Studie Studenten-Wohnungen werden teurer

Studenten müssen laut einer Studie in vielen deutschen Städten immer höhere Mieten bezahlen. Zugleich halten ihre Durchschnittseinkommen mit dem Anstieg der Wohnkosten nicht Schritt. In Mitteldeutschland sieht es noch vergleichsweise günstig aus.

Junge Leute sitzen an einem Tisch.
Auch für Studenten wird der Preisdruck am Wohnungsmarkt immer spürbarer. Bildrechte: imago images / Westend61

Die Mieten für Studentenwohnungen sind in vielen deutschen Städten deutlich gestiegen. Das geht aus einer Analyse des Finanzberaters MLP und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.

403 Euro für 30 Quadratmeter

Demnach sind die Mieten für eine Musterwohnung in 30 untersuchten Hochschulstädten binnen eines Jahres um durchschnittlich 4,6 Prozent gestiegen. Im Mittel wurden 403 Euro im Monat fällig. Zugrunde gelegt wurde eine Wohnung mit 30 Quadratmetern in normaler Ausstattung, erbaut im Jahr 1995 und mit 1,5 Kilometern Entfernung zur Universität. Auch die Nebenkosten wurden einbezogen.

München am teuersten

Am meisten müssen Studenten in München (717 Euro) Stuttgart (542 Euro) und Frankfurt (505 Euro) bezahlen. Den höchsten Mietenanstieg gab es in Darmstadt und Frankfurt mit je acht Prozent, gefolgt von Berlin und Konstanz mit je etwa plus sieben Prozent.

Magdeburg am billigsten

In Mitteldeutschland sind die Mieten für Studenten verhältnismäßig günstig. In Magdeburg ist die Vergleichsmiete mit 251 Euro besonders niedrig, ebenso in Leipzig mit 278 Euro. Auch Dresden (302 Euro) und Jena (323 Euro) liegen deutlich unter dem Durchschnitt.

Indikator für allgemeinen Wohnungsmarkt

Zwar wohnt laut dem Deutschen Studentenwerk nur eine Minderheit der Hochschulbesucher in einer eigenen Wohnung, doch die Zahlen geben Anhaltspunkte zur Mietentwicklung in Universitätsstädten. "Nicht nur Studierende suchen kleine Wohnungen in guten Lagen, sondern auch junge Erwerbstätige, Fernpendler oder Senioren - daher ist der Preisdruck in diesem Segment besonders hoch", erklärte Michael Voigtländer, Immobilienexperte am IW.

Einkommen der Studenten stagniert

Zugleich hätten die Einkommen der Studenten in den vergangenen Jahren stagniert, bei im Schnitt rund 900 Euro pro Monat, ergänzt Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstand der MLP-Finanzberatung. Der zu Semesterbeginn gestiegene Wohnzuschlag des Bafögs reiche selbst als Höchstsatz von 325 Euro in den meisten Städten nicht für die Miete einer Musterwohnung aus.

Forderung nach ortsabhängigen Zuschlägen

Schroeder-Wildberg erklärte, selbst mit der Höchstförderung bekämen Studierende in beliebten Uni-Städten wie München oder Frankfurt nur eine 16 bzw. 21 Quadratmeter große Wohnung, und zwar kalt. In Magdeburg könnten dagegen Studenten mit dem Wohnzuschlag bis zu 50 Quadratmeter mieten. Schroeder-Wildberg fordert deshalb ortsabhängige Wohnzuschläge.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. September 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2019, 14:01 Uhr

4 Kommentare

MDR-Team vor 21 Wochen

Lieber Herr Meier,
bitte bleiben Sie beim Thema. Es geht im Beitrag nicht um Flüchtlinge. Es gibt noch viele weitere Faktoren, die auf die Höhe der Miete in Großstädten einen Einfluss haben.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre MDR.de-Redaktion

ralf meier vor 21 Wochen

Da lese ich: 'Zugrunde gelegt wurde eine Wohnung mit 30 Quadratmetern in normaler Ausstattung, erbaut im Jahr 1995 und mit 1,5 Kilometern Entfernung zur Universität. '

Die ersten Semester wohnte ich in 20 km Abstand zur Uni bei meinen Eltern, danach bezog ich eine 13 Quadratmeter große Wohnzelle in einem Wohnheim mit Gemeinschaftsküchen. Da halte ich die genannten Ansprüche für deutlich übertrieben.

Außerdem muß derzeit Wohnraum für grob geschätzte 2 Millionen bereits zugezogener Schutzsuchender plus grob geschätzte 200.000 zusätzliche Schutzsuchende pro Jahr zur Verfügung gestellt werden. Da heißt es sich solidarisch zeigen und zusammen rücken.


kennemich vor 21 Wochen

Zitat: Studenten müssen laut einer Studie in vielen deutschen Städten immer höhere Mieten bezahlen.

Na wenn alle anderen Mieten steigen, da wundert es mich nicht wenn auch diese steigen.

Was sich da welche darüber wundern, wundert mich sehr.

Schließlich leben die nicht auf dem Land oder wo es keine Kosten gibt, sondern in der gleichen Stadt.