CO2-Aufschlag Umweltbundesamt für höhere Spritsteuern

Das Verbrennen von Heizöl und Diesel setzt Kohlendioxid frei und belastet das Klima. Deshalb soll CO2-Ausstoß Geld kosten. Behördenchefin Krautzberger schlägt einen Steueraufschlag auf Minieralölprodukte und Erdgas vor.

Tanken
Tanken soll teurer werden, weil der CO2-Ausstoß das Klima belastet. Bildrechte: Colourbox.de

Das Umweltbundesamt fordert höhere Steuern auf Heizöl, Erdgas und Diesel. Präsidentin Maria Krautzberger sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Besteuerung solle sich nach dem CO2-Ausstoß richten. Es sei wichtig, dem Kohlendioxid schnell einen Preis zu geben.

EEG-Umlage senken

Die Einnahmen sollten an die Bürger zurückgegeben werden, sagte Krautzberger weiter. Das könne etwa durch eine Absenkung der Ökostromumlage oder auf anderen Wegen geschehen. Durch eine Senkung der EEG-Umlage werde die Elektromobilität konkurrenzfähiger.

Krautzberger schlug zudem finanzielle Hilfen für einkommensschwache Haushalte vor. Auch diese Familien sollten die Möglichkeit haben, klimaschonend zu wohnen und mobil zu sein. Deshalb sollten sie beim Kauf energiesparender Kühlschränke oder Waschmaschinen unterstützt werden.

Was kostet CO2?

Andere Wege, dem CO2-Ausstoß einen Preis zu geben, hält das Umweltbundesamt für zu langwierig. Die Behörde sieht keine politische Mehrheit für den Ausbau des europäischen Emissionshandels. Das ist der Weg, den einige Unionspolitiker einschlagen wollen. Sie lehnen eine nationale CO2-Steuer ab.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Juni 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Juni 2019, 08:38 Uhr

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98 Kommentare

02.07.2019 10:38 Bernd L. 98

goffmann 96:
Wer immer noch nicht gesehen hat, dass die Klimahysterie nur dem Eintreiben neuer Mittel dient, dem ist schwer zu helfen. Die großen CO2 Verursacher der Welt machen de facto kaum etwas, viele neue Kraftwerke (Atom, Kohle) entstehen weltweit in fast allen Ländern- Deutschland kann und wird nichts zur "Klimarettung" (was immer das sein mag) beitragen. Aber die Steuer wird bleiben, die zerstörte Wirtschaft wird schwer zu reparieren sein, die Grundlagen des Wohlstands der grünen Ideologie geopfert. Wir sollten bei allen notwendigen Veränderungen unserer Energiepolitik immer unsere ökonomische Leistungsfähigkeit erhalten- nur so können wir kommenden Klimaveränderungen begegnen.

02.07.2019 10:30 der_Silvio 97

@96 goffman; "Aber: selbst eine Erhöhung der Steuerlast wäre besser als Ignoranz - wenn sie denn auch zu einer Erreichung der Klimaziele führt."
Das Problem dabei ist nur, daß diejenigen, die hier als einkommensschwache Haushalte bezeichnet werden, die Hauptlast zu tragen haben. Ich kann mir kein neues Auto leisten und bin auf unseren T4 angewiesen (6-Personen-Haushalt).
Nur irgendwann KANN man nicht mehr bezahlen, was dann? Man bleibt auf der Strecke! Ich finde es schizophren, wenn neue Autos gebaut werden, mit 3-6l Hubraum, aber die Steuern geringer sind als ein bei einem 2,5l Diesel (400€ jährl.) und die Besitzer die Steuern aus iher 'Portokasse' zahlen - das juckt die nicht einmal!
Man hätte schon vor viele Jahren damit anfangen sollen bzw. z.B. die Ökosteuer für das nehmen sollen worauf der Name hinweist. Stattdessen werden Steuern zweckentfremdet und automatische Diätenerhöhungen beschlossen.

02.07.2019 00:05 goffman 96

@ der_Silvio 95: Sie können gerne einen besseren Vorschlag machen, wie Deutschland seinen Beitrag zum Klimaschutz erreichen kann. Fakt ist, wenn die Staatengemeinschaft untätig bleibt und weiter CO² aus fossilen Quellen freisetzt, wird es richtig teuer. Fakt ist, da haben Sie recht, die Steuerquote ist seit 2010 gestiegen. Beides müsste nicht so sein, aber ich teile Ihre Sorge. Deshalb spreche ich mich für eine Lösung über die Mehrwertsteuer aus.
Aber: selbst eine Erhöhung der Steuerlast wäre besser als Ignoranz - wenn sie denn auch zu einer Erreichung der Klimaziele führt.

