Ein Radfahrer im Winter
Zweimal am Tag eine Radstrecke von weniger als zehn Kilometern sind laut einem Gericht zumutbar. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Arbeitsweg Zehn Kilometer auf dem Rad für Hartz-IV-Empfänger zumutbar

Wer erwachsen und gesund ist, kann ein bis zwei Mal am Tag bis zu zehn Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren – auch im Winter und nach 20 Uhr. Das hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entschieden.

Ein Radfahrer im Winter
Zweimal am Tag eine Radstrecke von weniger als zehn Kilometern sind laut einem Gericht zumutbar. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Hartz-IV-Empfängern kann zugemutet werden, ein bis zwei Mal am Tag weniger als zehn Kilometer mit den Rad zu Arbeit zu fahren. Das hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entschieden. Die Regelung gelte auch in den Wintermonaten und nach 20 Uhr, sofern die betroffene Person erwachsen und gesund sei.

Im konkreten Fall ging es um einen 28 Jahre alten Mann, der in Bremen wohnt und rund 35 Kilometer entfernt eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann absolviert. Zuvor fuhr er mit dem Auto seines Vaters, der den Wagen später aber selbst brauchte. Um sich ein eigenes Auto zulegen zu können, beantragte der Hartz-IV-Empfänger einen Kredit beim Jobcenter. Das lehnte den Antrag allerdings ab. Begründung: Er könne den örtlichen Bahnhof auch mit dem Fahrrad oder mit einer Fahrgemeinschaft erreichen.

Gericht: keine nennenswerten Steigungen oder Gefahren

Der 28-Jährige hatte zur Begründung angegeben, dass er teilweise bis 22 Uhr arbeiten müsse. Der örtliche Bahnhof sei 5,5 Kilometer entfernt und der letzte Bus fahre um 19 Uhr dorthin. Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen folgte in einem Eilverfahren nun allerdings der Entscheidung des Jobcenters. Es sei dem Mann durchaus möglich, die Strecke zum Bahnhof auf dem Radweg entlang der Bundesstraße mit dem Rad zu fahren. Die Strecke habe keine nennenswerten Steigungen oder Gefahren.

Aktenzeichen: L 15 AS 200/19 B ER

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Oktober 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2019, 15:03 Uhr

62 Kommentare

Fraenzken vor 1 Wochen

So wie ich das verstanden habe, war, bzw ist der Betroffene Azubi.

Ich verstehe nicht, warum der Chef nicht hilft.

Wie schon angemerkt:
Für 1000€ kriegt man n fahrbereiten Auto mit Tüv.

Das dürfte doch kein Problem sein.

Insbesondere, wo derzeit die Firmen die Azubis hofieren, weil z.Zt. viele Leh(e)erstellen gar nicht besetzt werden.

Fraenzken vor 1 Wochen

Ich bin in OWL in der Pampa.

Durchgefahren bin ich 2010 bis 2015.

Teilweise bin ich auch bei 15 Grad Frost gefahren.
Mit den passenden Klamotten geht das.

In Wintersportgebieten wird das sicherlich eher schwierig.

So lange Autos fahren können kannste auch Roller fahren.
- zwar vorsichtig, aber geht.

kennemich vor 1 Wochen

Zitat: Ich bin 5 Jahre auch im Winter Roller gefahren.
Mit den richtigen Klamotten geht das.

Welcher Winter und wo war das wohl?

Bei 5 - 10 Grad Plus und in einer Großstadt?

Da fahre mal auf dem Land und wenn es geschneit hat und der Winterdienst erst um x Uhr kommt, viel Spaß.