Zum Auftakt der Tarifverhandlungen Öffentlicher Dienst der Länder ziehen die Gewerkschaften mit dem Verhandlungsführer Frank Bsirske (M), Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di, mit einem Transparent mit der Aufschrift 'Gemeinsam für gute Arbeit und gutes Geld Wir sind es wert' zum Verhandlungsort.
Zum Auftakt der Tarifverhandlungen zogen Gewerkschaftsvertreter zum Verhandlungsort. Bildrechte: dpa

Warnstreiks drohen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst vertagt

Die erste Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder ist ergebnislos beendet worden. In den Stadtstaaten drohen nun erste Streiks in Kitas, Universitätskliniken und Ämtern.

Zum Auftakt der Tarifverhandlungen Öffentlicher Dienst der Länder ziehen die Gewerkschaften mit dem Verhandlungsführer Frank Bsirske (M), Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di, mit einem Transparent mit der Aufschrift 'Gemeinsam für gute Arbeit und gutes Geld Wir sind es wert' zum Verhandlungsort.
Zum Auftakt der Tarifverhandlungen zogen Gewerkschaftsvertreter zum Verhandlungsort. Bildrechte: dpa

Der Auftakt der Tarifverhandlungen für die Beschäftigen im öffentlichen Dienst der Länder ist ergebnislos verlaufen. Die Länder lehnten die Forderungen der Gewerkschaften als überzogen ab. Diese wiederum warfen den Arbeitgebern vor, kein Angebot vorgelegt zu haben.

Erste Warnstreiks drohen

Matthias Kollatz (r, SPD), Finanzsenator von Berlin und Verhandlungsführer für die Bundesländer, und der Verhandlungsführer der Arbeitnehmer, Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di, reichen sich zum Auftakt der Tarifverhandlungen Öffentlicher Dienst der Länder die Hände.
Matthias Kollatz (r, SPD), Finanzsenator von Berlin und Verhandlungsführer für die Bundesländer, und der Verhandlungsführer der Arbeitnehmer, Frank Bsirske. Bildrechte: dpa

Damit drohen schon bald Warnstreiks. Der Beamtenbund dbb teilte mit, dass er zu ersten "dezentralen Aktionen" aufrufen werde. "Argumente und Klarheit in Potsdam werden wir genauso brauchen wie die bundesweite Demonstration von Stärke und Geschlossenheit", sagte dbb-Tarifchef Volker Geyer mit Blick auf die kommenden Verhandlungsrunden. Diese sind für den 6. und 7. Februar sowie den 28. Februar und 1. März geplant.

Als wahrscheinlich gilt, dass noch im Januar Kitas in den Stadtstaaten bestreikt werden, genauso Universitätskliniken und Ämter. Das geht aus Äußerungen von Verdi-Chef Frank Bsirske hervor. "Wir sind sehr mobilisierungsfähig an den Uniklinika", hatte er bereits am Montagmorgen angekündigt. "Wir haben im Sozial- und Erziehungsdienst hier in Berlin beispielsweise eine große Beschäftigtengruppe, die deutlich hinter der Entwicklung im kommunalen Bereich im Bundesgebiet hinterherhinkt."

Vor dem jüngsten Abschluss vor zwei Jahren hatten Warnstreiks unter anderem das Schulleben in weiten Teilen Deutschlands massiv gestört. Zudem blieben Kitas und Straßenmeistereien geschlossen.

Ergebnis gilt für 3,3 Millionen Mitarbeiter

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. In der Gehaltstabelle für die Krankenpflege fordern sie eine Aufstockung um 300 Euro. 100 Euro mehr pro Monat soll es für Azubis und Praktikanten geben. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Wo der Abstand des öffentlichen Dienstes zur Privatwirtschaft besonders groß sei, sollten die Betroffenen die Verbesserung besonders deutlich spüren, sagte Verdi-Chef Bsirske.

Verhandelt wird für eine Million Tarifbeschäftigte. Übertragen werden soll der Abschluss dann auf zusätzlich rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Januar 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2019, 16:30 Uhr

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15 Kommentare

22.01.2019 22:05 Sansar 15

Guten Tag Siegfried Wehner (Artikel 7),

der Vergleich der 200€ mit einem ALG2-Empfänger hinkt. Sie verwechseln Brutto mit Netto und Regelleistung mit Bedarfsleistung. Desweiteren vergessen sie das die ALG2 Leistung höher wie der Regelsatz ist. (Regelsatz, Kaltmiete, Nebenkosten, Heizung, Krankenkasse, Befreiung von der Haushaltsabgabe. Das sind zusammen um die 900€.)
Abgesichert bei Krankheit als Privileg des ÖD ist genauso falsch. Die Absicherung kommt durch die Krankenversicherung die in Deutschland eine Pflichtversicherung ist undfast jeder hat.
Unkündbarkeit gibt es bei Angestellten im ÖD nicht.
Einen Facharbeiter wie Maurer und Straßenbauer in den Bereich des Niedrigstverdieners zu stecken sollte wohl eher polemisch sein? Wenn nicht dann ist auch da ein Fehler ihrerseits.
Das Polizistenbashing ist sehr unangemessen. Es zeugt nicht gerade von Charakter wenn man alles verallgemeinert.

Ich vermute das sie ein sehr unzufriedener Mensch.

22.01.2019 19:04 Bernd Escher 14

Frank Bsirske ist nicht nur Verdi-Boss, dazu
noch Parteimitglied mit besten Verbindungen...
wenn gar nichts mehr geht, wechselt der die
Seiten. Ein Funktionär, ein Parteisoldat
mehr nicht. Punkt. Ende. Aus.
mfg Bernd Escher

22.01.2019 11:15 Fragender Rentner 13

Vorschlag: Wie wäre es mit ca. 7,0 - 7,2% auf 2 Jahre verteilt?

