Studie zum Klimapaket Heizen kann bis zu 134 Euro teurer werden

Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag stimmt am Mittwoch über den Kompromiss zum Klima-Paket ab. Die geplante höhere CO2-Bepreisung würde die Heizkosten einer Durchschnittswohnung deutlich erhöhen, wie eine Berechnung des Energiedienstleisters Ista und der Technischen Universität Dortmund zeigt.

Euromünze an Thermostat eines Heizkörpers
Laut einer Untersuchung kann der geplante CO2-Preis das Heizen um bis zu 134 Euro verteuern. Bildrechte: IMAGO

Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag stimmt am Mittwoch über den Kompromiss zum Klimapaket ab. Der Kompromiss sieht neben der Anhebung der Pendlerpauschale sowie Entlastungen beim Strompreis auch einen höheren CO2-Preis im Verkehr und bei Gebäuden vor.

Deutlich höhere Heizkosten

Die höhere CO2-Bepreisung würde die Heizkosten für eine Durchschnittswohnung um bis zu 134 Euro im Jahr verteuern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Modellrechnung des Energiedienstleisters Ista und der Technischen Universität Dortmund. Ein Ölheizung würde zu höheren Zusatzkosten führen als eine Gasheizung, die weniger Kohlendioxid ausstößt. Der Preis soll bis 2025 schrittweise 55 Euro pro ausgestoßene Tonne CO2 erhöht werden

Bei einer 71 Quadratmeter großen Wohnung, die mit Gas beheizt wird, würden die Zusatzkosten den Berechnungen zufolge von 45,61 Euro (bei einer Bepreisung von 25 Euro je Tonne CO2) auf 100,34 Euro (bei 55 Euro je Tonne CO2) im Jahr steigen. Wird diese Durchschnittswohnung mit Heizöl gewärmt, steigt die Zusatzbelastung von 60,71 Euro auf 133,57 Euro. Die Berechnung basiert auf den Heizverbrauchsdaten von knapp 65.000 Mehrfamilienhäusern aus dem Jahr 2018.

Esken: Klimapaket ist "sozial ausgewogener"

Die neue SPD-Vorsitzende Saskia Esken bezeichnete den Kompromiss im ZDF-Morgenmagazin am Mittwoch "durch die Senkung der EEG-Umlage wesentlich sozial ausgewogener" als vorher.

Die Einnahmen aus dem höheren CO2-Preis sollen zur Senkung der EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms verwendet und so den Bürgern zurückgegeben werden. Die EEG-Umlage ist ein wesentlicher Bestandteil des Strompreises.

Kritik der Sozialverbände

Der Sozialverband VdK Deutschland und der Paritätische Gesamtverband pochen auf erneute Korrekturen am Klimapaket. "Von Pendlerpauschale und Mobilitätsprämie profitieren nur die, die erwerbstätig sind", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der "Neuen Osnabrücker Zeitung" am Mittwoch und forderte, die Prämie etwa auch auf Rentner und Erwerbsgeminderte auszuweiten.

Nach der Abstimmung am Mittwoch muss der Bundestag den Kompromiss am Donnerstag billigen, der Bundesrat am Freitag. Dann kann zum Beispiel die Senkung der Mehrwertsteuer im Bahnfernverkehr Anfang 2020 in Kraft treten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Dezember 2019 | 12:00 Uhr

67 Kommentare

aus Elbflorenz vor 44 Wochen

"Warum sollte man die SPD nicht wählen?"

Müsste die Frage nicht lauten: "Warum sollte man die SPD wählen?" Oder gibt es jetzt schon eine Grundpflicht, SPD zu wählen, dass man ein Abweichen davon begründen müsste.

Leachim-21 vor 45 Wochen

werter Peter: wieso soll ich das tun die zahlen habe ich aus der Presse und aus dem TV wo im Bundestag durch die Opposition der Regierung mit diesen zahlen widersprochen wurde oder schauen Sie Ihre Mitteilung an das der Strom um 7-12% nächstes Jahr durch fast 520 Anbieter erhöht wird also stimmt dann ihre Berechnung nicht. Sie können sehr gerne weiterhin widersprechen da ich jedoch weis zu welche Partei Sie gehören werde ich nicht so ohne weiteres alles glauben was von ihnen oder Ihre Partei kommt.

Jan-Lausitz vor 45 Wochen

"Warum sollte man die SPD nicht wählen" - Diese Frage beantwortet das Wahlvolk die letzten Jahr ziemlich beständig. Die Richtung sieht man an den Prozenten. Von einer Volkspartei von knapp 40% auf einen Rest von etwas über 10% geschrumpft. Da sollte man mal bei sich selber die Fehler suchen.

Ab Januar erhöht sich die EEG so viel wie schon Jahre nicht. Die Rechnungen sind schon verschickt. Für das übernächste Jahr lobt sich die SPD (ihren Worten zu entnehmen) diese EEG wieder zu senken. Wohl gemerkt die EEG, alle anderen Preisänderungen gehen in die andere Richtung. Bei diesen Preisen kann sich der Staat dann auch zu guter Letzt noch über höhere Mehrwertsteuereinnahmen die Hände reiben. Die Höhe der sich hochschraubenden Preisspirale ist noch gar nicht absehbar ...