Ein Rollator steht im Zimmer einer älteren Frau in einem Altenheim.
Viele ältere Mieter bekommen bei höheren Mieten schnell Probleme. Bildrechte: dpa

Nach Kritik an Immobilienkonzern Vonovia-Chef: Ältere Menschen sollen Wohngarantie bekommen

In der aktuellen Debatte über hohe Mieten und Enteignungen ist er für viele ein Feindbild: der Immobilienkonzern Vonovia. Nun kam der Konzern seinen Kritikern entgegen – und will Menschen über 70 eine Wohngarantie geben.

Ein Rollator steht im Zimmer einer älteren Frau in einem Altenheim.
Viele ältere Mieter bekommen bei höheren Mieten schnell Probleme. Bildrechte: dpa

Der Immobilienkonzern Vonovia will älteren Mietern eine Wohngarantie geben. Das kündigte Vorstandschef Rolf Buch an. "Wir geben Mietern ab 70 die Garantie, dass sie ihre Wohnungen nicht verlassen müssen", sagte er. Vonovia sichere ihnen zu, "dass ihre Wohnung bei Veränderung der ortsüblichen Vergleichsmiete bezahlbar bleibt". Was genau er unter bezahlbar versteht, sagte Buch allerdings nicht.

Kritik an Vonovia

In der Debatte um hohe Mieten hatte es zuletzt heftige Kritik an dem Konzern gegeben. Mieterorganisationen hatten etwa beklagt, dass viele Rentner sich die steigenden Mieten für ihre Wohnungen kaum noch leisten könnten. Umstritten sind auch die Nebenkostenabrechnungen, die Vonovia-Mieter begleichen müssen. Viele hatten in den vergangenen Jahren unverhältnismäßig hohe Steigerungen beklagt. In Berlin hatte es angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt jüngst sogar eine Debatte über die Enteignung von großen Immobilienkonzernen gegeben.

Vorstandschef Buch wies die Kritik an unverhältnismäßig hohen Nebenkostenabrechnungen nun zurück. Zugleich gab es aber auch Fehler bei mehreren Tausend Abrechnungen zu. Bei Modernisierungen – die einige Kritiker als Mittel für starke Mieterhöhungen sehen - solle künftig auf die Bremse getreten werden.

Am Donnerstag findet die Hauptversammlung des börsennotierten Unternehmens statt. Vonovia besitzt nach eigenen Angaben knapp 400.000 Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden – alleine rund 38.000 davon in Dresden und 9.000 in Leipzig. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Deutschlands größter Immobilienkonzern einen Gewinn von knapp 1,1 Milliarden Euro. Auch im ersten Quartal 2019 stieg der Gewinn des Bochumer Konzerns.

Linke will Schutz älterer Mieter

Wie am Donnerstag bekannt wurde, fordert auch die Linke im Bundestag einen besseren Schutz von älteren Mietern. Für über 70-Jährige soll eine Kündigung durch den Eigentümer wegen Eigenbedarfs gesetzlich ausgeschlossen werden, wie die Linksfraktion in einem Antrag im Deutschen Bundestag schrieb. Immer mehr alte Menschen würden wegen Eigenbedarfs aus ihrer Wohnung gekündigt. Das sei unzumutbar, sagte die stellvertretende Fraktionschefin Caren Lay. "Wie der Volksmund schon sagt: Einen alten Baum verpflanzt man nicht."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. März 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2019, 08:29 Uhr

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10 Kommentare

17.05.2019 13:43 Eulenspiegel 10

„Vonovia sichere ihnen zu, "dass ihre Wohnung bei Veränderung der ortsüblichen Vergleichsmiete bezahlbar bleibt".“
Bezahlbar für wen? Und mit welchen Nachteilen ist dies verbunden?
Ich denke hier geht es um eine billige Effekthascherei um nach Außen die beschmutzten Westen wieder ein bisschen weiß zu waschen. Und im Hintergrund läuft dann die Profitmaximierung um jeden Preis auf Kosten des kleinen Mieters weiter.

16.05.2019 17:58 Ekkehard Kohfeld 9

@ Sylter 7 @16.05.2019 12:43 Franz Deutsch
Wie kommen Sie darauf, dass es eine Wohngarantie gibt ?
##
Ich weiß ja nicht in weicher Traumwelt einige in unserm Land leben,was bitte ist den ein Mietvertrag???????
Ich habe eigentlich die PISA-Studien immer angezweifelt
aber scheinbar haben die doch Recht,der IQ in Deutschland fällt rapide.

16.05.2019 15:35 Fragender Rentner 8

Da seht ihr es, so ist es in einem Sozialstaat.

Man verspricht etwas.

16.05.2019 14:47 Sylter 7

@16.05.2019 12:43 Franz Deutsch
Wie kommen Sie darauf, dass es eine Wohngarantie gibt ?

16.05.2019 13:01 part 6

Als Vermieter, besonders von ehemaligen Volkseigentum, muß man nicht viel tun. Der Kauf der Wohnungsbestände erfolgt über zinsgünstige Kredite, die bald abbezahlt sind, die Modernisierung wird teilweise vom Steuerzahler mit gesponsert und garantiert hohe Renditen. Reparaturen lässt man teilweise in die Betriebskosten einfließen ohne das es auffällt und mit Kabelanbietern vereinbart man Gestattungsverträge (Fernsehversorgung) deren Kosten den Mietern aufgezwungen wird. Das eigentliche Renditewunder sind aber die Mietspiegel, wo nur die Mieten der letzten 4 Jahre oder Neuvermietungen Einfluß bei der Berechnung haben. So lässt sich ganz leicht in regelmäßigen Abständen und ganz kleinen Schritten die Miete erhöhen, bis die Betroffenen zur Schuldnerberatung müssen. Währendessen haben dann manche Heuschrecken in verdeckten US- Besitz ihre Werte an der Börse erhöht ohne dafür Wertschöpfung betreiben zu müssen, denn das besorgen die Mieter.

16.05.2019 12:43 Franz Deutsch 5

....sollen Wohngarantie bekommen.....
Und ich Narr dachte,diese Garantie hat man in Deutschland,einem Land in den man gut und gerne lebt.

16.05.2019 12:09 peter 4

Eine gute Nachricht, vernünftig und unsere ältere Generation hat es verdient!!!
Schon so schlimm genug, wie die Älteren an allen Stellen abgezockt werden!

16.05.2019 11:20 Ekkehard Kohfeld 3

Da schmeißt (ekelt) man sie halt raus bevor sie 70 sind und
viele sind das dann eh nicht mehr und wenn sie genug bezahlen können sie auch drin bleiben,was ist da jetzt toll dran?

16.05.2019 09:42 Harzer 2

Prima; das erste was die Linken erstreben, ist gut! Venovia;
Mein ehemaliger Arbeitgeber zieht mit top; Herr Buch!
Nun Regierung,macht was draus! Alle privaten Eigentümer,
lasst die älteren in ihren Wohnungen.

16.05.2019 09:19 Blumenfreund 1

Was geht das die Linke an, wie Vermieter ihre Preise gestalten.
Im verteilen von fremden Geld sind die Linken schon immer Könige. Aber erarbeiten müssen es andere.