Studie Mehr als die Hälfte der Pflegeheime hat unbesetzte Stellen

In Deutschland wächst der Bedarf an Pflegeheimen. Doch die Betreiber haben zu wenig Mitarbeiter. Immer häufiger verhängen die Einrichtungen einen zeitweiligen Belegungsstopp.

Mehr als die Hälfte aller Pflegeeinrichtungen haben unbesetzte Stellen. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der Evangelischen Bank hervor. Danach haben 60 Prozent offene Stellen für Fachkräfte. Im Schnitt sind dabei sechs Stellen pro Einrichtung unbesetzt. In den vergangenen drei Monaten musste demnach gut jede fünfte Pflegeeinrichtung wegen des Fachkräftemangels einen temporären Belegungsstopp verordnen.

Heimen fehlt Geld für höheren Lohn

46 Prozent der befragten Heime versuchten, mit höherer Bezahlung Personal zu gewinnen. Vielen fehle es aber an Finanzmitteln dafür, erklärte das Vorstandsmitglied der Evangelischen Bank, Christian Ferchland. Hier seien politische Entscheidungen gefragt.

Bei Stellen-Engpässen greifen den Umfrageergebnissen zufolge knapp 40 Prozent der Betreiber auf Leiharbeiter zurück. Pflegekräfte aus dem Ausland, vor allem aus Osteuropa, gehören in mehr als 70 Prozent der Heime fest zur Belegschaft.

Für die Erhebung wurden rund 300 Geschäftsführer und Verwaltungsleiter befragt, die zusammen mindestens 1.250 der bundesweit rund 15.000 stationären Heime vertreten.

Bundesweit 38.000 Stellen unbesetzt

Deutschlandweit sind 38.000 Stellen in der Alten- und Krankenpflege unbesetzt. Die Bundesregierung will bis 2023 die Zahl der Auszubildenden um zehn Prozent erhöhen. Zudem sollen Pflege-Anbieter zu mehr Tarifbindung gedrängt werden. Laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil arbeiten nur 22 Prozent der Beschäftigten in Firmen mit Tarifverträgen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Februar 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2019, 13:42 Uhr

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7 Kommentare

11.02.2019 17:57 Arbeitende Rentnerin 7

Genügend Geld wäre da, wenn..die Antwort kennt man, will sie nur nicht wissen

11.02.2019 15:53 Willy 6

die Pflegekräfte erhalten für einemal Hintern abwischen genügend Lohn ........dazu noch mit ihrer Stoppuhr beim betreten der Wohnung, und die Pflege läßt zum großen Teil zu wünschen übrig, ich weiß von was ich schreibe.

10.02.2019 20:22 der Uwe 5

Was läuft hier falsch?Zum Einen ist ein Platz im Pflegeheim für die Betroffenen (und Angehörigen) - sofern sie "Normalverdiener" waren/sind, kaum finanziell möglich , zum Anderen soll dieser Beitrag nicht mal ausreichen, das Personal ausreichend zu entlohnen. Wer wäscht sich in dieser Sache "ordentlich" die Hände mit drin? Die Antwort dürfte wohl analog sein, warum sich der Maler kaum noch einen Klempner und der Maurer kaum noch einen Elektriker leisten kann. So schön es erstmal klingen mag: aber ein Mindestlohn bekämpft das eigentliche Problem nicht, am Ende hat nur der Fiskus etwas davon, weil es von ALLEN Seiten mehr Steuern gibt, die aber, wie wir wissen , lieber anderweitig verschleudert werden..
Mehr Netto vom Brutto wäre die ehrlichere Lösung, dann gnadenlos aussortieren, wer in der Pflege- Finanzkette nichts zu suchen hat, - dann kann die Pflegekraft am Ende auch von ihrem Einkommen leben, - OHNE einen bundesweiten Mindestlohn, der nur fürs FA gut ist..

10.02.2019 19:05 konstanze 4

Es gibt in diesem Land viel zu viele Laberjobs, Laberstudiengänge, Laberberaterverträge ... .
Die Leute, die dort "gebunden" sind, fehlen an anderer Stelle. Macher werden gebraucht. Diese Macher sollten endlich auch besser bezahlt und gesellschaftlich mehr geachtet werden.

10.02.2019 16:52 Bingo 3

Warum sind Stellen unbesetzt ?? Es liegt an der Bezahlung. Würde die Bezahlung allerdings erhöht, steigen die Kosten für Heimbewohner, die jetzt im Schnitt schon bei rund 1800 Euro liegen. Deutschlands Regierung, müßte sich mal Gedanken machen,anstatt immer die Welt im Alleingang zu retten. Im Land stinkt es gewaltig, was nicht am Diesel oder der Braunkohle liegt.Und das ist nur eine "Baustelle"...

10.02.2019 16:51 Fragender Rentner 2

Wenn man weniger Profit herausschlagen würde, dann wäre auch mehr Geld für die Würde der Betroffenen übrig.

10.02.2019 14:25 Willy 1

blos in diesem sehr feinen Staat nicht alt werden oder krank sein, ist angesagt es kann einem Himmelangst werden, gut das ich die Kraft hatte meine Frau bis Ende zu pflegen zu Hause, ich frage mich was macht der Spahn eigentlich so den ganzen Tag, sich freuen auf dem Feierabend mit seiner Frau................. wie kann man nur so eine 0 nehmen statt einen Professor / Arzt in so einem Posten wir werden uns noch mehr freuen können über diesen
nichtsbringenden He..........i