Rechtsextremismus-Verdacht CDU-Politiker verteidigt ursprüngliche "Uniter"-Gründung

Der unter Rechtsextremismus-Verdacht stehende Verein habe ursprünglich aus dem Ausland zurückgekehrten Bundeswehrsoldaten bei der Jobsuche helfen wollen, sagt Thomas Schöpfel. Doch dann fehlte es an Mitgliedern.

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Das CDU-Mitglied Theodor Schöpfel verteidigt die Gründung des heute unter Rechtsextremismus-Verdacht stehenden Vereins "Uniter e.V.". Der Verein habe ursprünglich aus dem Ausland zurückgekehrten Bundeswehrsoldaten bei Problemen mit Behördengängen und bei der Jobsuche helfen wollen, berichtete Schöpfel in einem Gespräch mit dem MDR-Magazin "exakt": "Wir haben versucht, Arbeitsamt für die Soldaten zu spielen."

Schöpfel war bis 2019 Mitglied im Stadtrat Sandersdorf-Brehna. Anfangs sei die Resonanz groß gewesen, später aber habe der Verein in Sachsen-Anhalt kaum noch Mitglieder gehabt, beschrieb Schöpfel die Vereinsentwicklung weiter. Deshalb sei im Oktober 2016 die Löschung von "Uniter" aus dem Vereinsregister beantragt worden. Durch ein fehlgeleitetes Schreiben des Finanzamts habe sich die Löschung aber bis Januar 2019 hingezogen.

Zweiter Uniter-Verein in Baden-Württemberg

Zu "Uniter" sei Schöpfel über seinen Hallenser Stammtisch-Bekannten André S. gelangt. Das ehemalige Mitglied des Kommandos Spezialkräfte (KSK) habe Schöpfel 2012 gefragt, ob er bei der Vereinsgründung mitmachen wolle. Wegen der negativen Vereinsentwicklung in Sachsen-Anhalt habe André S. nach ein paar Jahren einen zweiten "Uniter e.V." gegründet, so Schöpfel. Die entsprechende Eintragung in das Stuttgarter Vereinsregister datiert vom Juni 2016. André S. soll unter dem Pseudonym "Hannibal" im Internet Chats mit rechtsradikalen Inhalten moderiert haben und wurde zeitweise durch die Bundesanwaltschaft beobachtet.

Der Gründer des "Uniter"-Nachfolgevereins André S. soll den Chat der Gruppe "Nordkreuz" betreut haben. Mitglieder der Gruppe stehen unter dem Verdacht, Todeslisten angefertigt und illegale Waffen beschafft zu haben.

In dem in Stuttgart gegründeten zweiten "Uniter"-Verein war auch bis vor kurzem noch Robert Möritz Mitglied, der wie Schöpfel dem CDU-Kreisverband Anhalt-Bitterfeld angehört. Der Umgang der Partei mit der rechtsextremen Vergangenheit von Möritz ist für die Regierungskoalition in Magdeburg zur Belastung geworden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 18. Dezember 2019 | 20:15 Uhr