Teilnehmer halten bei einem Warnstreik Fahnen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (r) und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hoch.
Im öffentlichen Dienst werden die Warnstreiks ausgeweitet. Bildrechte: dpa

Tarifstreit im öffentlichen Dienst Warnstreiks ausgeweitet - Länder signalisieren Entgegenkommen

Zwei Tage vor dem Start der nächsten Verhandlungsrunde weiten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst die Warnstreiks aus. Betroffen sind auch Schulen in Sachsen-Anhalt. Derweil signalisieren die Länder Entgegenkommen.

Teilnehmer halten bei einem Warnstreik Fahnen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (r) und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hoch.
Im öffentlichen Dienst werden die Warnstreiks ausgeweitet. Bildrechte: dpa

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes der Länder haben die Arbeitgeber Entgegenkommen signalisiert. Der Verhandlungsführer für die Länder, Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz, sagte MDR AKTUELL, die Beschäftigten sollten von den Haushaltsüberschüssen profitieren. Da sei man sich einig. Die Forderung der Gewerkschaften nach sechs Prozent mehr Lohn sei aber zu hoch.

Auch Sachsens Finanzminister Matthias Haß bezeichnete die Forderung als zu hoch. Wörtlich bezeichnete er diese als "nicht bezahlbar". "Pro Prozentpunkt würde Sachsen etwa 67 Millionen Euro mehr ausgeben. Das ist Geld, was uns dann an anderer Stelle fehlen würde", sagte Haß MDR AKTUELL. Dennoch äußerte er sich mit Blick auf eine mögliche Einigung zuversichtlich.

Verdi-Chef Frank Bsirske hingegen dämpfte die Hoffnungen auf eine baldige Einigung in dem Tarifstreit. Er sehe derzeit keine Basis für einen Abschluss, sagte Bsirske im ZDF. Die Gewerkschaften und die Arbeitgeber lägen in allen wesentlichen Punkten auseinander. Derzeit könne er nichts ausschließen, auch nicht längere Streiks.

Die Forderungen der Gewerkschaften * sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro monatlich
* Aufstockung um 300 Euro in der Gehaltstabelle für die Krankenpflege
* 100 Euro mehr pro Monat soll es für Azubis und Praktikanten geben

Warnstreiks auch in Sachsen-Anhalt

Zwei Tage vor Start der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag gibt es am Dienstag und am Mittwoch ganztägige Warnstreiks unter anderem in Sachsen-Anhalt. So hat die Bildungsgewerkschaft GEW Lehrer, pädagogische Mitarbeiter und Hochschulbeschäftigte zum Arbeitskampf aufgerufen. Betroffen ist zunächst der Landkreis Harz.

Sieben weitere Bundesländer betroffen

In Berlin sind Erzieher, Lehrer und Sozialarbeiter zu einem zweitägigem Ausstand aufgerufen, viele Kitas sollen geschlossen bleiben. Ganztägige Warnstreiks und zentrale Kundgebungen wurden auch in Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. Betroffen sind Verwaltungen, Straßenbaumeistereien, Bibliotheken, Unikliniken, Hochschulen und Studentenwerke sowie Berufsschulen.

Verhandelt wird laut deutschem Beamtenbund dbb für eine Million Tarifbeschäftigte der Länder. Ausgenommen sind die Beschäftigten in Hessen. Dieses Bundesland führt eigene Tarifverhandlungen. Der Abschluss wird auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger übertragen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Februar 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2019, 09:32 Uhr

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6 Kommentare

27.02.2019 15:33 Fragender Rentner 6

Wenn man ein E-Auto fährt, da kann der Spritpreis steigen oder fallen das spielt bei den Autos noch keine so große Rolle.

26.02.2019 20:11 Peter 5

@4: Sehr geehrter Herr Müller, Sie scheinen nicht auf dem neuesten Stand zu sein. Die Inflationsrate liegt gegenwärtig bei 1,4%. Den Rückgang zum Beispiel der Spritpreise um 20% haben Sie wahrscheinlich nicht mitbekommen.
Ich gönne den Mitarbeitern der Länder eine angemessene Lohnerhöhung. Die Lehrer, Polizisten Krankenschwestern und Feuerwehrleute haben es sich verdient.

26.02.2019 14:33 Gerd Müller 4

Super, was wird dann wieder teurer? Grundsteuer, Parken, Bus, Kita, Hundesteuer usw.
Aber unsere Inflation bleibt immer bei 2%, wer’s glaubt, ich nicht.
Der Teuro, wird uns noch zeigen, was er wert ist.

26.02.2019 12:56 Hant... 3

Richtig so! Die Länder sollen und müssen dies zahlen. Die Löhne in einigen Branchen sind enorm gestiegen. Ein angestellter am Fließband in der Metallbranche bekommt mehr wie ein Ingenieur der beim Land (TVL) angestellt ist. Zum Vergleich im VÖD verdient man ein vielfaches mehr bei gleicher Eingruppierung. Hier in Berlin ist dies gut durch die Abwanderung der Angestellten in das kommunale Umland zu beobachten. Die Kommunen können ich dies auch leisten, also ist die Aussage, dass die Forderungen zu hoch sind und nicht zu leisten von den Ländern, falsch! Somit verliert das Land immer mehr gute Mitarbeiter! Ich überlege ebenfalls wieder in den privaten Bereich zu wechseln, den die Bezahlung im TVL ist verglichen zu andren einfach nur sehr wenig!!!!

26.02.2019 11:58 Blumenfreund 2

6 Prozent oder 200€ monatlich. Da kann man sich ausrechnen was die heute schon verdienen.

26.02.2019 10:31 Fragender Rentner 1

Wollen nur hoffen das es ein ähnliches Ergebnis für die Menschen gibt.