Marco Tullner
Tullner sagte, die Schülerproteste könnten auf den Nachmittag verlegt werden. Bildrechte: dpa

Tullner zu Klimaprotesten Sachsen-Anhalts Bildungsminister: Schulpflicht soll eingehalten werden

Am Freitagmittag wollen Tausende Jugendliche in Berlin für den Klimaschutz demonstrieren. Sachsen Anhalts Bildungsminister Marco Tullner erinnerte in dem Zusammenhang an die Schulpflicht. Zuspruch kam von anderer Seite.

Marco Tullner
Tullner sagte, die Schülerproteste könnten auf den Nachmittag verlegt werden. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner hat angesichts der geplanten Schülerproteste am Freitagmittag in Berlin an die Schulpflicht erinnert. Der CDU-Politiker sagte MDR AKTUELL, Demonstrations- und andere Bekundungen könnten auf den Nachmittag verlegt werden.

Niemand werde verhaftet, weil er sich vom Schulgelände zu einer Demonstration begebe, sagte Tullner. Dennoch sei dies eine Ordnungswidrigkeit. Der Bildungsminister appellierte an Schüler, Eltern und Schulen, sensibel mit dem Thema umzugehen.

Schüler wollen in Berlin protestieren

Am Freitag wollen Tausende Schüler aus ganz Deutschland in Berlin für einen schnellen Ausstieg aus der Kohle und mehr Klimaschutz demonstrieren. Die Bewegung namens "Fridays For Future" (Freitage für die Zukunft) rief dazu auf, um 12 Uhr vor dem Wirtschaftsministerium zu protestieren. Dort tagt zur selben Zeit die Kohlekommission, die unter anderem ein konkretes Datum für den Ausstieg aus der Braunkohle vorschlagen soll.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zeigte unterdessen Verständnis für die streikenden Schüler. "Ich werde mit den Beteiligten reden und auf sie zugehen", sagte Altmaier dem "Spiegel" am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Er freue sich immer, "wenn gerade junge Menschen vom Demonstrationsrecht Gebrauch machen". Ob sie das während der Schulzeit tun müssten, sollten sie mit ihren Lehrern klären.

In den vergangen Woche war es bereits deutschlandweit zu Klimaprotesten von Schülern bekommen, an denen sich mehrere Tausend Kinder und Jugendliche beteiligt hatten. Die Bewegung geht auf die junge schwedische Aktivistin Greta Thunberg zurück. Die 16-Jährige geht seit etwa einem halben Jahr jeden Freitag nicht in die Schule, sondern demonstriert vor dem schwedischen Parlament in Stockholm für Klimaschutz.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Januar 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2019, 09:43 Uhr

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24 Kommentare

26.01.2019 20:33 Ideologien 24

Atze) Glauben Sie ernsthaft, dass die Kinder so sind wie von Ihnen dargestellt. Haben Sie Ihre Kindheit vergessen. Von bestimmten Kreisen werden die Kinder so indoktriniert, bis es zu derartigen Veranstaltungen kommt. Es geht einzig und allein um die Erregung von Aufmerksamkeit für die, die der neuen Religion "Klima" anhängen und dazu Kinder aus meiner Sicht missbrauchen.

25.01.2019 16:04 Atze 23

Statt froh zu sein, dass sich noch Kinder am gesellschaftlichen Leben interessieren, sich einsetzen und damit zeigen, dass ihnen nicht egal ist, wie wir alle mit unserer Umwelt umgehen, wird fast nur gemosert.
Nach mir die Sintflut....nein. Die Kinder wollen aufmerksam machen und ich denke, das ist ein guter Anfang. Natürliche benutzen die Kinder die Smartphones usw., aber das Engagement werte ich hoch ein. Erwachsene sollten sie bestärken. Wenn wir
verdrossen unseren neueren Diesel verscherbeln müssen, mein Gott, da sind doch bestimmte Leute dran schuld. Die Eltern sollten sich bei der nächsten Demo an die Seite der Jugendlichen stellen. Wenn ich nicht noch eine Generation höher angelegt wäre...puh....gehe ich vielleicht doch mal mit. MfG

25.01.2019 15:42 Ideologien 22

Ich erinnere mich, wie ich in der ex-DDR indoktriniert wurde, als Schüler in die Jungen Pioniere einzutreten. Meine Eltern waren strikt dagegen. Heute weiß ich bestens weshalb. Dennoch trat ich in der 8. Klasse heimlich ein, Zustimmung der Eltern war nicht erforderlich.
Die Schüler, die demonstrieren wissen von der Welt vermutlich wenig. Sie jagen in meinen Augen einer Art neuer Religion, die gerade aktuell ist und für gute Stimmung sorgt, hinterher. Und Ideologien sind immer gefährlich. Die Schüler werden leider ihren Irrtum erst bemerken, wenn Sie auf eigenen Füßen stehen und mit Problemen wie Arbeitsplätzen konfrontiert werden, die aus der heutigen Klimahysterie herrühren.
In der Schule lernte ich, dass es früher die Eiszeit gab. Also hat sich das Klima kontinuierlich erwärmt. Und das Klima wird sich auch in Zukunft ohne Rücksicht auf die Ideologen, die alles besser wissen als es ist, um ihren gut bezahJten Job zu behalten, verändern. Schlimm genug, Schüler dafür zu missbrauchen.

