Eine blauen Plakette mit 'Euro 6' klebt auf einer Autoscheibe.
Eine hellblaue Plakette für 'Euro 6' könnte zukünftig für die Umweltzone Mainz reichen. München hingegen würde wohl eher die dunkelblaue Plakette mit "Euro 6d" verlangen. Bildrechte: dpa

Umweltbundesamt-Vorschläge Diesel-Plaketten in hell- und dunkelblau

Nach dem Diesel-Urteil folgt die Frage: Mit welcher Plakette erhalten betroffene Autofahrer zukünftig Zutritt in die Umweltzonen? Das Umweltbundesamt schlägt eine gestaffelte Lösung vor - in zwei Blautönen. Der künftige Bundesverkehrsminister Scheuer bleibt der CSU-Linie treu und lehnt eine blaue Plakette grundsätzlich ab.

Eine blauen Plakette mit 'Euro 6' klebt auf einer Autoscheibe.
Eine hellblaue Plakette für 'Euro 6' könnte zukünftig für die Umweltzone Mainz reichen. München hingegen würde wohl eher die dunkelblaue Plakette mit "Euro 6d" verlangen. Bildrechte: dpa

Hellblau oder dunkelblau? In der Debatte um die blaue Plakette hat das Umweltbundesamt eine gestaffelte Lösung für Fahrverbote in Städten vorgeschlagen. Der Bund müsse zwei verschiedene Plaketten einführen, sagte Behördenchefin Maria Krautzberger der "Süddeutschen Zeitung". Damit hätten die Städte eine Möglichkeit, auf ihre jeweilige lokale Belastung zu reagieren.

Plaketten berechtigen zur Einfahrt in Umweltzone

Das Wort Diesel steht in Kempten (Bayern) an der Innenseite des Tankdeckels eines Dieselautos.
Welcher Diesel bekommt welche Plakette? Und reicht die aus, um in die Umweltzone fahren zu dürfen? Nach dem Diesel-Urteil sind noch viele Fragen ungeklärt. Bildrechte: dpa

Nachgerüstete Euro-5-Diesel und bereits zugelassene Autos der Euro-6-Norm könnten demnach eine hellblaue Plakette bekommen. Diesel mit den neuen Abgasstufen Euro 6d-TEMP oder Euro 6d, die deutlich weniger Stickoxid ausstoßen, könnten hingegen eine dunkelblaue Plakette erhalten. Die jeweiligen Plaketten würden dann, je nach Vorgabe, zur Einfahrt in die Umweltzone berechtigen.

"Schon mit der hellblauen Plakette könnten dann viele Kommunen 2020 die Grenzwerte einhalten", sagte Krautzberger. "Die dunkelblaue würde später eingeführt und wäre insbesondere in hoch belasteten Städten nötig."

Fahrzeug-Nachrüstung soll Autoindustrie zahlen

Nach Auffassung Krautzbergers müssten Städte wie München eine dunkelblaue Plakette für die Einfahrt in die Umweltzone verlangen. Für Städte wie Mainz, in denen der Grenzwert nicht so arg überschritten werde, könne eine hellblaue Plakette reichen, sagte sie. Die Fahrzeug-Nachrüstung, die für die Erteilung einer hellblauen Plakette nötig wäre, müsse "natürlich die Autoindustrie" zahlen, sagte Krautzberger.

Die Behördenchefin reagiert damit auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vorige Woche. Die Richter hatten Fahrverbote für zulässig erklärt, um damit die Stickstoffdioxid-Belastung zu vermindern. Allerdings leiden die betroffenen Städte unterschiedlich stark unter dem Reizgas.

Scheuer gegen blaue Plakette

Der künftige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sprach sich grundsätzlich gegen die blaue Plakette aus. Der CSU-Politiker sagte, die blaue Plakette sei fachlich begründet falsch und habe Fahrverbote zur Folge. Genau das müsse vermieden werden. Scheuer appellierte, die Debatte müsse versachlicht werden. Zwar hätten die Menschen einen Anspruch auf saubere Luft. Doch müsse man auch etwas gegen die "Quasi-Enteignung" von Dieselfahrern tun. Scheuer kündigte an, Kommunen und Autobauer an einen Tisch zu holen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 06. März 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2018, 14:35 Uhr

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32 Kommentare

08.03.2018 11:48 Eulenspiegel 32

Hallo Bernd L. 31
Hier geht es zu aller erst um die Schadstoffkonzentration in der Ballungszentren. Da brennt es wirklich auf den Mängeln. Darum ist es für die Luftqualität dort auf jeden Fall besser wenn dort mehr Elektroautos fahren siebst dann wenn der Strom zum trösten Teil aus Kohlekraftwerken kommt. Aber da wir mitten in der Energiewende sind muss man sagen das z.Z. der Strom noch zu einem großen Teil aus Kohlekraftwerken kommt. Ja für diese Batterien werden giftige Metalle benötigt. Die können aber sehr gut recycelt werden also für neue Batterie wiederverwendet werden. Und giftige Abgase geben dies Batterien auch nicht ab. Als Alternative zum Elektroauto gäbe es dann noch die Wasserstoff-Brennstoffzelle oder der Methan, Biogas oder Erdgas, betriebene Verbrennungsmotor.

