Ein gerahmtes Porträtfoto des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke steht beim großen Festumzug auf dem 59. Hessentag auf einem Platz der Ehrentribüne.
Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war am 2. Juni zu Hause getötet worden. Bildrechte: dpa

Waffenfund Zwei Haftbefehle im Mordfall Lübcke

Gegen zwei weitere Personen im Mordfall Lübcke ist Haftbefehl erlassen worden. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft handelt es sich um Männer, die dem Verdächtigen Stephan E. Waffen vermittelt und verkauft haben sollen.

Ein gerahmtes Porträtfoto des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke steht beim großen Festumzug auf dem 59. Hessentag auf einem Platz der Ehrentribüne.
Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war am 2. Juni zu Hause getötet worden. Bildrechte: dpa

Gegen die zwei weiteren Festgenommenen im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ist Haftbefehl erlassen worden. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft. Die Untersuchungshaft sei umgehend in Vollzug gesetzt worden.

Bei den zwei Männern handelt es sich um den 64-jährigen Elmar J. und 43-jährigen Markus H., die dem geständigen Tatverdächtigen Stephan E. Waffen vermittelt und verkauft haben sollen.

Waffenfunde nach Geständnis

Stephan E. hatte am Dienstag den Mord gestanden und auch erklärt, zahlreiche Waffen zu besitzen. Neben der Tatwaffe soll es sich auch um eine Maschinenpistole und eine Pumpgun samt Munition handeln. E. hatte detailliert beschrieben, wie er die Waffen beschafft und wo er sie versteckt hatte. Daraufhin hatte es Durchsuchungen gegeben. Das Gros der Waffen wurde in einem Erddepot auf dem Gelände des Arbeitgebers von Stephan E. gefunden.

Ermittlungen wegen Beihilfe zum Mord

Bei dem mutmaßlichen Vermittler handelt es sich nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" um einen Mann aus Kassel. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden NS-Devotionalien sichergestellt.

Der mutmaßliche Verkäufer stammt aus dem Landkreis Höxter. Gegen ihn wurde inzwischen Haftbefehl erlassen. Den Berichten zufolge ermittelt der Generalbundesanwalt gegen beide Männer wegen Beihilfe zum Mord. Demnach gibt es bislang aber keine Hinweise darauf, dass die beiden Festgenommenen von Mordplänen gegen Lübcke wussten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Juni 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2019, 09:46 Uhr

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54 Kommentare

29.06.2019 09:33 Wo geht es hin? 54

@Mediator - Zitat von Ihnen: "Die AfD hat Prozesse in Gang gesetzt die ihr kurzfristig genutzt haben." Zitat Ende. Nö. Diese Prozesse sind in der Nacht vom 4. auf den 5. September 2015 unter Missachtung etlicher Gesetze Deutschlands, von europäischen Verträgen, des Parlaments und der europäischen Partner in Gang gesetzt worden. Von wem? Ganz bestimmt nicht von der AfD. Ganz offensichtlich verwechseln Sie wieder mal Ursache und Wirkung.

29.06.2019 00:52 Klaus 53

@ { 28.06.2019 15:36 Norbert NRW }
Sie sind mal wieder total am Thema vorbei. Hier geht es nicht um irgendwelche andere Straftaten und auch nicht um irgendwelche Fehler von anderen.
Hier geht es um den Mord an Walter Lübcke und dessen Aufklärung. Das Walter Lübcke für unsere christlichen Werte eingetreten ist, war kein Fehler und erst recht kein Grund ihn zu ermorden.
Der Mörder war ein Nazi und er hat sich von Hetzkommentaren verleiten lassen. Das entschuldigt den Täter nicht im geringsten, aber die Hetzer auch nicht.
Es ist nach wie vor richtig und wichtig, dass hier alles aufgeklärt wird und auch die Mitverantwortlichen klar benannt werden.
Walter Lübcke ist ganz sicher kein Täter, sondern im Gegenteil, er ist für unsere christlichen Werte eingetreten. Die Feinde unserer Demokratie müssen zur Verantwortung gezogen werden.

28.06.2019 21:38 Wo geht es hin? 52

@Fakt - Zitat von Ihnen: "...dass der Tatverdächtige erwähnt hatte, dass er aufgrund der Äußerungen Lübckes zu den Flüchtlingen auf einer Bürgerversammlung, wo er auch den Ratschlag gab, wenn es jemandem denn nicht passe, er jederzeit das Land verlassen könne, geschossen habe." Zitat Ende. Mal der Reihe nach. Die Äußerung von Lübcke stammt aus dem Jahr 2015. Und jetzt, nach schon 4 (!) Jahren fällt bei dem Typen der Groschen und er sagt sich: Nö! Das ist zuviel! Jetzt bringe ich den mal dafür um? Klar könnte man erklären, Nazis haben ne lange Leitung, ehe bei denen der Groschen fällt. Aber eine 4 Jahre lange Leitung? Wie naiv muss man eigentlich sein, um so einen Schmarrn zu glauben? Und das "Geständnis" kommt natürlich pünklichst zur Innenministerkonferenz. PS: Nette Umschreibung das mit dem "Ratschlag"...Hätten Sie es auch "Ratschlag" genannt, wenn ein AfDler so einen "Tip" einem illegalen Einwanderer gegeben hätte? Sehn se...

