Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel
Nachfolgerin und Vorgängerin: Kramp-Karrenbauer und Merkel feiern den Sieg der neuen CDU-Chefin. Bildrechte: dpa

Merkel-Nachfolge Kramp-Karrenbauer neue CDU-Vorsitzende

Annegret Kramp-Karrenbauer ist neue CDU-Vorsitzende. Sie gewann beim CDU-Parteitag in Hamburg die Stichwahl gegen Friedrich Merz um die Nachfolge von Angela Merkel. Merz kündigte kurz danach an, nicht für das CDU-Präsidium kandidieren zu wollen.

Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel
Nachfolgerin und Vorgängerin: Kramp-Karrenbauer und Merkel feiern den Sieg der neuen CDU-Chefin. Bildrechte: dpa

Die CDU hat eine neue Vorsitzende. Annegret Kramp-Karrenbauer setzte sich am Freitag beim CDU-Parteitag in einer Stichwahl gegen Friedrich Merz durch. Von den abgegebenen 999 gültigen Stimmen entfielen 517 auf die bisherige CDU-Generalsekretärin. Merz wurde von 482 Delegierten gewählt. Kramp-Karrenbauer tritt damit die Nachfolge der bisherigen Parteichefin Angela Merkel an, die nach 18 Jahren an der Spitze der Christdemokraten nicht noch einmal kandidieren wollte.

"Volkspartei der Mitte erhalten"

Kramp-Karrenbauer dankte nach ihrer Wahl ihren Gegenkandidaten Jens Spahn, der bereits im ersten Wahlgang unterlegen war, und Merz für den fairen Wettbewerb. "Dieser Aufschwung muss weitergehen, und er muss verbunden sein und verbunden bleiben mit dem Ziel, das uns alle eint, nämlich aus der Union mit allen Flügeln, mit allen Mitgliedern, mit allen, die Verantwortung tragen, die gemeinsame, die große Volkspartei der Mitte zu erhalten und zu formen", sagt sie und ergänzte: "Ich würde mich sehr freuen, wenn sowohl Jens Spahn als auch Friedrich Merz gemeinsam an dieser Aufgabe mitarbeiten. Das ist das, was die Mitglieder erwarten, und für beide ist ein Platz in dieser Partei."

Merz kandidiert nicht für Präsidium

Die Kandidaten für den Parteivorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz (CDU) und Jens Spahn (CDU, l) nehmen beim CDU-Bundesparteitag ihre Plätze auf dem Podium ein
Merz und Kramp-Karrenbauer vor der Stichwahl. Bildrechte: dpa

Merz rief unmittelbar nach seiner Niederlage zur Unterstützung von Kramp-Karrenbauer auf. Zugleich teilte der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende mit, nicht für das Parteipräsidium kandidieren zu wollen. Merz bat die Delegierten in Hamburg stattdessen, für den ebenfalls unterlegenen Jens Spahn bei der Wahl des Präsidiums zu votieren. Er sei aber bereit, die CDU, wo es gewünscht werde, zu unterstützen.

Spahn bot Kramp-Karrenbauer die Zusammenarbeit in einem "guten Team" an. "Wir sind ja so ein bisschen wie eine Rockband gemeinsam durch Deutschland getourt." Man habe sich bei den Regionalkonferenzen näher kennengelernt. "Es hat echt Spaß gemacht. Ich habe immer gesagt: Ja, ich kandidiere für die Führung des Teams. Aber ich möchte in jedem Fall im Team bleiben."

