Bei Mitgliederbefragung durchgefallen Verdi will Tarifvertrag für Airport-Sicherheitskräfte nachverhandeln

Die Gewerkschaft Verdi will den gerade erst ausgehandelten Tarifvertrag für die Sicherheitskräfte an Flughäfen noch einmal nachverhandeln. Grund ist ein negatives Mitgliedervotum. Die Arbeitsgeber reagierten mit Unverständnis.

Der Tarifkonflikt beim Sicherheitspersonal an Flughäfen geht trotz der vor drei Wochen erzielten Einigung weiter. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi teilte am Montagabend überraschend mit, der ausgehandelte Tarifvertrag für die 23.000 Beschäftigten im Bereich der deutschen Flughafensicherheit könne nicht wie geplant am 1. März 2019 in Kraft treten. Grund sei, dass bei einer Mitgliederbefragung 55 Prozent der Teilnehmer dem neuen Vertrag nicht zugestimmt hätten.

"Strittige Punkte" neu verhandeln

Verdi sieht nach Angaben von Bundesvorstandsmitglied Ute Kittel die Tarifverhandlungen deshalb aber nicht als gescheitert an. Allerdings wolle man nach dem ablehnenden Votum die "strittigen Punkte des inzwischen vorliegenden Tarifvertragstextes und weitere Kritikpunkte nachverhandeln". Konkrete Angaben, um welche strittigen Punkte es sich handelt, machte die Gewerkschaft nicht. Dass eine bereits vereinbarte Tarifeinigung noch einmal nachverhandelt werden soll, ist eher selten in der deutschen Tariflandschaft.

Unverständnis bei Arbeitgebern

Verdi hat nach eigenen Angaben den Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen BDLS über den Entschluss informiert und zu weiteren Tarifgesprächen eingeladen. Der Verband reagierte mit Unverständnis auf die Nachricht. Eine BDLS-Sprecherin sagte, der Tarifabschluss im Januar sei bereits hoch gewesen. Man werde am Dienstag über das weitere Vorgehen beraten.

Einigung von Ende Januar

Die Tarifeinigung für das private Sicherheitspersonal von Ende Januar sah unter anderem vor, dass die Mitarbeiter jährlich 3,5 bis 9,77 Prozent mehr Geld bekommen sollten. An die Stelle regionaler Tarifverträge für das Sicherheitspersonal sollte ein bundesweiter Abschluss mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen treten. Er sah Erhöhungen in drei Schritten bis 2021 vor.

Vorerst keine Warnstreiks

Neue Warnstreiks drohen laut Verdi vorerst nicht. Zunächst gehe es nur um Gespräche. Im Januar hatte es im Zuge des Tarifkonflikts an mehreren deutschen Flughäfen Warnstreiks gegeben. Hunderte Flüge fielen deshalb aus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Februar 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2019, 20:15 Uhr

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3 Kommentare

19.02.2019 15:10 Fragender Rentner 3

Wenn die Menschen nicht mehr soviel fliegen würden, da würden auch weniger Menschen an den Flughäfen benötigt.

Na man merkt den Kerrosinverbrauch auch nicht wenn man fliegt ???

19.02.2019 11:04 Wessi 2

@ 1 So ist das falsch, nicht Ver.di, sondern die Mitglieder oder aber 55%.Ver.di selbst will das ja abgeschlossen haben, denn Tarifpolitik ist IMMER Kompromiß.Das ist diese 100%-Denke die ich auch woanders (äusserst rechts von der Mitte) kritisiere.Kein Wunder, daß auch nun eher links denkende damit anfangen.Sonst wird ja immer bemeckert, wenn "das Volk" nicht gefragt wird.Hier tut man das+es scheint auch nicht Recht zu sein!

19.02.2019 05:19 esSKaa 1

Verdi und seine Mitglieder haben völlig den Realitätssinn verloren. Schon 19 € pro Stunde sind überzogen. Die Leute sagen mir, was ich ins Kistchen packen soll und schieben es durch den Scanner. Dafür 19 € pro Stunde ?! Wahnsinn!