Interne Untersuchung Ministerium muss erhebliche Fehler bei Berater-Verträgen einräumen

In der Berater-Affäre im Verteidigungsministerium sind viele Fragen offen: Wurde geprüft, ob Berater nötig sind? War es wirtschaftlich sinnvoll, externe Verträge abzuschließen? Eine Untersuchung gibt nun erste Antworten.

In der Affäre um millionenschwere Berater-Verträge im Bundesverteidigungsministerium hat eine interne Untersuchung erhebliche Fehler aufgedeckt. Demnach wurde bei einem Großteil der Verträge nicht ausreichend dokumentiert, wie sie zustande kamen. Das ist das Ergebnis einer Arbeitsgruppe des Ministeriums, das am Montag Verteidigungspolitikern im Bundestag übermittelt wurde.

So sei bei fast 40 Prozent der Verträge unklar, ob vor der Vergabe geprüft wurde, ob externe Fachleute überhaupt notwendig sind. Außerdem sei in zwei Dritteln der Fälle die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit nicht ausreichend dokumentiert worden.

Die Arbeitsgruppe mit den Namen "Task Force Externe Dritte" war nach heftiger Kritik unter anderem des Bundesrechnungshofs eingerichtet worden. Sie prüfte insgesamt 468 Berater-Verträge. Meist ging es dabei um externe Beratung bei IT- und Digitalisierungsprojekten in der Bundeswehr. Klar ist bislang, dass Berater unter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen einen dreistelligen Millionenbetrag gekostet haben.

Untersuchungsauschuss vernimmt Zeugen

Ursula von der Leyen
Die Berater-Affäre setzt Ministerin Ursula von der Leyen unter Druck. Bildrechte: dpa

Nach Ansicht des Verteidigungsministeriums dürfte das Ergebnis der "Task Force" nicht fehlinterpretiert werden. Aus der mangelhaften Dokumentation könne nicht geschlossen werden, dass der Einsatz von Beratern nicht notwendig oder unwirtschaftlich gewesen sei, hieß es aus dem Ministerium.

Mit der Berater-Affäre im Bundesverteidigungsministerium beschäftigt sich seit einigen Wochen auch ein Untersuchungsausschuss des Bundestags. Grüne, Linke und FDP wollen darin aufklären, in welchem Umfang Aufträge ohne Ausschreibung erteilt wurden, wer dafür verantwortlich ist und ob Schaden für die Steuerzahler entstanden ist. Ende März vernahm der Ausschuss erste Zeugen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. April 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. April 2019, 11:36 Uhr

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25 Kommentare

09.04.2019 17:06 Fragender Rentner 25

Wo holen diese Politiker nur die ganze Asche her, die sie sich aufs Haupt streuen oder vielleicht streuen lassen?

09.04.2019 15:34 Klarheit 24

---"....die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit nicht ausreichend dokumentiert worden...."----,

wird schon für jemanden sich wirtschaftlich gelohnt haben ..... woanders, bei anderen nennt man es Korruption .........

09.04.2019 09:44 der_Silvio 23

"Ministerium muss erhebliche Fehler bei Berater-Verträgen einräumen"

"So sei bei fast 40 Prozent der Verträge unklar, ob vor der Vergabe geprüft wurde, ob externe Fachleute überhaupt notwendig sind. Außerdem sei in zwei Dritteln der Fälle die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit nicht ausreichend dokumentiert worden."
(Quelle: MDR-Artikel siehe oben)

Und welche Konsequenzen zieht man jetzt daraus? Wer kommt für denn finanziellen Schaden auf?
NATÜRLICH...der Steuerzahler...

09.04.2019 08:31 Bungo 22

Diese Frau wurde von der CDU in diesen Posten gehoben. Qualifikation null, also brauch man sich für das Ergebniss ihrer Arbeit nicht wundern. Das nennt man auch Fachkräftemangel und wer zahlt ?? Wie immer wenn etwas schief geht, was unsere Regierung vermasselt . Der deutsche Michel, wer sonst... Vor den Europawahlen werden sie uns wieder erzählen, was für eine gute Politik sie machen und das alles super läuft....

08.04.2019 21:46 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 21

Mit Korruption hat das nichts zu tun. Es wahren nur Fehler.

08.04.2019 21:37 Zahlmeister 20

Da die Minister, wahrscheinlich auch die Staatssekretäre, ihren Posten nach Parteibuch und Proporz erhalten, aber keine Ahnung von ihrem Fachgebiet haben, werden private "Berater" für die Sacharbeit herangezogen und fürstlich bezahlt. Warum gehen wir eigentlich noch wählen?

08.04.2019 20:51 Wo geht es hin? 19

Zitat aus dem Artikel: "Ministerium muss erhebliche Fehler bei Berater-Verträgen einräumen" Zitat Ende. FEHLER??? DAS ist aber nett formuliert! Mal ne Frage an den MDR: Würden Sie genausso von "Fehlern" sprechen, wenn sich etwas in der Art bei der AfD auftun würde? Ich glaube nicht - da wird sofort und in Fettschrift von "SKANDAL" geschrieben - siehe Spendenaffäre. Noch mal zum Thema: wieviele "Fehler" darf denn diese Ministerin denn noch machen, bis ihr edlich die Tür gewiesen wird? Natürlich unter Streichung aller Vergünstigungen und Bezüge? Wenn ein kleiner Arbeiter sich wiederholt "Fehler" erlaubt, wird der achtkant gefeuert und hat auch erst mal 3 Monate keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld - richtig? Man ist diese Frau so was von unfähig - oder raffiniert. Mal sehen, wer da noch alles so profitiert hat und welche Querverbindungen es da noch gibt. Aber ich glaube, hier beim Ö/R werden wir das nie erfahren...

08.04.2019 20:28 Max W. 18

@08.04.2019 13:16 peter (Ein Skandal nach dem Anderen, aber Uschi sitzt alles aus. Mit welchen unfähigen Ministern werden wir, das deutsche Volk eigentlich immer weiter bestraft.
Jeder normale Arbeitnehmer wäre schon längst nicht mehr an seinem Arbeitsplatz!!!
Unverschämte Frechheit, diese Frau!!!)

Korrekt - allerdngs scheint das den deutschen Normalo nicht weiter zu stören. Hauptsache Fussabll, Auto, Ratespiele und Saufen. Denn schliesslich sind diese Figuren gewählt worden und das mehr als einmal.

08.04.2019 19:57 Ebio 17

Es sollte doch endlich mal eine kompetenterer Politiker so etwas machen.

08.04.2019 19:49 Uborner 16

Wieso diese Frau noch im Amt ist weiß kein Mensch. Wenn Ursel Kanzlerin geworden wäre - möcht ich mir gar nicht vorstellen. Vielleicht will sie noch NATO - Generalsekretärin werden - möchte ich mir auch nicht vorstellen.
Am Ende ist diese Personalie noch ein Fehler Merkels.
Es ist an der Zeit.