Die schwedische Schülerin Greta Thunberg spricht bei der Klimademonstration 'Fridays for Future' während der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor.
Thunberg vor 20.000 Menschen in Berlin: "Ältere Generationen haben versagt." Bildrechte: dpa

"Fridays for Future" in Berlin Klima-Aktivistin Thunberg wirft älteren Generationen Versagen vor

Die schwedische Umwelt-Ikone Greta Thunberg hat auf der "Fridays for Future"-Demo in Berlin den älteren Generationen Versagen vorgeworfen. Zugleich rief die 16-Jährige vor 20.000 Zuhörern dazu auf, in Panik zu verfallen.

Die schwedische Schülerin Greta Thunberg spricht bei der Klimademonstration 'Fridays for Future' während der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor.
Thunberg vor 20.000 Menschen in Berlin: "Ältere Generationen haben versagt." Bildrechte: dpa

Mehr als 20.000 junge Menschen haben bei der wöchentlichen "Fridays for Future"-Demonstration in Berlin den Worten der 16-jährigen schwedischen Umweltschutz-Ikone Greta Thunberg gelauscht.

Rede vor Brandenburger Tor

In ihrer zweiminütigen Rede vor dem Brandenburger Tor kündigte Thunberg eine Ausweitung des Kampfes für mehr Klimaschutz an. "Wir wollen eine Zukunft, ist das zu viel verlangt? Das ist erst der Anfang vom Anfang." Den älteren Generationen warf die 16-Jährige dabei Versagen vor: Diese hätten es nicht geschafft, "die größte Krise der Menschheit zu meistern". Sie würden der besorgten jungen Generation nur den Kopf tätscheln und sagen, alles werde gut. "Dabei sollten wir in Panik verfallen", schimpfte Thunberg in ihrer zweiminütigen Rede auf Englisch. "Und mit Panik meine ich nicht, rumzurennen und zu schreien. Ich meine, unsere Komfortzonen zu verlassen."

Schulstreik seit 2018

Die Umweltaktivistin Greta Thunberg spricht auf der Demonstration 'Fridays for Future' am Brandenburger Tor in Berlin zu den Schülern.
Thunberg: "Wir sollten in Panik verfallen." Bildrechte: dpa

Thunberg hatte ihren Klimaprotest im September 2018 mit einem Schulstreik vor dem schwedischen Reichstag begonnen. Seither folgten weltweit immer mehr Schüler ihrem Beispiel, freitags statt in die Schule auf die Straße zu gehen. Auch in Deutschland erhält die Bewegung für eine bessere Klimapolitik immer mehr Zulauf.

Unterstützung aus der Politik

Außer in Berlin fanden an diesem Freitag auch in anderen deutschen Städten "Fridays for Future"-Demonstrationen statt. Auch immer mehr Erwachsene nehmen an den Veranstaltungen teil. Unterstützung für ihr Anliegen bekommen die Teilnehmer zunehmend auch aus Politik, Wissenschaft und Kirchen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die Schüler-Demonstrationen bereits vor zwei Wochen ausdrücklich begrüßt.

Goldene Kamera für Thunberg

Thunberg, die bereits in Hamburg mitdemonstriert hatte, bleibt bis Sonntag in Berlin. Am Samstag soll sie mit einer Goldenen Kamera geehrt werden. Der Sonderpreis Klimaschutz wird in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Am Sonntagabend ist Thunberg zu Gast in der ARD-Talkshow "Anne Will". Auch für den Friedensnobelpreis war die 16-Jährige schon vorgeschlagen worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. März 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. März 2019, 19:10 Uhr