Ein Drogenabhängiger spritzt sich Heroin
Zwar gibt es weniger Drogentote, doch die Akzeptanz der "Alltagsdrogen" Alkohol und Tabak ist nach wie vor hoch. Bildrechte: IMAGO

Drogen- und Suchtbericht 2018 Weniger Drogentote, aber zu viel Alkohol

Knapp fünf Prozent weniger Tote durch Drogenkonsum könnte für Marlene Mortler Grund zur Freude sein. Doch für die Drogenbeauftragte der Bundesregierung gibt es angesichts neuer synthetischer Drogen und einem weiterhin weit verbreitet hohem Alkoholkonsum keinen Grund zur Entwarnung.

Ein Drogenabhängiger spritzt sich Heroin
Zwar gibt es weniger Drogentote, doch die Akzeptanz der "Alltagsdrogen" Alkohol und Tabak ist nach wie vor hoch. Bildrechte: IMAGO

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist erstmals seit Längerem wieder gesunken. Wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, bekannt gab, starben im vergangenen Jahr 1.272 Menschen in Deutschland an den Folgen ihres Drogenkonsums. Im Jahr zuvor waren es noch 1.333. Das ist ein Rückgang von knapp fünf Prozent.

"Alkohol wird viel zu gedankenlos getrunken"

Hauptursache für einen Drogentod sind nach wie vor Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin. Mit Sorge beobachten Fachleute eine immer größere Palette neuer, meist synthetischer Wirkstoffe, die teils auch nur schwer zu analysieren sind. Das Durchschnittsalter der zumeist männlichen Drogentoten lag bei 39 Jahren.

Mann exhaliert den Rauch einer e-Zigarette.
Mögliche Gesundheitsgefahren des Konsums von E-Zigaretten sind bislang noch wenig untersucht. Bildrechte: IMAGO

Positive Entwicklungen gibt es Mortler zufolge beim Tabak- und Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen. Dagegen gebe es bei den neuen Produkten wie E-Zigaretten, Wasserpfeifen und Co. einen klaren Aufwärtstrend, sowohl bei Jugendlichen als auch bei den Erwachsenen.

Alkohol werde in Deutschland noch deutlich zu viel und vor allem viel zu gedankenlos getrunken, sagte Mortler. "Das müssen wir ändern, denn für viele bedeutet Alkohol ein echtes Problem."

40 Milliarden Euro Schaden durch Alkoholkonsum

So sind alkoholbezogene Störungen mit rund 49 Prozent der Hauptgrund dafür, ambulante Suchtberatungsstellen in Anspruch zu nehmen. Einen noch größeren Anteil stellen Menschen mit alkoholbezogenen Störungen bei der stationären Behandlung dar (69 Prozent). Die volkswirtschaftlichen Kosten durch die Folgen des Alkoholkonsums belaufen sich der Bundesbeauftragten zufolge auf knapp 40 Milliarden Euro. Jeder Sechste in Deutschland trinke Alkohol in einem gesundheitlich schädlichen Ausmaß.

Insgesamt gebe es im Bereich Drogen- und Suchterkrankungen noch viel zu tun, sagt Mortler, beispielsweise wenn es um Suchtrisiken digitaler Angebote gehe.

Um die Herausforderungen bewältigen zu können, fordert die Drogenbeauftragte "ein noch viel breiteres Engagement nicht nur der Politik, sondern auch vieler anderer Akteure unserer Gesellschaft – von der Wirtschaft über die Medien bis hin zu Schulen oder Sportvereinen".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. September 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2018, 10:30 Uhr

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3 Kommentare

19.10.2018 16:29 Fragender Rentner 3

Ja, ja, heute so und morgen so.

18.10.2018 20:49 Achneeee 2

Es gibt doch keine Kontrolle in unserem örtlichen Jugendclub. Da gehen 13-jährige und über 30-jährige ein und aus. Es werden volle Bierkästen reingeschleppt und leere wieder raus. Es kümmert sich keiner darum, ob die unter 16-jährigen nicht
auch davon was abbekommen. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der AWO schaut ab und an mal vorbei, ob alles sauber ist. Und, so wurde mir von Ihr gesagt, ab 16 Jahren darf ja wohl jeder sein Bierchen hier trinken. Nur ob es am Ende viel mehr Bierchen werden, dazu hat die Dame keine Meinung und das wäre ja auch Sache der Eltern.
Eine Unverschämtheit ist das sondergleichen.

18.10.2018 19:17 Sabine Sonntag 1

Zu viel Alkohol? Ob der Autor die Schriften den großen Menschenhelfers, des Pastors Kneipp gelesen hat?