Bundesminister uneins Klöckner für präventiven Wolfsabschuss

CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat Vorschläge von SPD-Umweltministerin Svenja Schulze zur Kontrolle der Wolfsrudel als ungenügend kritisiert. Sie will notfalls auch vorsorglich Abschüsse ab einer bestimmten Rudelgröße ermöglichen.

Tote Schafe
Tote Schafe nach einem Wolfsangriff in der Naturschutzstation im sächsischen Niesky Bildrechte: MDR/Benno Bilk

In der Bundesregierung ist ein Streit über den Abschuss von Wölfen entbrannt. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner kritisierte die Vorschläge von SPD-Umweltministerin Svenja Schulze als unzureichend.

Die CDU-Ministerin nannte es in der "Augsburger Allgemeinen" gut, dass Schulze erkannt habe, dass es mit den vielen Wolfsrissen so nicht weitergehen könne. Doch um die Weidetierhaltung weiterhin zu ermöglichen, reichten die Vorschläge des Bundesumweltministeriums nicht aus.

Den Wolfsbestand und die Größe der Rudel müssen wir, unabhängig davon, ob eine konkrete Gefahr besteht, präventiv kontrollieren können - europarechtskonform und rechtssicher für die Jäger.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU)

Klöckner: Wolfsbestand wächst zu schnell

Klöckner zufolge wurden bereits im Koalitionsausschuss weitergehende Vorschläge zum Herdenschutz von Schafen und Rindern besprochen. Man müsse verhindern, dass die Weidetierhaltung in bestimmten Regionen eingestellt werden müsse oder die Deichpflege durch Schafe nicht mehr möglich sei.

Sie argumentierte, der Wolf habe keine natürlichen Feinde. Alle drei bis vier Jahre verdopple sich der Bestand.

Klöckner zufolge werden immer mehr Weidetiere trotz bestmöglicher Schutzmaßnahmen gerissen, auch Rinder und Pferde. Die Menschen in den ländlichen Räumen fühlten sich dadurch verunsichert.

Die Bundesagrarministerin sprach sich zugleich dafür aus, entstandene Schäden vollständig auszugleichen.

Schulze will Abschuss nur von Problemwölfen

Schulze hatte in der "Bild am Sonntag" eine Änderung des Naturschutzgesetzes angekündigt, um das Abschießen der bislang streng geschützten Wölfe zu erleichtern. Demnach soll ein Abschuss erlaubt werden, wenn ein Wolf mehrfach Schutzzäune überwunden hat oder Menschen zu nahe gekommen ist. Außerdem will Schulze das Füttern der Raubtiere verbieten, um sie von Wohngebieten fernzuhalten.

Nach Daten der Dokumentationsstelle des Bundes ist 2017 die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Tiere auf 1.667 gestiegen - 55 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. März 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2019, 10:11 Uhr

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50 Kommentare

08.03.2019 11:37 Monika 50

Der Mensch selbst sorgt dafür, dass die Rückzugsgebiete für Wildtiere immer weniger werden.
Die Bevölkerungszahl in Deutschland wächst durch gewollte Zuwanderung. Wohnraum ist knapp geworden und es wird immer mehr Bauland benötigt werden.
Jäger und Jagdpächter dezimieren den Wildtierbestand.
Der böse, böse Wolf.....

08.03.2019 09:30 Sabrina 49

Ich bin strikt dagegen, dass Wölfe hier frei rumlaufen.

Entweder diese Bestien in Reservate stecken oder rückstandsfrei erschiessen.
Ein Wolf ist ein perverses Raubtier und keine schützenswerte Art.

08.03.2019 09:28 böse-zunge 48

Kurzfassung:
Lange Schlachtwege - Bundesländer wünschen Handlung ... Fr. Klöckner schweigt
Tötungen v. Hähnchenküken - Tierschützer wünschen Handlungen ... Fr. Klöckner schweigt
Einführung v. Lebensmittelkennzeichnungen (Ampel) und Reduzierung v. Zucker in Lebensitteln analog zu anderen europ. Ländern - die Industrie will es nicht ... Fr. Klöckner setzt auf "Freiwilligkeit"
Wölfe in D - Fr. Klöckner karikiert ihre Argumentation den Bürgern gegenüber in's Gegenteil
Alaska - im Verhältnis Mensch/qkm zu Tier/qkm völlig ungeeignet als Vergleichsfläche zur BRD!
Die dortigen Spezies (Puma, Grizzly usw.) finden hier keinerlei Entsprechung.
Mäuse und Ratten können Menschen überholen - fordert jmd. ernsthaft den Abschuss aller Kleinsäuger?
Allesfresser (Schwein, Bär) können dem Menschen gefährl. werden - Schweine gehören vielerorts mittlerweile zum Stadtbild - was passiert da?
Waschbären rotten Vogelpopulationen aus - UND?
Aber der Wolf - Angstbürger...

