Schweine schauen durch Gitterstäbe
Was bringt dem Tierwohl mehr - ein freiwilliges Tierwohllabel oder eine verpflichtende Angabe? Bildrechte: Colourbox.de

Widerstand aus dem Innenministerium Klöckners Tierwohllabel vor dem Aus

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner setzt mit ihrem Tierwohlkennzeichen auf Freiwilligkeit. Doch genügt das? Kritiker fordern gesetzlich verpflichtende Regelungen, dem schließt sich nun auch das Innenministerium an.

Schweine schauen durch Gitterstäbe
Was bringt dem Tierwohl mehr - ein freiwilliges Tierwohllabel oder eine verpflichtende Angabe? Bildrechte: Colourbox.de

Die Pläne von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zur Einführung eines Tierwohllabels auf freiwilliger Basis stehen offensichtlich vor dem Aus.

Wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet, stellt sich nach der SPD nun auch das CSU-geführte Innenministerium gegen Klöckners Pläne. Es fordert demnach eine verpflichtende statt einer freiwilligen Kennzeichnung.

Mehr Tierwohl durch Verpflichtung

Das Innenministerium merke zum Entwurf für ein Tierwohlkennzeichen an, dass "angesichts der inhaltlich nicht substanziellen Änderungen Bedenken gegen den Gesetzentwurf bestehen", zitierte die Zeitung aus der Stellungnahme zu Klöckners Plan, der sich gerade in der Ressortabstimmung befindet.

"Vorzugswürdig wäre eine verpflichtende staatliche Haltungs- und Herkunftskennzeichnung, wie sie auch von zahlreichen Beteiligten (Landwirte, Verarbeiter, Handel, Bundesländer) gefordert wurde", heißt es in der Stellungnahme weiter. Im Ergebnis würde das zu mehr Tierwohl führen und für eine bessere Rückverfolgbarkeit stehen.

Kritik von Tierschützern und SPD

Klöckner plant derzeit ein freiwilliges dreistufiges Tierwohlkennzeichen. Dieses würde Fleisch und Wurst auszeichnen, die aus einer besseren Produktion stammen, als die gesetzlichen Mindeststandards vorsehen. Das Label, das Verbrauchern Orientierung geben soll, gibt es zunächst nur für Schweinefleisch, später sollen auch weitere Tierarten hinzukommen.

An den Plänen gab es immer wieder Kritik, besonders von Tierschutzorganisationen, aber auch aus der Politik. So hatte erst kürzlich die SPD ein verpflichtendes Label gefordert und gewarnt, der vorliegende Entwurf von Klöckner bekäme absehbar keine Mehrheit in den Koalitionsfraktionen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Exakt | 10. Juli 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2019, 09:08 Uhr

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10 Kommentare

12.07.2019 18:38 Frank 10

Was ist denn der Weinkönigin so eingefallen? Gibt's jetzt Musik im Schweine- und Kuhstall? Bekommen die Enten und Gänse jetzt Ausgang? Brauchen Stuten keine schweren Reiter mehr tragen?

12.07.2019 18:08 Halligalli 9

@6 so reiht sich eine Fachkraft an die andere, Scheuer/ Dobrith, Klöckner, ja und Altmaier! Zieht sich wie ein roterFaden durch die ganze BR.

12.07.2019 16:57 Fragender Rentner 8

@Arthur zu 7

Wer wird wohl diese Politiker beraten und ob sie noch selber etwas entscheiden können?

Dafür haben wir die Lobbyisten mit am Tisch und die müssen schließlich die Richtung für die Unternehmen vertreten.

Wie soll der Bürger wissen was gut für ihn ist, wenn er/sie nicht das Kleingedruckte lesen wollen, weil es auch absichtlich sehr klein gehalten wird..

Da würden so manche Produkte liegen bleiben.

Es werden meist nur diese Sendungen nicht angeschaut die darüber berichten was und wie das alles hergestllt wird und dann noch als gesund angepriesen wird.

12.07.2019 16:07 Arthur 7

@ 6 ja leider wie die gesamte Regierung
aber die Gutmenschen sind von denen alle begeistert !

12.07.2019 15:21 Sachse43 6

Klöckner ist da die schlimmste Fehlbesetzung seit Künast.
Ja keinem Konzern auf die Füße treten, womöglich von denen noch kassieren.
Diese rieisigen Mastanlagen gehören rückgebaut, wann hört der asoziale Massenmord an Küken auf, wann der Millionenmord an Insekten und Vögeln durch Windräder? Wann wird das ekelhafte Schächten verboten?
Diese Frau bekommt gar nichts auf die Reihe!

12.07.2019 15:08 Fragender Rentner 5

Ist schon schlimm wenn es die Bürger nicht begreifen wollen was gut für sie ist was wir uns und die Lobby so ausdenken.

Warum soll sich die Ministerin nach anderen Staaten richten, wo es mit Sachen für die Bürger funktioniert ???

12.07.2019 12:49 Mustermann 4

Frau Klöckner - Sie sollten von Zeit zu Zeit dem Planeten Erde einen Besuch abstatten. Es sollte sich doch auch bis zu Ihnen herum gesprochen haben, dass das nur mit Druck, Druck und nochmals Druck hier in Deutschland geht. Jetzt frage ich mich so langsam - tun sie so oder sind sie so...Aber ich wünsche Ihnen einen einwöchigen Aufenthalt unter solchen Bedingungen wie diese Tiere es ertragen müssen. Vielleicht ändert das dann ihre Einstellung. Und so jemand ist Mitglied einer christlichen Partei...

12.07.2019 11:31 Michael Möller 3

das Problem sehe ich darin das unsere Politiker allen voran die Minister/in immer auf Freiwilligkeit setzten obwohl schon öfters bewiesen wurde das dann von den betroffenen Firmen niemand etwas tut oder nur minimal. anstatt endlich ihre Verantwortung war zunehmen und richtige Politik zu machen lassen sich unsere Politiker immer wieder von den Lobbyisten durch die Manage ziehen. was für unfähige Politiker/in haben wir und warum eigentlich. das einzige was die Politiker hinbekommen große Worte ohne Sinn und Verstand .

12.07.2019 11:19 Wachtmeister Dimpfelmoser 2

Der ausgeprägte Realitätssinn unserer Staats- und Parteiführung ist schon bemerkenswert. Vielleicht schlägt Olaf Scholz demnächst die freiwillige Steuererklärung vor? Und das Verkehrsministerium eine freiwillige Promillegrenze?

12.07.2019 09:37 Dh 1

Hier in Deutschland zählt das Wohl der eigenen Bevölkerung schon nichts. Umso schlimmer steht es um das Wohl um unserer Mitgeschöpfe, Tiere. Es zählt doch nur noch maximaler Gewinn, egal wie. Das ist meine persönliche Überzeugung und ich ordne mich nicht zum Linksgrünen Lager zugehörig . Leute mit einer politischen Ausrichtung wie ich, würden nicht mal zum Kirchentag eingeladen. Denn selbst die Kirche, mit Ihrer Heuchelei, nimmt gern Spenden von Profiteuren entgegen, die sich von ihrem schlechten Gewissen frei kaufen wollen, soweit sie überhaupt ein Gewissen haben. Widerwärtig ist auch das Herumgeeiere der Politik selbst, auf der einen Seite übelste Klientelpolitik, denn Bauern sind auch Wähler, meist der CDU zugewandt. Auf der anderen Seite muss man Menschen, die am Tier wohl interessiert sind, in den Glauben zu versetzen, etwas zu tun.