Bedürftige Menschen erhalten in einer Ausgabestelle der Leipziger Tafel am 01.10.2015 Lebensmittel. Die täglich bis zu 200 Langzeitarbeitslosen, Flüchtlinge, Menschen mit geringem Einkommen, Kinder, Jugendliche und Rentner, die sich hier gespendete Lebensmittel für ein geringes Entgelt abholen,
Trotz guter Konjuktur und geringer Arbeitslosigkeit in Deutschland nutzen mehr Menschen das Hilfsangebot des Tafel-Vereins. Bildrechte: dpa

Jahresbilanz Mehr Rentner nutzen die Tafel

Immer mehr Menschen in Deutschland sind auf günstige Lebensmittel angewiesen. Der Bundesverband Tafel geht aktuell von 1,65 Millionen Nutzern aus. Besonders stark sei die Zahl älterer Bedürftiger gestiegen. Dagegen sei die Zahl der Migranten bei den Tafeln gesunken.

Bedürftige Menschen erhalten in einer Ausgabestelle der Leipziger Tafel am 01.10.2015 Lebensmittel. Die täglich bis zu 200 Langzeitarbeitslosen, Flüchtlinge, Menschen mit geringem Einkommen, Kinder, Jugendliche und Rentner, die sich hier gespendete Lebensmittel für ein geringes Entgelt abholen,
Trotz guter Konjuktur und geringer Arbeitslosigkeit in Deutschland nutzen mehr Menschen das Hilfsangebot des Tafel-Vereins. Bildrechte: dpa

Immer mehr Menschen in Deutschland versorgen sich bei den Tafeln mit günstigen Lebensmitteln. Nach Angaben des Bundesverbandes Tafel Deutschland ist binnen eines Jahres die Anzahl der Nutzer um ein Zehntel auf aktuell 1,65 Millionen Menschen angestiegen. Vorsitzender Jochen Brühl erklärte, besonders stark sei der Zuwachs bei den Senioren mit 20 Prozent. Brühl zufolge sind Langzeitarbeitslosigkeit und niedrige Renten die häufigsten Gründe für den Gang zu den Tafeln.

Altersarmut wird uns in den kommenden Jahren mit großer Wucht überrollen.

Tafel-Verbandschef Jochen Brühl

Inakzeptabel ist nach Worten von Brühl auch die Zunahme von Kindern und Jugendlichen bei den Tafeln. Fast 50.000 junge Menschen seien auf die Unterstützung mit Lebensmitteln angewiesen. Insgesamt liege ihr Anteil bei 30 Prozent der Tafelgänger. Einen Rückgang habe es bei Flüchtlingen um sechs auf 20 Prozent gegeben.

Knapp 1.000 Tafeln bundesweit

Bundesweit gibt es derzeit 947 Tafeln mit 60.000 Mitarbeitern. Neun von zehn Mitarbeitern engagieren sich ehrenamtlich. Brühl zufolge entspricht das einem finanziellen Gegenwert von 180 Millionen Euro. Neben der Hilfe für Bedürfige retten die Tafeln den Angaben zufolge 265.000 Tonnen Lebensmittel im Jahr. Die bundesweit erste Tafel wurde 1993 in Berlin gegründet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. September 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2019, 12:27 Uhr

84 Kommentare

Wessi vor 4 Wochen

Sonnenseite, ich habe nie in Ostfriesland gelebt, noch Bananen gerne gegessen, ausserdem nicht gesagt, daß "im Westen alles so schlimm" war.Nur eben: es gab immer Arme dort.Und Sprüche wie "geh doch in den Osten" oder sogar "geh doch nach Israel wenns Dir hier nicht passt" habe ich bis zum Ausk...en von Konservativen+Nationalkranken in den 70ern+80ern gehört.Allerdings gehört Ihre allerwerteste Anmutung nicht ganz zum Thema.Richtig ist allerdings daß eben nicht alles schlecht war in der DDR.Dazu gehörte auch die gleiche Bezahlung von Frauen+Männern, die exellente Kinderbetreuung.Darum sind die Durchschnittsrenten-Renten für Frauen heute im Osten viel höher, darum gibt es auch wesentlich mehr Menschen die zu Tafeln gehen müssen im Westen. Das wird sich als Folge der durch Konservative+Liberale beförderten Treuhandumtriebe aber leider ändern.Darum ist es HEUTE wichtig eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung zu schaffen, damit der Wert der Arbeit der/des Einzelnen gewürdigt wird.

Arbeitende Rentnerin vor 4 Wochen

Wie kommen Sie darauf, dass unsere Generation nichts für die damaligen Rentner eingezahlt hat, für uns war das selbstverständlich, darüber habe ich mich nie aufgeregt, die jüngere Generation scheint uns nicht mal mehr das bisschen Leben zu gönnen, Vielleicht geht man mal dazu über, denen, die die Rentenzahler erst großgezogen haben und nebenbei voll gearbeitet (war in der DDR üblich), auch etwas zurückzugeben, wir wollen ja keine Reichtümer, für andere, die nie eingezahlt haben, ist doch auch Geld da, wo bleibt da die Gerechtigkeit?

Norbert 56 NRW vor 4 Wochen

Warum und weshalb ältere Menschen zur Tafel gehen müssen sind auch dem 48% Satz geschuldet der ja mal 68% betrug. Das schlimme an dieser Situation ist das die Politik es einen Dreck schert. Im Moment scheint es wichtiger zu sein, sich um das Wohlergehen von Fremden zu kümmern als um diejenigen die den Topf angespart haben, der jetzt von unfähigen Politikern großzügig verteilt wird. Allerdings an die falschen, und das Gerede um die Nachkriegszeit ist schon mehr als infam. Im Nachhinein ist es immer einfach nachzukarten. Aber mit der Politik ist nichts anderes zu erwarten da Sie ja im 3 Monatsrythmus immer eine andere Sau durchs Dorf jagt anstatt methodisch zu arbeiten.