28.06.2019 21:25 Wo geht es hin? 51

@Peter - Zitat von Ihnen: "Der AfD-Abgeordnete Müller blieb bei der Gedenkfeier in München einfach mal sitzen." Zitat Ende. Und? Frau Merkel hatte es nicht mal nötig, freiwillig mit den Angehörigen der Opfer vom Breitscheidplatz zu sprechen. Dies tat sie erst, nachdem der öffentliche Druck nach über einem Jahr (!) selbst für sie zu groß wurde. DAS bedarf keines weiteren Kommentars! @Klaus - Zitat von Ihnen: "Schließlich hat deren Hetze zu dieser Tat beigetragen, insbesondere die Hetze von Erika Steinbach" Zitat Ende. Dachte ich mir, dass Sie die Wahrheit (für Sie natürlich "Hetze") nicht vertragen. Und nur DIE hat Steinbach ZITIERT. Es waren nicht mal Ihre eigenen Worte, sondern die von Lübcke. Den Aufschrei hätte ich hören wollen, wenn ein AfDler so eine Aussage getätigt hätte...Die Doppelmoral feiert wieder mal ein Fest.

28.06.2019 18:37 Mediator an Norbert NRW(48) 50

Selbtsverständlich weist die AfD eine Mitschuld an der Ermordung von Herrn Lübcke von sich, denn schließlich würde sie dann ja zugeben, dass sie eine in Teilen extremistische Partei ist, die rechtsextremistische Gewalttaten in unserem Land mit initiiert hat. Das würde dann nicht wirklich zum Image <Wir sind keine Neonazis sondern nur die CDU wie vor 40 Jahren> passen. (Ich lasse mal offen ob uns 40 Jahre alte Ideen heute noch weiter bringen). Hier geht es um einen politischen Mord und SIE sind es die diesen relativieren, indem sie ihn in eine Kategorie mit in unserem Land jedes Jahr tausendfach stattfindenden Straftaten wie Totschlag usw. setzen.
Die AfD hat Prozesse in Gang gesetzt die ihr kurzfristig genutzt haben. Man hat Wut, Hass und Ängste geschürt, immer aufs neue Tabus gebrochen und die Nähe zu bewusst geächteten Gruppierungen in unserem Land gesucht. Diese lassen sich durch die AfD gestärkt und motiviert sicher nicht durch diese lenken. Mitschuld!

28.06.2019 16:29 Wessi 49

ich zitiere hier immer wieder gerne Herrn Schäuble+seine indirekten Anwürfe gg. die AfD.Voll inhaltlich unterstütze ich @ 44+@41.Wer Mörder+Mordgehilfen in Schutz nimmt oder die Tat relativiert, ist ein moralischer Mittäter.Das ist eben meine Meinung.Da wir nicht in der eingemauerten DDR leben darf ich sie auch aussprechen.

28.06.2019 15:36 Norbert NRW 48

@42 und täglich grüßt das Murmeltier, das Besorgten Gesabbel ist mittlerweile ein alter Hut, und hat nun nichts mit dem Post zu tun.. ich unterstelle hier jeden sog. Empörten Demokraten das es ihm völlig egal wäre wenn es den in seinen Augen richtigen getroffen hätte. Also ich lasse mir meine Meinung sicherlich nicht von denen vorschreiben die jede Straftat von links oder unserer Neubürger relativieren auf Einzelfälle o.ä. Letztlich egal von welchem Standpunkt aus gesehen; sind Lübke und alle anderen die im Zuge der Politik seit 2015 ihr Leben gelassen haben so oder so Opfer der katastrophalen Flüchtlingspolitik. Es rechtfertigt keinen Mord oder Extremismus, aber die das der AFD vorwerfen sollen sich mal an den G20 erinnern wo RG teilweise noch die Stimmung geschürt haben. Da hat man in Kauf genommen das Menschen dabei drauf gehen könnten.

28.06.2019 15:30 Ralf112 47

@40 MaP: "Sie machen genau das, wovor in anderen Fällen durch Politiker und Medien immer gewarnt wird: instrumentalisieren, pauschalisieren, beschimpfen, Hass verbreiten."

Menschen, die den Mord eines Rechtsextremisten an einem politischen Gegner verharmlosen, indem sie auf die Verbrechen anderer verweisen, instrumentalisieren, verharmlosen und säen Hass. Und wo immer dies geschieht, werde ich den Finger heben. Dass dies von den rechten Gesinnungsgenossen als Hass empfunden wird, ist verständlich. Was soll ein Rechtsextremist auch anderes sagen?

28.06.2019 15:16 Klaus 46

@ { 28.06.2019 14:32 Ureinwohner }
Dass unsere selbsternannten Ureinwohner soviele Probleme mit der deutschen Sprache haben, war zu erwarten.
Bevor man etwas sicherstellen kann, muss man das erst einmal finden. Da man auf dem Grundstück gesucht hat und dabei fündig geworden ist, hat man also gefunden und dann die gefundenen Waffen sichergestellt.
Von daher hat der MDR absolut korrekt berichtet und unsere Ureinwohner sollten mehr Deutsch üben.

28.06.2019 14:32 Ureinwohner 45

"Insgesamt stellten die Ermittler in dem Depot in der Erde fünf Waffen sicher. Laut Medienberichten war auch die Tatwaffe darunter, eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bisher jedoch nicht."schreibt NZZ. Soviel zum Unterschied zwischen "gefunden " und "sicherstellen" . Gefunden ist natürlich dramatischer,dann eben gefunden.