Alle fünf Stellvertreter bestätigt

Nach der Wahl Kramp-Karrenbauers zur neuen CDU-Vorsitzenden wurden auch die fünf bisherigen stellvertretenden Parteichefs im Amt bestätigt. Am stärksten schnitt dabei der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier ab, der rund 90 Prozent der gültigen Stimmen erhielt. Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner kam auf 86 Prozent. Der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende und Ministerpräsident Armin Laschet erreichte knapp 76 Prozent. Der CDU-Vorsitzende in Baden-Württemberg, Thomas Strobl, kam auf rund 59 Prozent. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen landete bei gut 57 Prozent. Gegenkandidaten zu den fünf Amtsinhabern gab es nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 07. Dezember 2018 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2018, 19:07 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

157 Kommentare

09.12.2018 12:50 REXt 157

Wer die AFD „bekämpfen“ will, wie Merz, auch Spahn, hätte diese wählen sollen, mit AKK, wird das in Zukunft ein Konjunkturprogramm für die AFD, weltpolitisch, ein Untergang von D! Aber, was soll’s, die Deutschen Angsthasen , Wählen lieber ein weiter so, als einen echten Neuanfang, Chance vertan, seht euch Frankreich an , es wird nicht vor D hält machen, die Linke unterstützt die „Gelbwesten“, warum, sie will an die Macht, Achtung, wehret den Anfängen!

08.12.2018 21:15 Ralf112 156

@151 Wo geht es hin: "wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus."

Da gebe ich Ihnen Recht. Und da liegt das Problem mit dem Umgang mit der AfD. Herr Höcke, Herr Gauland, Frau Weidel, Herr Poggenburg, Frau Böswald, Frau v.Storch, usw. usw. haben bereits vor ihrem Einzug in alle Landesparlamente und den Bundestag den Ton vorgegeben. Und dieser war rassistisch, hetzerisch, NS verharmlosend und deshalb extrem schwer zu ertragen. Das bezeugt ja sogar das selbst in Auftrag gegebene Gutachten. Leider interessiert das all die Anhänger hier im Forum nicht. Wie kann man denn nur eine Partei wählen, deren Vorsitzende ganze Menschengruppen beleidigen und diffamieren? Jemand mit Anstand, kann diese Partei aus meiner Sicht nicht unterstützen.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

08.12.2018 20:59 Wessi 155

@ 151 Zwischen "Scheiß auf Anstand" und nicht reden wollen, liegen Welten. Zumal natürlich in ausschüssen miteinander geredet wird.Wenigstens hat sich noch kein AfD-Abgeordneter beklagt, das dem so sei.Wobei doch sonst nichts ausgelassen wird um die demokratischen Parteien- unanständig - schlecht zu machen.@ 149..bei allem: 12,6% sind nicht "das Volk".Hier wird schon gejault, das Land möge "erwachen" nur weil an d.CDU-Spitze jemand steht, der nicht rechts genug ist, aber wesentlich mehr des Volkes vertritt.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

08.12.2018 18:12 Dreissiger 154

@143 Klaus, wir sind nicht besorgt um die Partei, die ich auch bis 2013 gewählt habe und die leider inzwischen zur Klatschhasen Partei verkommen ist, nein wir sorgen uns um unser Land und um die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Dass Sie das nicht begreifen wollen oder können, lässt sich aus dem Inhalt Ihrer Beiträge entnehmen.

08.12.2018 17:28 Klaus 153

An der Argumentation unserer Besorgten kann man sehr gut erkennen, dass die eigentlich alles durcheinanderbringen.
Also, hier wurde die neue Vorsitzende der CDU gewählt und nicht die Kanzlerin.
Ich als langjähriger CDU-Wähler sehe eigentlich keinen Grund sich um besorgte Wähler zu bemühen oder mit der AfD zu sprechen oder gar Koalitionsgespräche zu führen. Christliche Werte sind nicht verhandelbar. Und wer diese Werte nicht vertreten will, der sollte die CDU verlassen. Wir brauchen keine besorgten Schreier.
Von daher ist die Wahl von AKK genau richtig gewesen.
Wer glaubt die CDU deswegen verlassen zu müssen, der sollte das tun. Ich kann mit denen sowieso nichts anfangen. Und wenn von dieser Sorte genügend gegangen sind, überlege ich es mir der CDU wieder beizutreten. Eine etwas kleinere, aber dafür saubere CDU ist mir auf jeden Fall lieber.
Von daher nochmals einen herzlichen Glückwunsch an AKK für die Wahl zur CDU-Vorsitzenden. :-)

