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Großes Lohngefälle Verdi fordert bundesweiten Pflege-Tarifvertrag

Pfleger in Sachsen-Anhalt und Sachsen verdienen deutlich weniger als im Westen oder Südwesten. Die Gewerkschaft Verdi spricht von Lohndumping und fordert ein Eingreifen der Politik. Nötig sei ein flächendeckender Tarifvertrag.

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Die Gewerkschaft Verdi in Mitteldeutschland hat das Ausmaß des Lohngefälles bei Altenpflegern als erschreckend bezeichnet. Fachbereichsleiter Bernd Becker sagte MDR AKTUELL, man brauche endlich einen flächendeckenden Tarifvertrag, der das Lohndumping stoppe.

Die Pfleger in Sachsen-Anhalt verdienen rund 600 Euro weniger als im bundesweiten Durchschnitt. Auch in Sachsen sind die Löhne nicht viel höher. Thüringen liegt an viertletzter Stelle.

Höhere Löhne gegen Personalmangel

Zuletzt hatte Gesundheitsminister Jens Spahn das Renditestreben privater Pflegeheimbetreiber als übertrieben kritisiert. Der CDU-Politiker erhält dafür Unterstützung auch von Verdi-Chef Frank Bsirske. Es sei gut, wenn der Minister die Branche stärker regulieren und dem Lohndumping auf dem Rücken der beschäftigten und der Patienten Grenzen setzen wolle.

Widerspruch erhielt Spahn von privaten Pflegeanbieter und der FDP. Die Liberalen warfen dem Minister vor, die Prioritäten falsch zu setzen. Spahn bekämpfe die Symptome, nicht die Ursachen. Diese seien "Überregulierung, Misstrauenskultur und Personalmangel".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. August 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2018, 13:22 Uhr

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8 Kommentare

18.08.2018 10:59 Fragender Rentner 8

@Arbeitende Rentnerin zu 6

Es müssen die Beiträge nicht steigen, wenn nicht fast alles über die Privaten laufen würde.

Um was geht es denen wohl zuerst, um eine gute Pflege oder um ihren Profit?

17.08.2018 20:14 Fragender Rentner 7

Dieser Tage kam ein Bericht über Dänemark und wie da es mit der Pflege und Bezahlung abläuft.

Vorallem soll es keine privaten Pflegdienste dort geben.

War es in Deutschalnd nicht auch mal so, dass dies staatlich betrieben wurde und gab es da auch soviele Unzufriedene AN?

17.08.2018 19:34 Arbeitende Rentnerin 6

Natürlich werden die Kosten steigen, wenn die Pflegekräfte vernünftig bezahlt werden sollen, aber wenn es keiner mehr machen will sind die Schwächsten die Leidtragenden und pflegebedürftig kann jeder werden, auch in jungen Jahren. Ich würde mir auch wünschen, dass ein Teil der 50 Milliarden, die......lieber in diesen Bereich gesteckt würden, schließlich ist es das Geld, was die Leute erarbeitet haben, auch die, die heute Hilfe brauchen, die Antwort kennt wohl jeder selbst

17.08.2018 17:13 Nelly 5

@ 1: Erwarten Sie die Arbeit des Pflegepersonals für Lau? Sie möchten alles haben und melden Ansprüche an, nur bezahlen wollen Sie möglichst nichts. Übrigens, auch für die Pflege können Sie ergänzend privat vorsorgen, mit staatlicher Förderung.

17.08.2018 16:42 OHNEWORTE 4

VERDI schliesst sich den Forderungen immer an ,wenn von Oben das Thema schon in Arbeit ist ....Wir fuer die Arbeitenden...
Armseeliger Verein , der auch nur einigen wenigen in der Chefetage das Konto sichert.

17.08.2018 16:26 nachdenker 3

Wenn man mit der Not und Hilflosigkeit alter und kranker Menschen Geschäfte macht, so ist dass schon eine Sache, die den Staat angehen muss. Der Kapitalismus treibt hier "seltsame Blüten". Es kann nicht sein, dass mit dem Geld in der Pflege Gewinne erwirtschaftet werden, die dem System nicht zurückfließen. Bisher gibt es da keine Regulierung, also wird das gemacht, mit zweistelliger Rendite, auf Kosten der Pflegebedürftigen, der Pflegekräfte und auch auf Kosten des Staates.

17.08.2018 16:22 Fragender Rentner 2

Oh da werden die guten AG etwas dagegen haben oder nicht?

Gewerkschaft und Betriebsrat sind für sie keine guten Menschen.

17.08.2018 14:00 Werner 1

Die Pflege ist schon jetzt kaum noch zu bezahlen, sie wird wohl in Zukunft unbezahlbar sein.