Mit Trillerpfeifen und Plakaten demonstrieren Gewerkschafter
Mit Warnstreiks hatten die Beschäftigten bei der letzten Tarifverhandlunge reagiert. Bildrechte: dpa

Öffentlicher Dienst Gewerkschaften fordern Lohnplus von sechs Prozent

In den vergangenen Wochen hatten die Gewerkschaften die Beschäftigten im öffentlichen Dienst nach ihren Lohnwünschen befragt. Mit einer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn gehen sie nun in die Tarifverhandlung. Die Arbeitgeber reagierten umgehend.

Mit Trillerpfeifen und Plakaten demonstrieren Gewerkschafter
Mit Warnstreiks hatten die Beschäftigten bei der letzten Tarifverhandlunge reagiert. Bildrechte: dpa

Die Gewerkschaften fordern für rund eine Million Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder kräftige Lohnzuwächse. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der DBB Beamtenbund fordern in den anstehenden Tarifverhandlungen sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro im Monat.

Gewerkschaften geben sich optimistisch

Im Forderungskatalog sind auch deutliche Verbesserungen für Pflegekräfte vorgesehen sowie ein monatliches Plus von 100 Euro für Auszubildende. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte am Donnerstag, angesichts der Steuereinnahmen seien deutliche Einkommenserhöhungen sehr gut finanzierbar. Beamtenbund-Chef Ulrich Silberbach erklärte, der öffentliche Dienst brauche dringend Personal und müsse deswegen schnell handeln.

Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des dbb Beamtenbundes und Tarifunion.
Ulrich Silberbach Bildrechte: dpa

In den Lehrerzimmern, Kliniken und Wachstuben brennt es lichterloh.

Ulrich Silberbach Chef des dbb Beamtenbundes

Länder reagieren ablehnend

Die Arbeitgeber, die Länder, lehnen die Forderung hingegen als "völlig überzogen" ab. Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz, der zugleich Verhandlungsführer der Länder ist, sagte, trotz der stabilen Steuereinnahmen gebe es "erste Anzeichen eines Abschwungs".  

Ergebnis der letzten Runde

Die Tarifverhandlungen beginnen am 21. Januar in Berlin. Als Laufzeit des Tarifvertrags werden zwölf Monate angepeilt. Bei der letzten Tarifrunde Anfang 2017 einigten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber nach mehreren Warnstreiks auf insgesamt 4,35 Prozent mehr Lohn binnen zwei Jahren. Die Verhandlungen betreffen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von 15 der 16 Bundesländer. Hessen hat mit den Gewerkschaften einen eigenen Tarifvertrag geschlossen.

Frank Bsirske, verdi-Vorsitzender
Verdi-Chef Bsirske stellte am Donnerstag die Forderungen vor. Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Dezember 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2018, 20:09 Uhr

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27 Kommentare

22.12.2018 19:35 Johny 27

@Fragender Rentner: Schreibe ich ja, alle 6 Monate gibt es eine zusätzliche Rente, als 6+1+6+1 = 14.

In Ö. wurde 2005 eine einheitliche Erwerbstätigen-Versicherung realisiert. Sie gilt für Arbeitnehmer, , Gewerbetreibende/Selbstständige, Landwirte und Politiker in Bund, Länder und Gemeinden seit 1.1.2005. Für Beamte gibt es Übergangsregelungen.

RW: 01.07.2017 – 30.06.2018 = 29,69 €/Ost 31,03 €/West - ab 01.07.2018 = 30,69 € bzw. 32,03 €

22.12.2018 19:19 Johny 26

@ Wessi: Rentenbeitrag in Österreich 22,8 Prozent des Bruttogehalts. Davon trägt der Arbeitnehmer weniger als die Hälfte: 10,25 Prozentpunkte. 12,55 Prozentpunkte übernimmt der Arbeitgeber. Deutschland 9,35 Prozent. Das sind 0,9 Prozent mehr für den österreichischen AN und dafür gibts rd. 50 % mehr Rente - nicht schlecht! Außerdem muß kein Beitrag zur Pflegeversicherung bezahlt werden, wird in Ö. steuerfinanziert! Also nochmal minus 2,55% --- also insgesamt 7,7 %, damit sogar unter D.

