Pflanzenschutzmittel wird mit einem Traktor auf einem Feld versprüht
Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft sind ein Problem für unser Wasser - Nitrate aus Düngemitteln eine weiteres. Bildrechte: IMAGO

Nitrate im Grundwasser Umweltschützer verklagen zwei Bundesländer

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. und der BUND haben Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wegen zu hoher Nitrat-Gehalte im Grundwasser verklagt. Sie forderten die Regierungen dieser beiden Länder auf, Maßnahmen dagegen zu ergreifen.

Pflanzenschutzmittel wird mit einem Traktor auf einem Feld versprüht
Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft sind ein Problem für unser Wasser - Nitrate aus Düngemitteln eine weiteres. Bildrechte: IMAGO

Umweltschützer haben die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verklagt - wegen der Belastung der Ems und des Grundwassers mit Nitraten. In zwei Dritteln der deutschen Gebietsfläche der Ems-Region werde der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter im Grundwasser an vielen Messstellen überschritten. Die Hauptgründe dafür seien die Überdüngung und intensive Tierhaltung in der Region

Wie in Berlin die Deutsche Umwelthilfe e.V. und die Naturschutzorganisation BUND am Mittwoch erklärten, wurden die Klage beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg eingereicht, auf der Grundlage der Wasser-Rahmenrichtlinie.

Ackerhummel
Umweltschützer wollen mehr Bio-Landbau. Bildrechte: imago images / blickwinkel

Sie forderten die Regierungen beider Länder auf, ein Maßnahmenprogramm für die Flussgebiete der Ems aufzulegen. Notwendig seien eine Festlegung auf "flächengebundene Tierhaltung von maximal zwei Großvieheinheiten pro Hektar" und eine stärkere Förderung des ökologischen Landbaus.

Durch zu hohe Nitratbelastung im Grundwasser hat Deutschland auch Ärger mit der EU, die ebenfalls Maßnahmen zur Senkung der Belastung fordert. Deshalb wird derzeit die Düngeverordnung verändert. Gefragt, ob auch Sachsen oder Sachsen-Anhalt verklagt werden könnten, sagte DUH-Chef Sascha Müller-Kraenner MDR AKTUELL, der Fokus liege jetzt auf den am stärksten belasteten Gebieten. Andere könnten folgen. Laut der Umweltorganisation WWF haben Sachsen und Sachsen-Anhalt die höchsten Nitrat-Werte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Dezember 2016 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2019, 15:14 Uhr

19 Kommentare

Ulf vor 2 Wochen

Generell ist es richtig, niedrigere Nitratwerte im Grundwasser anzustreben. Wasser ist ein sehr kostbares Gut und dem muss die Politik Rechnung tragen. Eine gute Trinkwasserversorgung ist sehr wichtig und angesichts sinkender Grundwasserpegel und Nitratverunreinigungen nicht mehr so selbstverständlich, wie früher. Ob nun aber der Klageweg der richtige ist, weiß ich nicht. Er zieht sich oft über Jahre hin und schafft verhärtete Fronten. Besser wäre es, wenn deutschlandweit Vereinbarungen getroffen würden, welche zur Nitratverringerung im Grundwasser führen. Dabei müsste der Begriff der "ordnungsgemäßen Landwirtschaft" auch so definiert werden, dass starke schädliche Umweltauswirkungen möglichst vermieden werden.

frank d vor 2 Wochen

stimmt dadurch sinkt der Nitratgehalt instantan.
in Physik und Chemie sind sie aber kein Experte oder ?
Wir könnten doch in D darauf verzichten alle 2 Jahre eine Zwischen Klimakonferenz zu veranstalten das spart enorm oder wir bauen einige Großstädte zurück. Sapere Aude

warum verzichten nicht all die Helden aus den Großstädten auf die böse Nahrung?

frank d vor 2 Wochen

Es sollte unbedingt eine persönliche Haftung der politisch verantwortlichen Geben!
Die Stadtoberhäupter welche Ihren Pflichten zur Umsetzung der EU Zentralkomitee vorgaben zum letzten 5 Jahrplan nicht erfüllt haben sollten sich doch nicht hinter Juristischen Persönlichkeiten wie Stadt oder Land verstecken können. Wenn die Ministerpräsidenten persönlich Unbill befürchten müssten wäre der Spuk der Vielflieger von der DUH sofort zu Ende.
Sapere aude