Zwei Senioren im Pool.
Über die Hälfte der heute 54- bis 60-jährigen Arbeitnehmer will nicht länger als bis 63 arbeiten. Bildrechte: colourbox

Repräsentative Studie Mehrzahl älterer Arbeitnehmer will früher in Rente

Ein großer Teil der älteren Arbeitnehmer in Deutschland möchte früher in Rente gehen. Laut einer repräsentativen Studie will nicht einmal jeder zehnte 54- bis 60-Jährige bis zur regulären Altersgrenze arbeiten.

Zwei Senioren im Pool.
Über die Hälfte der heute 54- bis 60-jährigen Arbeitnehmer will nicht länger als bis 63 arbeiten. Bildrechte: colourbox

Die große Mehrzahl der 54- bis 60-jährigen Arbeitnehmer in Deutschland will nicht bis zum regulären Rentenalter arbeiten und früher in den Ruhestand gehen. Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine repräsentative Studie der Universität Wuppertal berichtete, will nicht einmal jeder zehnte Vertreter der sogenannten Babyboomer-Jahrgänge bis zur regulären Altersgrenze arbeiten.

30 Prozent wollen mit 60 gehen

Demnach wollen 30 Prozent der Befragten schon mit 60 Jahren in Rente gehen und 26 Prozent mit 63 Jahren. 15 Prozent nannten als Wunschzeitpunkt für den Renteneinstieg 65 Jahre. Derzeit liegt das reguläre Renteneintrittsalter in Deutschland bei 65 Jahren und acht Monaten. Die Altersgrenze steigt aber in den kommenden Jahren schrittweise bis auf 67 Jahre an.

Der Arbeitsmediziner Hans Martin Hasselhorn sagte mit Blick auf das Studienergebnis, in Deutschland herrsche weiterhin eine ausgeprägte "Kultur des Frühausstiegs".

Die Älteren wissen durchaus, dass sie länger arbeiten sollen, sie wollen aber nicht.

Hans Martin Hasselhorn, Studienleiter "Welt am Sonntag"

Überwiegend positives Bild von der Rente

Senioren im Urlaub
Zwei Drittel der Befragten wollen als Rentner mehr unternehmen. Bildrechte: Colourbox.de

Der Studie zufolge hat übrigens ein großer Teil der "Babyboomer", also der geburtenstarken Jahrgänge von 1959 bis 1965, ein sehr positives Bild vom Ruhestand. So würden 44 Prozent der Befragten für diese Phase mit einer Verbesserung ihres Lebens rechnen. Lediglich zehn Prozent erwarteten hingegen eine Verschlechterung.

Weit mehr als die Hälfte der Befragten gab an, im Ruhestand mehr Pläne machen (66 Prozent) und Ideen verwirklichen (60 Prozent) zu wollen. Nur wenige der Befragten äußerten hingegen die Befürchtung, als Rentner einsam zu sein (16 Prozent) oder sich zu langweilen (zwölf Prozent).

Langzeitstudie zu älter werdenden Arbeitnehmern Für die Langzeitstudie über älter werdende Arbeitnehmer hat ein Forscherteam aus Medizinern, Soziologen und Psychologen der Universität Wuppertal zwischen 2011 und 2018 drei Befragungswellen mit gleichen Teilnehmern durchgeführt. In der ersten Welle wurden 2011 bundesweit 6.585 Personen der Geburtsjahrgänge 1959 und 1965 befragt. Die zweite Befragungswelle fand 2014 statt. Die dritte Befragungswelle lief im Frühling 2018. Dabei konnten noch einmal 3.586 Personen befragt werden. Die Ergebnisse der Langzeitstudie sind repräsentativ für die Gruppe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 24. Februar 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2019, 21:21 Uhr