07.03.2019 22:50 Sascha10 47

Zu 45 klartext: dem wolfsmaerchenerzaehler eine gute nacht. Er hat sich als maerchenerzaehler selbst entlarvt.

07.03.2019 19:37 Dorfbewohner 46

“Klartext 45

...Bis heute gibt es nicht einen nachgewiesenen Angriff eines Wolfes auf den Menschen…”

Ihre grundsätzliche Aussage ist schlicht und einfach FALSCH!!

Hier dafür eine verlässliche Quelle:

Dokumentation WD 8 - 3000 - 041/18 des Wissenschaftlichen Dienstes der Deutschen Bundestages vom 11.05.2018, Fachbereich: WD 8: Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit, Bildung und Wissenschaft

07.03.2019 17:08 Klartext 45

Der Fall Candice Berner wird aufgebauscht,alles ist unklar,sie kann durch einen Unfall gestorben sein,ein Fielfraß hat dann den Rest erledigt.Man sollte bei solchen Meldungen nicht den Boulevard-Blättern nacheifern,seriöse Meldungen hab ich bis heute nicht gehört.Bis heute gibt es nicht einen nachgewiesenen Angriff eines Wolfes auf den Menschen.Der Friedhofsgärtner aus Niedersachsen,den angeblich ein Wolf gebissen hatte,war betrunken als er sich verletzte,für ihn war der Wolfsangriff die beste Ausrede,er hätte auch eine Schießübung der Bundeswehr erfinden können,das wär glaubwürdiger gewesen.

07.03.2019 17:06 Ulrich Klös 44

Frau Klöckner sollte sich erst einmal mit dem Wolf befassen, bevor sie vorschnell handelt. Die Population wächst nicht rasend schnell. Sie reguliert sich selbst, wenn die Reviere erst einmal besetzt sind.

07.03.2019 16:18 Sascha10 43

zu 42. Vielen Dank für die indirekte Bestätigung meiner Aussage, dass auch gesunde Wölfe Menschen gefährlich werden können. Candice Werner wurde von gut genährten Wölfen getötet und gefressen, steht im Untersuchungsbericht. Dass wir in Deutschland keine Tundra haben, ist offensichtlich, wobei die Tundra keine Grundvoraussetzung für Wolfsangriffe ist. Natürlich kann man das Problem mit den tausenden Übergriffen von Hunden relativieren. Das aber fliehende und schreiende Kinder wegen des Fluchtreizes von gesunden Wölfen angegriffen werden können, ist nun mal so und kein Märchen.

07.03.2019 14:59 böse-zunge 42

#39) Wiederholung macht's auch nicht besser ...
Candice Berner - fiel beim joggen in der Tundra (!) in Alaska (!) einem Rudel zum Opfer als sie vor denen kehrt machte - Auslösung v. Flucht/Verfolgung
Wo bitte haben wir die Tundra hier? Und Flucht löst Instinkte aus.
Hierzulande kann man super unter freiem Himel schlafen - solang man in die Ecken seines Lagerplatzes pi... - hilft bei Fuchs, Luchs und Wolf.
Hilft aber nicht beim Wildschwein. Persönliche Erfahrung. Beim Wecken um 3 durch ne Wildschweinrotte rund um den Schlafsack hilft dann eher das imitieren lauter Schnarcherei damit die abziehen - hochspringen und schreien würde auch da Angriffsreflexe auslösen - und man wäre keinem Wolf erlegen. Da kräht dann keine Julia nach...

07.03.2019 14:29 Jakob 41

Und überhaupt, Ihr Wolfsangsthäschen überall: Was sollte das denn für eine Politik sein, dass wir uns quasi gestern erst dafür entschieden haben, den Wolf hier wieder anzusiedeln, nur damit jetzt irgend jemand daherkommt und dafür plädiert, dass die Wölfe ab heute wieder abgeknallt werden? Nee nee, da muss man sich mal entscheiden - und man hat sich bereits entschieden - und das muss man jetzt durchziehen. Und wenn ein Lämmchen gefressen wird, dann wird der Schäfer finanziell entschädigt und gut is. Die Klöckner soll mal von ihrer Panikwolke wieder runterkommen. Damit holt sie auch keine AfD-Wähler.