01.07.2019 19:53 der_Silvio 95

@94 goffman; "in dem Maße, das die Steuereinnahmen insgesamt gleich bleiben."
Begreifen Sie es endlich; es geht nicht darum, CO2 zu senken, sondern darum, noch mehr Geld vom Bürger zu bekommen, schließlich wollen die Diätenerhöhungen auch zukünftig bezahlt sein.

01.07.2019 18:58 goffman 94

Eigentlich geht es auch einfacher: Mehrwertsteuer anpassen. Drastisch erhöhen für alles, was CO² aus fossilen Energieträgern freisetzt (Erdöl, Erdgas, Kohle, Benzin, Kerosin, Diesel etc.), ebenso wie für Plastik und Atomstrom und dann die Mehrwertsteuer für alles andere senken - in dem Maße, das die Steuereinnahmen insgesamt gleich bleiben. Das ließe sich dann auch jedes Jahr leicht ausrechnen und nachjustieren, ob die Erhöhung durch die Senkung ausgeglichen wird und die Steuerbelastung für den Bürger insgesamt gleich bleiben.

Klimaschutz hat höchste Priorität.

Wer hier von einer "Klimalüge" spricht, ist entweder krass desinformiert oder ignorant.

01.07.2019 16:30 Dieter 93

'"klimaschonend" ist für mich ein guter Kandidat für das Unwort des Jahres. Nirgend wie derzeit soviel gelogen wie in dieser Sache. Es geht im Kern doch nur um eine neue gewaltige Geldquelle.

01.07.2019 15:36 Carolus Nappus 92

@83: Auch die 2-3% lassen sich dauerhaft vermeiden. Einfach auf die Einspeisung verzichten und komplett selbst verbrauchen. Keine Kappung, keine Umsatzsteuer, keine EEG-Umlage.
Ansonsten bekommen sie eben vollkommen unabhängig von Marktnachfrage und -preis ihre 12,3 Cent.

@76: Solange die versicherungsfremden Leistungen höher als der "Zuschuss" des Steuerzahlers in diese Kasse ist, ist das nicht mal eine Milchmädchenrechnung, sondern bestenfalls der Versuch die Leute für dumm zu verkaufen.

01.07.2019 15:12 sh 91

@88Chisbob, unter aufkommensneutral würde ich verstehen, das Alle, Arbeitnehmer wie Beamte in die Rentenkasse einzahlen und nicht nur die Autofahrer. Ist zwar jetzt teilweise ein anderes Thema, zeigt aber deutlich, dass die angeblich benötigten Gelder für die Ökologie eben nur zum Auffüllen von Finanzlöchern benutzt werden und die sollten in den nächsten Jahren größer werden. Und es zeigt erneut, dass wir unter rot/grüner Flagge in Sachen Wirtschaft keine Kompetenz zu erwarten haben.

01.07.2019 15:02 Manni 90

Schönes Thema.

Ich persönlich halte 1.000 € pro Liter für durchaus angemassen. Dann lohnt sich die Anschaffung eines Pferedfuhrwerkes wieder.

01.07.2019 13:36 don 89

Ist das nicht exakt das gleiche Geseier, wie es es die Grünen gerade abgelassen haben? Haben wir noch eine "Groko" oder ist jetzt alles auf den "grünen Zug" des Klimaterrors aufgesprungen?
Die Stromsteuer müsste massivst gesenkt werden, um die Mehrkosten zu decken, welche z.B. Pendler haben. Wie will man das so regeln, dass es jeweils 0 ist? Es werden alle Preise steigen, vom Ökobauern bis hin zum Kinobesuch, weil alle Heizöl oder Erdgas verbrauchen. Das klappt nie im Leben. Verlierer sind z.b. Singles, die weit zur Arbeit fahren müssen und zu Hause wenig Strom und Heizöl verbrauchen. Es sollten erst einmal alle Voraussetzungen für einen "klimaschonenden Alltag" geschaffen werden, bevor man wieder die Steuerkeule rausholt. Es gibt z.B. kein "klimafreundliches Heizmaterial" und die Elektroautos sind nicht spruchreif und die Windkraft..... Und ach ja, nebenbei noch Co2 als Kilmatreiber per Experment beweisen, wäre auch noch ganz nett ;)