Zu viele Emissionen Umwelthilfe fordert Filter-Pflicht für Kaminöfen

Kamine und Kaminöfen sind bei vielen Deutschen beliebt. Rund elf Millionen von ihnen soll es bundesweit geben. Aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie zu viel Feinstaub aus. Um das zu ändern, bringt der Verein eine Partikelfilter-Pflicht für die Kaminöfen ins Gespräch.

Mann legt Kaminbrikett in einen Kaminofen.
Die meisten Kamine sind aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe Dreckschleudern. Bildrechte: imago/Rainer Weisflog

Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine Filter-Pflicht für Kaminöfen. Der zuständige DUH-Experte Patrick Huth sagte der Zeitung "Welt am Sonntag", bei Neugeräten sollten Partikelfilter standardmäßig eingebaut werden. Bei älteren Kaminöfen sollte es die Pflicht geben, die Geräte entsprechend nachzurüsten. Das sollte so bald wie möglich der Fall sein.

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe sind rund 90 Prozent der Partikel, die bei der Holzverbrennung entstehen, kleiner als ein Mikrometer. Diese drängen besonders tief in Lunge und Blutkreislauf ein. Hinzu kämen größere Rußteilchen und die seien nach CO2 der zweitgrößte Verursacher des Treibhauseffekts.

Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass bei Diesel-Pkw ein Partikelfilter vorgeschrieben ist, bei Öfen aber nicht.

Patrick Huth, Deutsche Umwelthilfe

Millionen Kamine in deutschen Haushalten

Wie die "Welt am Sonntag" schreibt, gibt es in deutschen Haushalten mehr als elf Millionen sogenannte Einzelraumfeuerstätten. Vier bis fünf Millionen von ihnen erfüllten nicht die aktuellen Anforderungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Sie verbreiteten ungefilterte und teils unverbrannte Rauchschwaden mit Ruß, Feinstaub und krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen.

Die anderen rund sechs Millionen Geräte erzeugen der Zeitung zufolge etwas weniger Emissionen, hätten aber auch keinen Partikelfilter.

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz aus dem Jahr 2010 besagt, dass "Einzelraumfeuerunganlagen" die geltenden Emissionsgrenzwerte für Staub und Kohlenstoffmonoxid einhalten sollen. Für zum damaligen Zeitpunkt bereits bestehende Geräte wurde eine Frist festgelegt, bis zu der die Geräte nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden sollten. Für "Einzelraumfeuerungsanlagen" aus den Jahren 1985 bis 1994 ist das bis Ende 2020 der Fall. Für Anlagen ab dem Jahr 1995 läuft die Frist bis Ende 2024.

Grüne: Es gibt schon einen Zeitplan

Die Grünen sehen derzeit keinen Handlungsbedarf bei den Kaminöfen und verweisen auf die gesetzliche Regelung. Die umweltpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Bettina Hoffmann, sagte der "Welt am Sonntag", das Immissionsschutzrecht gebe bereits einen Zeitplan für Austausch und Nachrüstung alter Öfen vor.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Dezember 2019 | 08:30 Uhr

80 Kommentare

MDR-Team vor 42 Wochen

Lieber Mikro, laut einer weit angelegten Untersuchung sind über 99 Prozent der Wissenschaftler davon überzeugt, dass die Klimaerwärmung menschengemacht ist.
Mehr Infos dazu: https://www.mdr.de/wissen/klimazweifel-100.html
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion

Rotti vor 42 Wochen

Mit dem Ausspielen bin ich bei Ihnen. Aber, was die Wissenschaft anbelangt, anderer Meinung.
Vor dreißig Jahren warnten Wissenschaftler und Medien vor dem Mangel an CO2. Da wurde von einer neuen Eiszeit gesprochen. Was ist denn, wenn die nun recht haben? Und da werden funktionierende Holzöfen wichtiger denje sein. Wenn Windkraft einfriert, Solar vereist und die preiswert gebauten Überlandleitungen reißen.

Mikro vor 42 Wochen

Natürlich gibt es jede Menge Wissenschaftler die Zweifel haben,das die gegenwärtige Erderwärmung menschgemacht ist.Und das Beste daran ist das die damit recht haben.Dazu braucht es nicht die kompetenten Politiker der demokratischen AfD.Das wissen viele auch so.