07.03.2018 16:58 Bernd L. 31

Gragender Rentner:
"Diesel ist nicht gut für unsere Gesundheit !!!
Die das Gegenteil behaupten sollen mal die Luft ständig hinter so einem Auto einatmen."

Dieseltechnologie ist derzeit die umweltfreundlichste Technologie- E-Autos sind insgesamt umweltschädlicher, weil der Strom überwiegend aus fossilen Brennstoffen (mehr Co2) kommt und weil - einfach ausgedrückt-Batterien giftige Metalle brauchen. Auf Twitter war eine treffende Karikatur, wo ein chinesischer Junge giftige Metalle abbauen musste, damit die Grünen saubere Luft in unseren Städten bejubeln können.

07.03.2018 04:03 Hans 30

Blaue Plaketten machen keine saubere Luft, sie kosten dem Autofahrer nur zusätzlich Geld. Und darum geht es doch eigentlich nur.

06.03.2018 19:51 Wo geht es hin? 29

@optinator - Zitat von Ihnen: "Fähigkeitsplaketten für die Politiker, welche diese dann öffentlich tragen." Zitat Ende. Das müsste dann farblos sein....?

06.03.2018 19:49 Markus 28

Es gibt schon rote, gelbe und grüne Plaketten. Die reichen völlig aus. Ich schlage vor, so ähnliche Plaketten für Politiker einzuführen. Die müssen auch gründlich geprüft werden, so etwa wie PKW. Hauptteil der Untersuchung für Politiker sollte Idiotentest werden, nach dem Vorbild von Test für Verkehrssünder. Politiker darf werden nur wer beweisen kann, er ist kein Idiot.

06.03.2018 17:01 optinator 27

Fähigkeitsplaketten für die Politiker, welche diese dann öffentlich tragen.

06.03.2018 16:42 klarimkopf 26

Sinnvolles tun, aber die Grenzwertdiskussion ist Schwachsinn
Jeder der will kann es nachlesen, wie lächerlich gering der Anteil der PKW an den Gesamt NO2 Belastungen ist. Allen Autoverkehr schrittweise raus aus den Kernzonen der großen Großstädte macht Sinn. Sonst können die längst viel zu stark gewucherten Megacitys nicht mehr funktionieren. Japan zeigt wie das geht. Die aktuelle Dieseldiskussion aber ist Schwachsinn. Ausgelöst von Grenzwert-Eurokraten, die sich fern der Realität austoben. Und angeheizt von der geldgierigen Lobby der E-Automobilität (Toyota) und deren bezahlten Abmahnvereinen wie die DUH. Hier soll es dem Bürger ans Geld gehen, in dem er schnellstmöglich zu teuren E-Autos gezwungen wird. Die gleiche Masche wie beim teuren Ökostrom. Und als Nebeneffekt wird die Öffentlichkeit auch noch von anderen, eigentlich wichtigeren Themen in der politischen Diskussion abgelenkt. Mal sehen welche Sau demnächst noch durchs Dorf getrieben wird.

06.03.2018 16:36 Fragender Rentner 25

Wie wäre es wenn die neue Plakette Schitscheringrün wäre? :-)))

Sollen lieber auch nicht so große Motoren bauen und immer mit der sogenannten "Flotte" rechnen !!!

Mit der "Flotte" werden wir doch auch nur veralbert! :-(

So können sie weiterhin Dreckschleudern im großen Umfang produzieren! :-(

06.03.2018 16:05 Merkelmussweg 2.0 24

Wer kontrolliert keine, Grenzen , bricht Gesetze - und wer muss darum jetzt die zeche Zahlen ?

Der Bürger mit seinen Steuergeld !!!!

Wer kontrolliert die Verbräuche und Abgasergebnisse nicht vorher, erst als die Sache aufflog und wer muss jetzt die Zeche zahlen außer Käufer in den USA ???

Ja auch wieder der Bürger , am liebsten natürlich wenn er seinen alten in Zahlung gibt u. gleich einen Neuen kauft !!! Immer der dumme deutsche Bürger

Ja wie immer , unsere scheinheiligen Etablierten , allen voran Merkel mit ihren Hofnarren von der SPD!!!

Warum wählt der dumme deutsche Bürger eigentlich ohne Veranlassung diese verlogene Bande , die sich jetzt wieder mal ganz dummstellt ????

06.03.2018 15:31 Fragender Rentner 23

Diesel ist nicht gut für unsere Gesundheit !!!

Die das Gegenteil behaupten sollen mal die Luft ständig hinter so einem Auto einatmen.

Könnten auch die Schiffe sein, die das Schweröl verbrennen !!! :-(((