt ist auch, wer Arbeitslosengeld I beziehungsweise Krankengeld bezieht. Der Zuschuss wird für alle Kinder gezahlt, für arbeitslose Kinder gibt es ihn bis zum 21., für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr.    

Deutschland gehört EU-weit zu den Ländern mit den höchsten Kindergeldzahlungen. Beim ersten Kind gibt es 194 Euro, in Bulgarien sind es lediglich 20 Euro pro Monat fürs erste Kind.

Informationsaustausch mit Herkunftsländern

Die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit führt keine Statistik darüber, wie vielen arbeitslosen EU-Ausländern in Deutschland Kindergeld bewilligt wird.              

Entscheidend ist, ob ein Anspruch besteht. In grenzüberschreitenden Kindergeldfällen sind die Familienkassen zum Informationsaustausch mit den Herkunftsländern der Kindergeldempfänger verpflichtet.                         

Sie erfahren von dort, ob Kindergeld im Heimatland gezahlt wurde und in welcher Höhe. Kindergeldbezüge im EU-Herkunftsland werden vom deutschen Kindergeldbetrag abgezogen.   

Forderungen nach Reform

Seit Jahren gibt es in der Politik Diskussionen darüber, ob der Zuschuss auch an Kinder gezahlt werden sollte, die nicht in Deutschland, sondern im jeweiligen Heimatland leben.               

Doch der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat hierzu im Juni 2012 ein klares Urteil gefällt: Der Gleichheitsgrundsatz für EU-Bürger gilt auch beim Kindergeld.   

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. August 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2018, 13:28 Uhr