Symbole der deutschen Automobilmarken BMW, Audi, Volkswagen und Daimler.
Die deutschen Autobauer leider weiter unter dem Diesel-Skandal. VW und Co. haben jahrelang systematisch Abgaswerte geschönt. Bildrechte: dpa

Abgas-Skandal Deutsche Autobauer stocken Dieselfonds auf

Volkswagen, Daimler und BMW tragen komplett den Anteil der Autobranche für den Fonds zur Luftverbesserung. Sie zahlen 250 Millionen Euro und übernehmen den Anteil ausländischer Anbieter, die sich bislang sperren. Derweil entwickeln sich Dieselwagen in Deutschland zu Ladenhütern.

Symbole der deutschen Automobilmarken BMW, Audi, Volkswagen und Daimler.
Die deutschen Autobauer leider weiter unter dem Diesel-Skandal. VW und Co. haben jahrelang systematisch Abgaswerte geschönt. Bildrechte: dpa

Die deutschen Autokonzerne zahlen nun doch mehr Geld in einen Fonds für saubere Luft ein. Wie der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) nach einem Treffen mit den Vorstandschefs von Volkswagen, Daimler und BMW mitteilte, übernehmen die drei Autobauer den für die gesamte Branche vorgesehenen Anteil von 250 Millionen Euro.

Schmidt: "Verantwortungsvoller Schritt"

Der Fonds war bislang nicht auf seine Gesamtsumme von eine Milliarde Euro gekommen, weil sich die ausländischen Hersteller sperren. Eigentlich sollten die deutschen Autobauer - entsprechend ihrem Diesel-Marktanteil - nur etwa 160 Millionen Euro zahlen. Hintergrund ist der Skandal um Abgasmanipulationen bei VW und anderen Herstellern. Schmidt lobte die deutschen Hersteller für ihren "verantwortungsvollen Schritt".

Die Bundesregierung hatte 750 Millionen Euro zugesagt, um die Luft in Ballungsgebieten zu verbessern. Mit den ausländischen Anbietern soll dem Verkehrsministerium zufolge weiter über ein Engagement gesprochen werden.

Streit um Update oder Nachrüstung geht weiter

Im Kampf gegen die Stickoxidbelastung in vielen Städten ziehen Union und SPD offenbar weiter Nachrüstungen an älteren Diesel-Autos in Betracht. Das geht aus dem der DPA vorliegenden Zwischenstand der Koalitionsverhandlungen zum Thema Umwelt hervor. Dazu gehörten – "soweit technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar" - auch "technische Verbesserungen von Fahrzeugen im Bestand".

Die künftige Bundesregierung muss angesichts drohender Fahrverbote in vielen Städten und einer möglichen Klage der EU-Kommission entscheiden, wie der Ausstoß von Stickoxiden schnell gesenkt werden kann. Die deutschen Konzerne setzen dabei vor allem auf neue Motorsoftware und wollen teure Umbauten am Motor vermeiden.

Diesel-Autos werden zu Ladenhütern

Der Absatz von Dieselautos in Deutschland ist zu Jahresbeginn stark gesunken. Nach Daten des Verbands der Automobilindustrie wurden im Januar nur knapp 90.000 Selbstzünder verkauft - 17,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Anteil an den Pkw-Zulassungen schrumpfte demnach auf ein Drittel und lag damit um zwölf Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr.

Hintergrund sind drohende Fahrverbote für Dieselautos und das mittlerweile schlechte Image der Dieseltechnik. Dazu hat auch der jüngste Skandal um Tierversuche mit Dieselabgasen beigetragen. Der Autoverband rechnet damit, dass sich dieser Abwärtstrend in den nächsten Monaten fortsetzen wird und auch auf den Gesamt-Pkw Absatz durchschlagen wird. Offen ist, ob Exporte das Minus im Inlandsgeschäft ausgleichen können.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Februar 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2018, 18:51 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

5 Kommentare

04.02.2018 12:34 Theophanu 5

Ein wichtiger Etappensieg, an dem Grüne und Medien großen Anteil haben, im Kampf gegen die deutsche Autoindustrie und gegen den deutschen Wohlstand.
Atomindustrie, Gentechnik angeschossen- jetzt geht es gegen die Autoindustrie.

03.02.2018 18:42 Kritischer Bürger 4

Auch Autobauer werden wohl kaum auf die zusätzlichen Kosten für diese Fonds sitzen bleiben. (Also keine Defizitausgaben) Die Preise für betreffende Fahrzeug werden auch steigen denn irgendwoher darf doch in der Wettbewerbswirtschaft der Gewinn nicht verloren gehen, den Autobauer bisher hatten! Wäre ein Unding wenn es anders werden würde!

03.02.2018 18:42 Kritischer Bürger 3

Nach all dem Hin und Her mit den Abgasmanipulationen ist für mich nur eines relevant: Diesel ist bisher das Billigste beim Kraftstoff soweit ich es an Tankstellen ersehen konnte und da man nun nicht mit Anpassung der Diesel-Preise an Benzin ggf. also auch mit E10 oder noch besser an Super muss es eben weniger Fahrzeuge mit Diesel als Kraftstoff geben und so würde ggf. auch der billige Preis abgeschafft, wenn die Herstellung und der Bedarf sich anpassen müssen und weniger werden, wird es eben teurer für den Autobesitzer. *** Künstl. Reduzierung haben wir vor nicht zu langer Zeit mit der Milchquotenabschaffung noch in Erinnerung! Zumindest ich! Wie teuer dadurch inzwischen, die Milch und Produkte aus diesem Rohstoff Milch geworden sind. Das nächste wird ggf. der Zucker werden und was kommt danach? Auf den Weg zur Inflation, nur es müsste noch schneller gehen als bisher, damit die Politiker noch bestraft werden könnten, die heute solche Angelegenheiten unterstützen oder einbringen!

03.02.2018 18:41 Kritischer Bürger 2

Ein Erfolg den sich die GRÜNEN nun ja zuschreiben können. Nun müssten noch alle Dieselfahrzeuge der Logistik = Also nur mal herausgenommen: Belieferung von Discountern etc. auch die Autos stehen lassen dann hoffe ich als Bürger das die GRÜNEN sich dann beschämend in irgendeinem Loch zurückziehen sollten,denn wenn diese Fahrzeuge die Lieferungen nicht mehr vornehmen würden,wie lange würde dann der "Bürgerfrieden" NOCH HALTEN? Soviel Idiotismus muss man erst einmal verkraften,was hier die Umweltfreunde an den Tag legen. Mal so locker ein paar hundert Mrd. Euro für die Umrüstung der LKW-Flotte bei der Logistik und Belieferung kann dieses Land D ja nicht ausgeben, einplanen etc. Also wer sich ein LKW neu anschafft oder auf kleinere Transporter umsteigt,wird diese dann ZUSÄTZLICHEN KOSTEN für seine Firma sicherlich nicht aus der eigenen Tasche bezahlen, sondern es wird sich in den Preisen wiederspiegeln und wer bezahlt dann diese Preise nur mal jetzt allein im Handel, beim Konsum? BÜRGER!

03.02.2018 15:46 Fragender Rentner 1

Habe gehört, dass die ausländischen Dieselautos angeblich eine bessere Bilanz bei den Abgasen haben?

Kann dies sein?

Uns wird doch immer gesagt, dass sie so sauber wären, ach ja "im Labor". :-(

Soll angeblich eine Euro6-e-Norm geben.

Kommt scheinbar nicht so richtig vom Band? :-)

Zurück zur Startseite