22.01.2019 01:18 Agnostiker (REXt) 12

Und da sind sie wieder, die Neider und Wutbürger. Mensch sonst betont ihr Alternativen doch immer, wie wichtig der starke Staat sein soll. Und nun miss gönnen sie den Polizisten ein paar Euro mehr im Säckl. Und an alle anderen Neider, der öffentliche Dienst such Händeringen Mitarbeiter. Bei Lehrern winkt sogar Seiteneinsteigern die Verbeamtung. Also los gehts, Bewerbung schreiben und ihr könnt bei den nächsten Warnstreiks dabei sein.

22.01.2019 00:21 Reiner Wahnsinn 11

21.01.2019 21:55 Siegfried Wehner @ 7 Zitat von Ihnen: Eine Frechheit ohnesgleichen - die Forderungen der Gewerkschaft.
Langsam müßten Sie doch bemerkt haben, wie´s geht, die einen fordern 6% und die anderen bieten 1%. Am Ende einigt man sich in der "Mitte" bei 2%, und da ist die Hälfte zum Hartz IV unangemessen weit von der Frechheit ohnesgleichen. Die Menschen, die Sie im ÖD beschreiben sind Beamte. Im ÖD arbeiten aber auch Angestellte und Arbeiter ohne die von Ihnen beschriebenen Privilegien. Und spinnen wir mal weiter: Sozialleistungen, Renten, ua. werden abhängig von der Lohnentwicklung berechnet. Wenn Ihnen Ihr Einkommen nicht gefällt, treten Sie einer Gewerkschaft bei. Oder gehören Sie zu jenen, die Angst um ihr Vermögen haben, wenn andere etwas mehr Einkommen erzielen?

21.01.2019 22:43 Wessi 10

@ 7 Igitt, was für ein neidvolles Gebrülle.Sie und andere sollten doch froh sein, daß es anderen Menschen gut+besser geht, wenn schon Sie solch' ekeliges "ichich" von sich pupen.Die Raffgier der "ichich"-Leute wird uns schon mächtig auf die Füsse fallen, Neidbürger! Wieso wird sich die BRD"wundern"?Weil irgendwas aus den braunen Löchern kriecht?In der BRD ist man nicht neidisch, das bleibt bei einer anderen, real existierenden, Republik.

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21.01.2019 22:29 Siegfried Wehner 9

An Reiner Wahnsinn

Ich stimme mit Ihnen völlig überein. Zu der von Ihnen angesprochenen "Einkommensschere" kam ja erst heute ein Bericht. Milliardäre 20 Prozent Zuwachs, die "Kleinen" im Minus.

Dies ist aber ein gesellschaftliches Problem. Ob man nun 4 Milliarden auf dem Konto hatte und nun 4,8 Milliarden ist dem Kranken (dem Milliardär) egal. Der begreift es bis zu seinem beschiss...n Ende so oder so nicht, dass er umsonst gelebt hat.
Er hat einfach die falsche Muttermilch bekommen (siehe Geissen).

Kein normaler Mensch möchte mit solchen Lebewesen Kontakt haben!

Es gibt aber Lebewesen, die fühlen sich nur dort wohl, abartig aber wahr!

Es ist ein grundsätzliches gesellschaftliches Problem, dass die Menschheit als Individum nicht mehr lange leben lässt!

Dafür sind die "Freiheitskämpfer" 1989 auf die Straße gegangen anstatt heute Agnes Kraus zu schauen?

21.01.2019 21:56 Reiner Wahnsinn 8

21.01.2019 17:50 Ich bins @3
Zitat von Ihnen: Kommt ihr Kindergärtnerinnen euch nicht langsam mal albern vor?
Gönnen Sie der Kindergärtnerin mit 1100,-€ netto nicht mal den Fuffi mehr?
Diese Maschmaier´s, Hoeneß´s, Yotta´s, Albrecht´s, oder auch Steinmeier´s, Schröder´s, u.v.m. dieser Bunten Republik D´schland, kommen die sich eigentlich albern vor, wenn die ihr Vermögen schon gar nicht mehr überblicken können, während Menschen auf dieser Welt verhungern und erfrieren?

21.01.2019 21:55 Siegfried Wehner 7

Niemand hat sich in Tarifverhandlungen einzumischen!

Aber jeder darf seine Meinung dazu äußern!

Eine Frechheit ohnesgleichen - die Forderungen der Gewerkschaft.

Mal knapp die Hälfte eines Hartz4ers - wirklich angemessen.

Dieser öffentliche Dienst wird uns als Allgemeinheit noch mächtig auf die Füße fallen.

Sicheres (hohes Gehalt bzw. Bezüge). Abgesichert bei Krankheit (Krankfeiern eingeschlossen). Pensionen, die jegliches Maß überschritten haben. Unkündbar (im Regelfall).

Fragt die Kassiererinnen, die Maurer, die Straßenbauer, die anderen Niedrigstverdiener. Eben alle anderen.

Nicht die Polizisten, die während der Dienstzeit ihre Einkäufe erledigen und ansonsten bei allen anderen Gelegenheiten nicht einschreiten!

Deutschland wird sich noch wundern!

21.01.2019 19:52 Nelly 6

@2: Die Forderung bezieht sich auf Bruttobezüge. Ist Ihnen das klar? Was glauben Sie was nach Steuer und Sozial- und Rentenversicherung netto bleibt? Ich kann da keine Gier erkennen, eher eine ganz realistische Forderung. Sie können sich gern im ÖD bewerben, wenn Sie meinen die werden priviligiert. Die suchen händeringend Arbeitskräfte. Warum tun Sie es nicht und nölen statt dessen im Forum?