Polizeibeamte stehen vor dem Hauptbahnhof Lübeck.
Der Hauptbahnhof von Lübeck war im März nach einer Drohung vorsorglich geräumt worden. Bildrechte: dpa

Staatsanwaltschaft Mutmaßlicher Verfasser rechtsextremer Drohschreiben ermittelt

Seit Monaten gab es Drohschreiben gegen öffentliche Einrichtungen in Deutschland. Nun haben die Ermittler möglicherweise den Verfasser ausfindig gemacht. Es soll sich um einen Mann aus Schleswig-Holstein handeln. Eine Wohnung wurde durchsucht und Beweismittel sichergestellt.

Polizeibeamte stehen vor dem Hauptbahnhof Lübeck.
Der Hauptbahnhof von Lübeck war im März nach einer Drohung vorsorglich geräumt worden. Bildrechte: dpa

Nach einer bundesweiten Serie von rechtsextremen Drohschreiben ist ein Verdächtiger ermittelt worden. Wie Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitteilten, handelt es sich um einen Mann aus Schleswig-Holstein. Er stehe im Verdacht, seit April 2018 zahlreiche E-Mails an Gerichte und andere Einrichtung in mehreren Bundesländern geschrieben zu haben, in denen unter anderem mit Bombenanschlägen gedroht worden sei. Die Droh-E-Mails waren zum Teil mit "Nationalistische Offensive" unterzeichnet. Den Ermittlern zufolge geht es um Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

Einzelheiten zu dem Verdächtigen nannten die Ermittler nicht. Sie erklärten lediglich, dass am Donnerstag die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein durchsucht worden sei. Dabei seien Beweismittel beschlagnahmt worden.

Wie der NDR berichtet, lebt der Verdächtige in Halstenbek, einer Gemeinde in der Nähe von Hamburg. Weiter heißt es, der Mann sei Polizei und Verfassungsschutz bereits einschlägig bekannt.

Über 200 Drohschreiben Gegenstand der Ermittlungen

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wird insgesamt wegen mehr als 200 Drohschreiben ermittelt. Ein Teil von ihnen richtet sich auch gegen Politiker, Anwälte, Journalisten und den Zentralrat der Juden. Derzeit werde geprüft, für welche der Schreiben der Verdächtige verantwortlich sein könnte.

Wegen der Drohungen waren mehrfach Gebäude evakuiert worden, darunter der Hauptbahnhof Lübeck, Rathäuser, ein Finanzamt und ein Kindergarten. Gefunden wurde nichts.

Liebe User, wir möchten uns nicht an Spekulationen über den Fall und den Verdächtigen beteiligen und berichten aus diesem Grund nur, was sich durch die Mitteilungen der Ermittlungsbehörden belegen lässt. Deshalb haben wir uns auch entschlossen, die Kommentarfunktion unter dieser Meldung zu schließen. Wir bitten um Ihr Verständnis!

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. April 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2019, 10:57 Uhr