22.12.2018 15:55 Fragender Rentner 25

@Johny zu 22

Gibt es in Österreich nicht auch 14 Rentenzahlungen im Jahr und zahlen da nicht auch alle ein?

Die Bruttorente für den "sogenanten Durchschnittsrentner" ist 45 Jahre x 32,03 € für 2018 = 1.441,35 €.

Wieso kommts du auf die 1.383,- €?

1.383 : 45 Jahre = ergibt einen RW von 30,73 € nach deiner Rechnung?

22.12.2018 15:52 Wessi 24

@ 22 ...voll am Thema vorbei.Hier geht es nicht um die Rente, aber haben Sie mal geschaut wie sehr hoch der RV-Beitrag in Österreich ist? Hier geht es darum, daß der ÖD endlich auch an den Gewinnen betsmöglich teil haben soll.6% sind eigentlich viel zu wenig, denn die Laufzeit wird bestimmt wieder gestreckt..man bedenke: es geht hier auch um Feuewehr,Polizei+Krankenschwestern.Darum ist die Komponente mind. € 200 viel wichtiger als die Abschluß-Höhe.

22.12.2018 15:42 Fragender Rentner 23

@Horst zu 16

Zu Grunde kann man es schon annehmen nur da fließen so viele Faktoren ein, da bleibt nur die Nettoangleichung mit dem Nachhaltigkeitsfaktor übrig.

BMAS hat für die Angleichung der Ostrenten folgende Prognose für die nächsten Jahre heraus gegeben:
Rentenwert 2019 Alte Länder 33,05 Neue Länder 31,89 gleich 96,5 %
2020 34,02 33,07 97,2%
usw. bis 2024 38,18 38,18 100,0%

22.12.2018 11:53 Johny 22

Die österreichische Regierung Kurz/Strache von ÖVP/ FPÖ führt ab 2019 eine Mindestrente von 1.200 Euro für Versicherte nach 40 und von 1.000 Euro nach 30 Jahren Erwerbstätigkeit ein. Das ist zwar teuer – aber das Land kann sich die gute Absicherung der Senioren leisten. Heute schon gibt es nach jeweils 6 Monaten eine Monatsrente extra. Geringverdiener profitieren in Österreich außerdem von dem großzügigen Grundfreibetrag von 11.000 Euro pro Jahr für Alleinstehende (Deutschland: 8.652 Euro). In Deutschland liegt die rechnerische Rentenhöhe im Schnitt, wohlgemerkt also nicht in der Untergrenze, bei 1.383 Euro/ West bzw. 1.313 Euro/Ost nach 45 Jahren Erwerbstätigkeit und vor Abzug der Sozialabgaben. Die reale Rentenhöhe lag in Deutschland weit niedriger im Schnitt – 2017 bei 875,68 Euro; in allen Rentenarten, also auch Hinterbliebenenrente, bei 1.078 Euro. Die Regierung sollte sich was schämen.

22.12.2018 10:17 Bingo 21

Auch eine Ursache der Erd-Ewärmung ,immer mehr Geld,die Gier der Menschen....

21.12.2018 20:45 Frank 20

@18: Nein, Sie kennen die Pausenregeln eben nicht. Lesen Sie mal nach, es hilft. Die aktuellen gesetzlichen Grundlagen sind Ihnen offensichtlich nicht geläufig. Ihnen fehlt der Respekt vor der Arbeit anderer Personen, zzgl. der Mangel an grundlegenden Kenntnissen in der Arbeitsgesetzgebung .

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21.12.2018 19:51 Rumsdibums 19

6% sind ein bissl knapp. 16% wären mir lieber.

21.12.2018 18:54 Viola Kramer 18

Frank, Sie irren. Ich kenne die Pausenregelung. Pause wird im Revier gemacht, nicht aber beim gelangweilten Essenssuchungsgang. 15 Minuten. Gut, 10 Minuten gestanden und in 5 Minuten alles in sich reingwürgt.

Der Populist sind Sie!

Ich wiederhole: "Wir haben als zu "Friedenszeiten" Geborene und Gediente gelernt, dass man ausgeschlafen, ausgesch......, verköstigt und mit Proviant zum Dienst erscheint."

Neben dem Verstoß gegen das LNSG.