Covid-19 Tarifverhandlungen für Ostmetaller verschoben

Für die ostdeutschen Metaller steht die nächste Tarifrunde an. Doch die Verhandlungen wurden im Einvernehmen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern verschoben. In Zeiten der Coronakrise sind Kurzarbeit und Schulschließungen dringender.

Eine Fahne der Gewerkschaft IG-Metall
Die IG Metall reagiert auf die Coronakrise: Nicht Tarifverhandlungen stehen im Vordergrund, sondern Kurzarbeit. Bildrechte: dpa

Die Tarifverhandlungen in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie sind kurzfristig verschoben worden. Wie die IG Metall Leipzig mitteilte, haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeberverbände darauf verständigt. Grund sei die Coronavirus-Pandemie.

IG Metall fordert "unbürokratische Lösungen"

Die IG Metall Leipzig erklärte, die Corona-Krise habe andere Probleme in den Fokus gerückt. Vielen Beschäftigten drohten aufgrund von Kurzarbeit akut Einkommenseinbußen.

Ein weiteres Problem seien Schul- und Kitaschließungen, weil Eltern zu Hause bleiben müssten. Das erfordere besondere Regelungen, damit die Eltern die Belastungen nicht allein tragen müssten. Insbesondere brauche es unbürokratische Möglichkeiten für Beschäftigte, die einen festen Arbeitsplatz hätten und nicht ins Homeoffice wechseln könnten.

Service-Hotline eingerichtet

Die IG Metall Leipzig kündigte an, von Mittwoch bis Freitag eine Service-Hotline zu schalten. Es gebe täglich Anfragen von Gewerkschaftsmitgliedern zum Umgang mit dem Corona-Virus und den Begleiterscheinungen für die betrieblichen Abläufe. Daraus ergäben sich viele individuelle und tarifrechtliche Fragen.

Die Tarifverhandlungen in Sachsen hatten erst am Freitag vergangene Woche in Chemnitz begonnen. Die IG Metall verzichtete erstmals auf eine konkrete Forderung. Stattdessen wollte sie vor allem über die Wochenarbeitszeit verhandeln. Ziel ist eine 35-Stunden-Woche wie in Westdeutschland.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 17. März 2020 | 19:30 Uhr