Gesundheitswesen Dreierbündnis für mehr Pflegepersonal

Im Ringen um eine bessere Personalausstattung in der Pflege haben sich Kliniken, Gewerkschaft und Pflegerat zusammengetan. Das Gesundheitsministerium sucht unterdessen Abhilfe im Ausland.

In der Debatte um die Pflegesituation in Deutschland macht sich ein Bündnis aus Deutschem Pflegerat, Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Gewerkschaft Verdi für eine bessere Personalausstattung stark.

Sylvia Bühler, Verdi-Bundesvorstand, bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.
Sylvia Bühler, Verdi Bildrechte: dpa

DKG-Präsident Gerald Gaß erklärte, die Festlegung des Bedarfs müsse sich an einer hochwertigen Pflege orientieren und nicht nur an Untergrenzen und Mindestvorgaben. Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler ergänzte, bessere Arbeitsbedingungen seien das beste Mittel gegen den Fachkräftemangel:

Arbeit im Krankenhaus darf nicht krank machen.

Sylvia Bühler, Vorstandsmitglied Verdi

Konkreter Vorschlag bis Jahresende

Zusammen mit dem Deutschen Pflegerat wollen beide Organisationen bis Jahresende einen konkreten Vorschlag für ein " Pflegepersonalbemessungsverfahren" vorlegen. Dieses Instrument  solle alle Stationen mit Betten in den Krankenhäusern umfassen und sich am jeweiligen Pflegebedarf orientieren. So sei der Pflegebedarf in einer Station, in der Sportler nach Knie-Operationen liegen, geringer als in einer Geriatrie-Station mit vielen älteren Patienten mit Demenz, erläuterte Gaß.

Ministerium will Personal von Philippinen anwerben

Unterdessen will das Bundesgesundheitsministerium im Kampf gegen den Pflegenotstand auch verstärkt Personal von den Philippinen anwerben. Die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss reiste am Dienstag nach Manila, um über die Arbeitsmöglichkeiten philippinischer Arbeitskräfte in Deutschland zu beraten. Laut Ministerium geht es um die Frage, wie die Pflegekräfte bereits im Herkunftsland vorbereitet und die Anerkennungsverfahren erleichtert werden können.

Bereits im Juli hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Kosovo eine gemeinsame Absichtserklärung für eine Zusammenarbeit in der Ausbildung und Anerkennung von Pflegefachkräften unterzeichnet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 13. August 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2019, 20:37 Uhr

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8 Kommentare

15.08.2019 08:26 Mane 8

Da kommen Millionen Asylanten und die langen immer noch nicht! Da gehst noch in andere Länder um Fachkräfte abzuwerben. Nicht normal dieses Land.

14.08.2019 19:14 Manni an Carolus Nappus (6) 7

Und wenn Sie mal was wirklich Lustiges sehen wollen, dann schauen Sie mal in der Studie "Ungleiche Nachbarn" auf die Seite 11. Dort können Sie dann dunkelblau gekennzeichnet sehen, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen.

13.08.2019 20:00 Manni an Carolus Nappus (5) 6

"Wahrscheinlich kommt es den Berufspolitikern nicht in den Sinn, dass es ein Problem ist regelmäßig Schichten und an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten, wenn dann keine Kinderbetreuung sichergestellt ist."

In HOCHentwicklelten europäischen Staaten (Frankreich, Belgien, Schweden, Finnland, Holland) gibt es seit Jahrzehnten gut ausgebaute und verlässliche Systeme der Kinderbetreuung. Im Zeitalter der steinzeitlich agierenden GroKo darf das natürlich nicht sein.

13.08.2019 18:49 Carolus Nappus 5

Hm, wieviel Leute im erwerbsfähigen Alter sind hierzulande nicht Arbeiten? Vielleicht erstmal um die werben bzw. diese befähigen. Wahrscheinlich kommt es den Berufspolitikern nicht in den Sinn, dass es ein Problem ist regelmäßig Schichten und an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten, wenn dann keine Kinderbetreuung sichergestellt ist. Da fallen gleichmal Zigtausende potentielle Pflegekräfte weg, weil es einfach nicht geht.
Das offenbarte mal wieder eine Realitätsferne, wie sie schon ein Minister zur Schau stellte, der meinte, dass Ärzte statt mindestens 20 nun 25 Stunden die Woche ihre Praxen öffnen sollten. Gleichzeitig sehen sich Ärzte pauschalen Vergütungskürzungen in Größenordnungen ausgesetzt. Weil sie zuviel arbeiten. Muss man sich mal überlegen, wie bekloppt beides ist.

13.08.2019 17:14 Schaut genau! 4

Schaut doch einmal genau hin. Ich glaube, dass es die Anzahl des Pflegepersonals ist, die die Pflege so unattraktiv macht. In KiTas kommt eine Erzieherin auf vier Kinder. Und im Pflegeheim?
Ich glaube, dass hier die Wurzel allen Übels ist, nicht allein der Verdienst.

13.08.2019 16:37 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 3

"Das Gesundheitsministerium sucht unterdessen Abhilfe im Ausland."

Und dort fehlen dann die Fachkräfte oder haben die Überausgebildet?

Hört da die Solidarität auf und jeder ist sich selbst der nächste?

Es fehlen auch Lehrer, Ärzte, Handwerker, Arbeiter.... hat man 2015 nicht was gesagt?

13.08.2019 16:30 winfried 2

Das Gesundheitsministerium sucht unterdessen Abhilfe im Ausland ... "willig und billig".

13.08.2019 16:22 Fragender Rentner 1

Wow, die merken das Pflegepersonal fehlt?

Will doch nicht hoffen, dass man sie nicht vorher absichtlich Abgebaut hat?