25.01.2019 15:29 whocares_ 21

Die, die sich hier am liebsten als Möchtegern-Gelbwesten sehen würden, echauffieren sich über *schwänzende* Schüler, die zumindest zum Teil bewusst für die Umwelt auf die Straße gehen und ebenso ein demokratisch verbrieftes Demonstrationsrecht in Anspruch nehmen...
Eine Demo soll aufmerksam machen. Bringt abends nach 18 Uhr vor wenig (außer, dass die gleichen Meckerer in ihrem SUV an der Heimfahrt in den Feierabend behindert werden).
Das sind ebenso die gleichen, die Streiks nur gut finden, wenn es die nicht tangiert, aber mosern, dass andere Berufsgruppen mehr als sie selbst verdienen...
*Kopfschüttel*

25.01.2019 15:24 Dorfbewohner 20

“Am Freitagmittag wollen Tausende Jugendliche in Berlin für den Klimaschutz demonstrieren...” ist zu lesen und ich finde es gut, dass die Jugend sich endlich auch mal zu Wort meldet.
Allerdings sollte sie auch mal nachfragen, was sie generell für ein Erbe von ihren Vorfahren zu erwarten hat!

Keineswegs jedoch sollte sie besonders lauten Marktschreiern hinterherlaufen, für die eine technische Machbarkeit zweitrangig ist. Auch was die Kohleverstromung betrifft sollten sich die Jugendlichen auch mal mit ihrer Eltern konsultieren, ob die überhaupt dann noch Strom im gekannten Umfang ordern können und auch woher die dann saubere Umwelt generell kommen soll, wenn alle ringsherum noch fleißig fossil verbrennen und die Atome in den Reaktoren rotieren lassen müssen.

25.01.2019 15:11 Maria A. 19

Ach ja, der Trend, von Deutschland aus die Welt zu retten, findet gerade bei der Jugend reißenden Zuspruch. Zuerst bei den Studenten, jetzt bei den Schülern. Oder heißt es nicht mehr "Schüler", sondern neuerdings "Lernende"? Aber wenn die vorrangig für Klima und Umwelt unterwegs sind, lernen die ja immer weniger. Was wiederum schlechte Bewertungen von PISA mit sich bringen wird. Somit haben wir alle letztendlich nicht viel davon, oder?
Man könnte befürchten, das Resultat bringt, wie leider all zu oft, der Spruch auf den Punkt: "Über Spanien lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt"...

25.01.2019 14:37 Ureinwohner 18

Am Freitagmittag wollen Tausende Jugendliche in Berlin für den Klimaschutz demonstrieren.Sicherlich ganz spontan. Man kann sich nicht vorstellen ,dass irgendwer dazu aufgerufen hätte.

25.01.2019 14:20 Historiker 17

Ein deutliches Signal der Kinder wäre das kategorische "Nein" zum Hinbringen und Abholen mit dem Auto. Schritt 2 könnte der Verzicht auf Klassenfahrten mit dem Bus nach Spanien oder Italien sein. Selbstverständlich sollten auch Flugreisen mit den Eltern gestrichen werden. Das Wandern durch die nähere Heimat könnte auch die dürftigen Geographiekenntnisse verbessern und der regionalen Wirtschaft helfen (Gastronomie, Jugendherbergen).

25.01.2019 14:05 Morchelchen 16

Sicher werden die Kinder mit enormer Begeisterung dabei sein. Erstens kann man denen viel erzählen, zweitens freuen sie sich, wenn anstatt dem Pauken "Freilauf" angesagt ist.
Erst kürzlich habe ich Eltern im Fernsehen reden hören, die sich beschwerten, dass heutzutage zu viel Unterricht ausfallen würde und sie sich Sorgen um die Bildung ihrer Sprösslinge machen würden. Mir kommt deshalb sofort der Gedanke auf, dass irgendwie was nicht mehr zusammen passt; aber sicherlich nicht nur mir...

25.01.2019 13:40 winfried zu (3)DasletzteAbendmahl 15

Das mit dem aus offiziellem Grund die Schule schwänzen, kenne ich auch,
allerdings in abgewandelter Form.
Damals, lang lang ist's her, (er)fand ich oft eine Gelegenheit als Freundschaftsratsvorsitzender eine "Versammlung", just zu russisch-Klassenarbeiten einzuberufen ... und abzuhalten.
Dies empfand ich zu damaliger Zeit als systemkonformes Verhalten bei Ausnutzung systemischer Möglichkeiten.