08.12.2018 17:12 Mediator 152

@Sachse43(144): Ich glaube Gauland und Weidel haben mehr mit dem Spendenskandal zu tun.
@jochen(140): Soll ich mal recherchieren wie oft sie unserem Land schon den vollkommenen Untergang prophezeit haben? Können sie auch sachlich diskutieren?
007(130): Mein Gott sie rufen auf Demonstrationen "wir sind das Volk" und fühlen sich dabei patriotisch? Jedem Tierchen sein Pläsierchen sage ich da nur. Glauben sie, dass sie mit diesem Spruch in einer Traditionslinie zu den Demonstrationen gegen das Unrechtsregime in der DDR stehen? Im Gegensatz zu damals teilt die Mehrzahl des Volkes ihre Meinung sicher nicht. Die Aneignung demokratischer Symbole ohne deren Inhalte zu übernehmen macht noch lange keinen Demokraten. Der Verfassungsschutz bezeichnet manche Symbole übrigens als Ersatzsymbole. Klar gehen sie nicht mit der Hakenkreuzfahne auf die Straße, aber verschiedenste Gruppen laufen mit allerhand Ersatzsymbolen auf. Die AfD neuerdings mit der Deutschlandfahne.

08.12.2018 15:38 Wo geht es hin? 151

@Ralf112: Da haben Sie recht. Allerdings muss ich dazufügen, dass es die Altparteien waren, die von Anfang an gesagt haben: mit denen reden wir nicht. Und damit quasi ca. 6 Mio Wähler auch von Anfang an ausgeschlossen haben. So versteht sich Demokratie der Altparteien. Und so antworte ich mit einem alten Volksspruch: wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus. Und das eben manchmal auch laut und verzerrt.

08.12.2018 15:29 Montana 150

Man kann nichts anderes wählen wie die AfD.
Alles andere ist untragbar.

08.12.2018 14:33 007 149

Es ist lustig wie sich hier die Gutis, die sich gern hinter Mutti"s Rockzipfel verstecken erregen. Vorsicht, sonst kommt ihr noch bei AKK (Mutti die Zweite) zum Höhepunkt. Ja, da steht die Frage von User Fakt im Raum, wer ist das Volk. Na wer wohl, die die unser Land hassen u abschaffen wollen wohl eher nicht, diejenigen die unsere Fahne achtlos wegwerfen wohl eher nicht. Und ja, es ist richtig, wir wollen eine starken Figur, einen starken Kanzler, was denn sonnst? Vielleicht einen Gender Debattierklub? Und Kollege Fakt, es ist keine Schande wenn man des Rechnens nicht mächtig ist. Es gibt in diesem Land der Denker u Dichter auch zwei Millionen Analphabeten. Nur, bitte keine bunten Träumereien verbreiten ...

08.12.2018 13:58 Ralf112 148

@ Wo geht es hin: "Derzeit ist diese "Kleinkindmanier" auch gut im BT beim Umgang mit der AfD zu beobachten."

Das ist mir auch schon sehr negativ aufgefallen. Sicher ist so mancher Beitrag schwer zu ertragen, aber etwas mehr Anstand wäre hier sicher angebracht. Interessant ist hier nur, dass Sie das Gleiche nicht von der AfD verlangen, die sich auch nicht wirklich erwachsen verhält. Obwohl, bei der AfD ist es tatsächlich etwas anderes. Die hat ja das Motto "Scheiß auf Anstand" und dann MUSS man sich ja quasi aufgrund Parteiprogramm so benehmen. Bei allen anderen sehe ich da weniger Entschuldigungen.