Lehrerin hilft Schülerin bei einer mathematischen Formel
Knapp 45.000 Schüler der 9. Klassen wurden unter anderem in Mathe getestet. Bildrechte: imago images / Westend61

Bildungsstudie Neuntklässler lassen in Mathe und Naturwissenschaften nach

Die Leistungen von Neuntklässlern in Mathematik und den Naturwissenschaften sind teilweise schlechter geworden. Die Schüler in Sachsen und Thüringen sind aber im Ländervergleich nach wie vor mit die besten.

Lehrerin hilft Schülerin bei einer mathematischen Formel
Knapp 45.000 Schüler der 9. Klassen wurden unter anderem in Mathe getestet. Bildrechte: imago images / Westend61

In Mathematik und den Naturwissenschaften haben sich die Leistungen von Neuntklässlern aus Thüringen und Sachsen verschlechtert - im bundesweiten Vergleich erreichen die Schüler aber nach wie vor überdurchschnittliche Ergebnisse.

Das geht aus dem Bildungstrend des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen hervor, den die Kultusministerkonferenz in Auftrag gegeben hatte. An der Studie nahmen 2018 knapp 45.000 Neuntklässler aus 1.460 Schulen im gesamten Bundesgebiet teil.

So schnitt neben Sachsen und Thüringen auch Bayern in den Fächern Mathematik, Biologie, Physik und Chemie besonders gut ab. In Sachsen sanken die Leistungen allerdings in den Fächern Biologie und Chemie leicht. In Thüringen gingen die Leistungen auch in Mathe zurück. Als Vergleich wurde der letzte Bildungstrend aus dem Jahr 2012 genommen.

Leistungen an Gymnasien haben nachgelassen

Dagegen entwickelte sich das Bildungsniveau der Neuntklässler der Studie zufolge vor allem in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein ungünstig. Im Vergleich zu 2012 zeigte sich zudem, dass vor allem an den Gymnasien schwächere Leistungen in den einzelnen Kompetenzbereichen erzielt wurden.

Beim Vergleich von Mädchen und Jungen ist es laut Studie auffallend, dass die Kompetenzen von Jungen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen in allen untersuchten Fächern 2018 "signifikant" geringer ausgefallen sind als im Jahr 2012.

Tullner: Müssen notwendige Schlüsse ziehen

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner sagte, im Jahr 2012 habe man herausragende Spitzenwerte erreicht. Die neuen Zahlen müssten nun analysiert werden. das Land werde die notwendigen Schlüsse für die schulische Praxis ziehen. Das Schulsystem in Sachsen-Anhalt solle auch künftig seinem sehr guten Ruf im Bereich der mathematisch-wissenschaftlichen Fächer gerecht werden.

Bildungstrend 2018
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Thüringen sieht Ursache in Lehrermangel

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter erklärte, der Vorsprung der ostdeutschen Schüler in Mathematik und den Naturwissenschaften werde kleiner. Das sei auf den bundesweiten Lehrermangel zurückzuführen. Früher habe es zahlenmäßig mehr gute Lehrkräfte für Chemie, Physik, Biologie und Mathematik gegeben. Die ostdeutschen Länder hätten lange von den in der DDR ausgebildeten Lehrern profitiert.

Sachsen sieht Schüler gut gerüstet

Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz dankte Sachsens Lehrern für die hohe Unterrichtsqualität. Der CDU-Politiker sagte, die Schüler in Sachsen seien für ihren weiteren schulischen oder beruflichen Weg gut gerüstet. Diese Qualität zu halten sei eine große Herausforderung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Oktober 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2019, 14:49 Uhr

31 Kommentare

GenervterZugezogener vor 3 Wochen

97% der Forscher, die sich mit dem Klimawandel befassen, sehen den menschlichen Einfluß auf das Klima als erwiesen an. Es ist schlicht falsch zu behaupten, daß der Klimawandel weitgehend unverstanden ist.
Und es wird auch kein Geowissenschaftler bestreiten, daß es bereits Zeiten in der Erdgeschichte gab, in denen der CO2-Gehalt der Atmosphäre höher war als heute. Nur ging der Anstieg noch niemals so schnell vonstatten, und das wird nun mal deutliche Folgen für uns alle haben.

wo geht es hin vor 3 Wochen

Ist doch nicht schlimm, wenn die naturwissenschaftlichen Fächer und Mathe so langsam aber sicher den Bach runter gehen. Ein von gewissen Kreisen gern gesehener Nebeneffekt wäre, dass von den heutigen Kids keiner mehr was ganz konkretes zu CO2 sagen könnte und so noch viel einfacher instrumentalisiert werden kann. Und wenn die Kiddis dann auf Grund der schlechten Noten keine Berufsausbildung z. Bsp. im Handwerk mehr hinbekommen - macht doch nix - in Gesellschaftswissenschaften oder ähnlich Sabbelgruppen ist immer ein Plätzchen frei. Ganz gute Chancen hat man auch als selbsternannter Experte für Rechtsextremismus - die sind gerade in. Oder als Journalist (natürlich nur mit der richtigen "Haltung") geht auch, Ist nicht mal eine geschützte Berufsbezeichnung und kann jeder machen. Wenn dann noch das Thema a la Relotius "richtig" gewählt wird, winken sogar noch einschlägige Preise. Also: was wäre so schlimm an dem Niedergang der Bildung - die Rettung liegt doch so nah!

kennemich vor 3 Wochen

Vielleicht weil sie auf die Straße an so manchen Tag gehen.

Nicht vergessen das scheint nicht der größte Teil der Schüler zu sein, denn ein anderer Teil teilt sich noch in andere Gruppen auf.