Regierungsflugzeug Airbus A340-300 Konrad Adenauer von Bundeskanzlerin Merkel am Flughafen Köln-Bonn
Der Airbus A340-300 "Konrad Adenauer" von Bundeskanzlerin Merkel nach der Sicherheitslandung am Flughafen Köln-Bonn. Bildrechte: dpa

Wirbel um "Spiegel"-Bericht Ministerium widerspricht Bericht zu Panne bei Merkel-Airbus

Das Verteidigungsministerium hat einem "Spiegel"-Bericht widersprochen, der der Lufthansa die Schuld an der Panne des Merkel-Airbus auf dem Weg zum G20-Gipfel gegeben hatte. Auch die Airline wies den Bericht zurück.

Regierungsflugzeug Airbus A340-300 Konrad Adenauer von Bundeskanzlerin Merkel am Flughafen Köln-Bonn
Der Airbus A340-300 "Konrad Adenauer" von Bundeskanzlerin Merkel nach der Sicherheitslandung am Flughafen Köln-Bonn. Bildrechte: dpa

Das Bundesverteidigungsministerium hat einem Medienbericht widersprochen, wonach ein Wartungsfehler der Lufthansa Technik für den Ausfall des Regierungs-Airbus von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zum G20-Gipfel nach Buenos Aires verantwortlich gewesen sein soll.

"Maßgeblich für den Zwischenfall war ein Ausfall eines Bauteils, in der Folge auch der Funkgeräte. Dies liegt nicht an Lufthansa Technik", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag. "Das Flugzeug war immer in einem sicheren Zustand, und die Sicherheit an Bord war immer gewährleistet."

Auch Lufthansa werist Vorwürfe zurück

Zuvor hatte bereits die Lufthansa den Vorwurf zurückgewiesen, für die Panne verantwortlich gewesen zu sein. "Die Lufthansa Technik hat zu jedem Zeitpunkt sämtliche luftrechtlichen Vorgaben eingehalten. Das gilt auch für den Umgang mit den Dokumentationspflichten", sagte Lufthansa Technik-Sprecher Jens Krüger. Lufthansa Technik sei umfassend in die Untersuchung des Vorfalls eingebunden gewesen.

"Spiegel"-Bericht beschuldigt Lufthansa-Tochter

Wagen der Feuerwehr stehen auf dem Rollfeld des Flughafens in Köln am Kanzler-Airbus «Konrad Adenauer» mit der Kanzlerin an Bord.
Der Merkel-Airbus konnte vor der Landung in Köln-Bonn kein Treibstoff ablassen. Feuerwehr-Fahrzeuge standen für den Ernstfall bereit. Bildrechte: dpa

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte geschrieben, die Panne sei maßgeblich auf einen Fehler der Lufthansa-Tochter Lufthansa Technik zurückzuführen. Das ergebe sich aus einem vertraulichen Untersuchungsbericht der Bundeswehr.

Demnach hätte es die Lufthansa-Tochter versäumt, die Flugbereitschaft der Bundeswehr über ein neu eingebautes, digitales Kommunikationssystem zu informieren. Als das System während des Fluges zum G20-Gipfel ausfiel, habe sich die Crew der Regierungsmaschine auf eine falsche Notfall-Checkliste verlassen. Es sei ihr deshalb nicht gelungen, das Funksystem wieder hochzufahren.

Defekt in der Bordelektronik

Beim Flug des Regierungsflugzeuges "Konrad Adenauer" vom Typ Airbus A340-300 am 29. November 2018 legte der Defekt einer zentralen Schalteinheit in der Bordelektronik ("Transformer Rectifier Unit") gleich zwei Funksysteme lahm, die sich im Notfall gegenseitig ersetzen sollen. Außerdem konnte der Pilot durch den Defekt kein Kerosin in der Luft ablassen, um das Landegewicht zu verringern.

Durch das hohe Gewicht bei der Sicherheitslandung der Maschine am Flughafen Köln-Bonn heizten sich die Bremsen stark auf. Statt mit der Flugbereitschaft mussten die Kanzlerin und ihr Finanzminister Olaf Scholz am Tag darauf mit einer Linienmaschine zum G20-Gipfel nach Buenos Aires weiterfliegen, wo sie praktisch den ersten Arbeitstag verpassten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Dezember 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Dezember 2018, 21:25 Uhr

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9 Kommentare

28.12.2018 13:56 Guter Schwabe 9

Sehen wir es mal so, das Verteidigungsministerium hat auch den durch den Moorbrand verursachten
Stickoxid Ausstoß dementiert. (Moor- Brennen, Stickoxid gibt es bei der Bundeswehr nicht im Einsatzbefehl) Dieser war ungefähr genau so groß, wie wenn alle Dieselfahrzeuge in Deutschland Tausende Jahre fahren würden.

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28.12.2018 12:21 Schrumpel 8

So so, einem Bericht des Spiegel wird widersprochen. Und ich dachte der Claas wäre nicht mehr dort dabei. Oder gibt es etwa noch mehr dieser „Qualitätsjournalisten“ ?

28.12.2018 11:28 Heiner 7

wem soll den das nun wieder total interessieren habt ihr keine anderen Probleme ist die zuschaden gekommen ?? laßt solche Berichte sein s. Tagen nunmehr wieder solcher Schwachsinn.

28.12.2018 09:00 Wo geht es hin? 6

Echt jetzt? Für diese Pillepalle wird die Kommentarfunktion freigeschaltet? Und für andere, weit wichtigere Themen (z. Bsp. Zustand Europas, Moscheesteuer) nicht?

28.12.2018 08:22 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 5

"Das Verteidigungsministerium hat einem "Spiegel"-Bericht widersprochen,"

was will man denn hier der Presse unterstellen?

28.12.2018 08:03 Jakob 4

Was heißt hier "die Sicherheit war immer gewährleistet", wo doch die mit Kerosin vollgetankte Kiste notlanden musste. Dabei hätte die halbe Bundesregierung auch gut ihr Leben lassen können ...

27.12.2018 23:13 Blumenfreund 3

Na vielleicht ist der Bericht vom Spiegel wieder nur erfunden?

27.12.2018 23:06 Moritzmax 2

"Nein?????"

27.12.2018 21:46 Jürgen Knof 1

Erfindet der Spiegel noch immer seine Berichte?