"Gruppe S." Terrorverdächtiger bei Polizei für Waffenscheine zuständig

Der Polizist aus Hamm, der unter Verdacht steht, ein Unterstützer der rechten Terrorzelle "Gruppe S." zu sein, war offenbar zeitweise für die Vergabe von Waffenscheinen zuständig. Das berichtet der "Spiegel".

Eine Person wird von Polizisten mit zum Bundesgerichtshof gebracht.
Bei einer Razzia am Sonntag waren zwölf mutmaßliche Rechtsterroristen festgenommen worden. Bildrechte: dpa

Im Fall einer mutmaßlichen rechtsextremen Terrorzelle ist ein brisantes Detail ans Licht gekommen. Wie der "Spiegel" berichtet, war ein mutmaßlicher Unterstützer der sogenannten Gruppe S. bei der Polizei Hamm zeitweise für die Vergabe von Waffenscheinen zuständig. Dem Bericht zufolge soll der Verwaltungsmitarbeiter an Prüfungen beteiligt gewesen sein, wer einen Waffenschein bekommt.

Intern werde nun untersucht, ob es Unregelmäßigkeiten gegeben und der Beamte Gesinnungsgenossen geholfen habe, legal an Schusswaffen zu gelangen.

Die Polizei Hamm teilte am Freitagvormittag mit, auf zwei weitere Mitarbeiter mit einer möglichen rechten Gesinnung gestoßen zu sein. Es bestehe jedoch kein Zusammenhang zu der mutmaßlichen rechten Terrorzelle "Gruppe S.".

Sondersitzung im Innenausschuss in NRW

Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat am Freitag eine Sondersitzung des Innenausschusses im Landtag beantragt. Der Antrag umfasst einen Katalog mit 29 Fragen an Innenminister Herbert Reul (CDU). Er soll unter anderem über den aktuellen Kenntnisstand zu den Anschlagsplänen der Terrorzelle um Werner S. berichten und erklären, ob der Tatverdächtige auf "Daten von potenziellen Opfern zugreifen konnte, die dadurch gefährdet wurden". Außerdem solle er erläutern, wie rechtsextreme Umtriebe innerhalb der Polizei erkannt, gesammelt und behandelt werden. Nach Willen der SPD soll Reul auch über den Anschlag von Hanau informieren, falls sich Bezüge zu NRW ergeben sollten.

Seit vergangenen Sonntag sitzen zwölf Verdächtige in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts. Unter den Verdächtigen ist auch ein Mann aus Sachsen-Anhalt. Ein Video, das dem MDR-Magazin "exakt" vorliegt, zeigt den Mann bei einem NPD-Trauermarsch am 17. Januar in Magdeburg. In einem weiteren Video ist der Verdächtige bei einem Fackelzug im November 2018 in Magdeburg zu sehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Februar 2020 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2020, 18:52 Uhr

16 Kommentare

Wow vor 6 Wochen

Ines, merken Sie eigentlich, wie viel Gewalt in Ihren Worten steckt und wie wenig Sie Inhalt? Gewalt, egal in welcher Form und durch wen ausgeübt, ist verwerflich. Das sollten auch Sie anerkennen.

Ines W. vor 6 Wochen

Für die Diskussion in diesem Forum ist der Unterschied völlig irrelevant!
Es geht darum, dass ein Rechtsextremist daran beteiligt war "Berechtigungsscheine" auszustellen, mit denen man legal Waffen und Munition kaufen kann und das somit eventuell Rechtsextremisten in den Besitz von Schusswaffen gelangt sind.

Sie können davon ausgehen, dass es diese Verbrechern bei der Begehung ihrer Verbrechen herzlich egal ist, dass sie ihre Waffenbesitzkarte nicht dazu berechtigt mit der Waffe im Hosenbund zu einem Opfer zu fahren und es zu ermorden.

Der Killer von Hanau hatte ja auch keinen Waffenschein sondern nur eine Waffenbesitzkarte. Es geht in der Diskussion also lediglich darum, dass jemand Zugriff auf Waffen hat oder nicht.

Ines W. vor 6 Wochen

Lassen sie ihre braunen Vorurteile doch einfach mal stecken!
Sicher haben sie einen Beleg dafür, dass 90% der Moscheen in unserem Land überwacht werden. (@MDR: Wie wäre es das mal nachzuprüfen bzw. den Beitrag ansonsten zu sperren)

Die Guten sind sicherlich keine Rechtsextremisten und deshalb frage ich mich, warum jemand eine Lanze für diese braunen Verbrecher bricht. Ihre Argumentation ist ungefähr so, als ob man Kindesmissbrauch nicht verfolgen und verurteilen darf, weil es ja auch noch Steuerdelikte gibt, die ihrer Meinung nach Priorität genießen sollten.

Ansonsten ersetzt die Benennung eines Feindbildes keine Argumentation! Selbst die AfD, die ja gerne bürgerlich und konservativ sein will, müsste doch angewidert vor Rechtsextremisten ausspucken und deren Verfolgung fordern. Also für mich ist JEDER Demokrat ein Feind von Rechtsextremisten und von daher muss ich sehr den Kopf schütteln, wenn sie behaupten, dass weder Liberale noch CDU etwas gegen solche Verbrecher haben.