Wohngeld- und Mietenbericht Geringverdiener geben fast die Hälfte für Miete aus

Die Mieten sind seit 2016 jährlich im Schnitt um fünf bis sechs Prozent angestiegen. Geringverdiener-Haushalte müssen laut Wohngeld- und Mietenbericht fast die Hälfte ihres Einkommens für die Miete berappen.

Geld liegt auf einem Hausplan
Geringverdiener müssen einen Großteil ihres Einkommens für die Miete aufwenden, so der Wohngeld- und Mietenbericht des Bundesbauministeriums. Bildrechte: Colourbox.de

Die Mieten in Deutschland haben in den vergangenen Jahren deutlich angezogen. Wie aus dem am Mittwoch im Kabinett diskutierten Wohngeld- und Mietenbericht des Bundesbauministeriums hervorgeht, stiegen die Mieten zwischen 2016 und 2018 jährlich um durchschnittlich fünf Prozent. In den sogenannten Metropolkernen erhöhten sich die Mieten sogar um rund sechs Prozent jährlich.

46 Prozent für Miete

Besonders hart trafen die Mietanstiege Menschen mit geringen und mittleren Einkommen. Dem Bericht zufolge müssen Geringverdiener-Haushalte mit einem Nettoeinkommen unter 1.300 Euro mittlerweile monatlich im Schnitt 46 Prozent ihres Einkommens für Mieten aufwenden. Single-Haushalte geben dem Regierungsbericht zufolge monatlich rund ein Drittel (34 Prozent) des Einkommens für die Miete aus. Vier-Personen-Haushalte müssen im Schnitt rund ein Viertel (24 Prozent) ihres Netto-Einkommens für die Miete aufwenden.

Bei Gutverdiener-Haushalten mit einem Monatseinkommen von mehr als 4.500 Euro netto liegt der Anteil für die Mietausgaben demnach bei durchschnittlich 17 Prozent. Im deutschen Gesamtdurchschnitt machen die Ausgaben für die Miete dem Bericht zufolge 29 Prozent des Einkommens aus.

Große regionale Unterschiede

Der Wohngeld- und Mietenbericht spricht allerdings auch von teilweise großen regionalen Unterschieden. Während in ländlichen Regionen die Mieten mehrheitlich günstig seien, erhöhten sich die Mieten insbesondere in den Metropolen besonders stark, heißt es in dem Papier. So reichte die Spannweite im Jahr 2018 von 4,50 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter im Vogtlandkreis bis zu 17,73 Euro in der bayerischen Landeshauptstadt München.

Mehr Wohnungen und mehr Wohngeld

Die Bundesregierung bekräftigte in dem Bericht ihr Ziel, bis zum Ende der Legislaturperiode 1,5 Millionen neue Wohnungen fertigzustellen. Ausreichend bezahlbarer Wohnraum sei eine der wesentlichen sozialen Fragen der Zeit, kommentierte Regierungssprecher Steffen Seibert dieses Ansinnen.

Außerdem wurde in dem Wohngeld- und Mietenbericht angekündigt, das Wohngeld für Geringverdiener ab 2020 zu erhöhen und auszuweiten. Dann sollen 660.000 Haushalte von der Unterstützung profitieren. Das wären 180.000 mehr als bisher.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Juli 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2019, 16:37 Uhr

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24 Kommentare

05.07.2019 11:41 Mane 24

Ich würde sagen,zieht auf einen Campingplatz und dann könnt Ihr sparen.Aber geht ja nur bi Rentner.

04.07.2019 20:43 Fragender Rentner 23

Wie haben sie vorige Woche Mittags bei ARD/ZDF von Menschen in Berlin geschrieben und gezeigt welche Plakate an der Wohnung hängen, kam bestimmt auch auf anderen Sendern.

Da soll z.B. ein Mann der jetzt ca. 500,- € zahlt dann nach der Sanierung ca. 1.400,- € zahlen.

Nur hat sich sein Wohnungsgröße nach der Sanierung nicht verdoppelt, war glaube ich bei 50 - 60 m² !!!

In welche Wohnung soll er wohl ziehen nach so manchem Ratschlag hier?

Wer heute eine unsanierte Wohnung hat, der/die können sie dann nicht mehr leisten und müssen dann aus ihrem Kiez ausziehen und in eine Fremde Umgebung, wo sie dann auch wieder längere Fahrzeiten zur Arbeit haben. ;-(

04.07.2019 20:31 Fragender Rentner 22

Welche Wohnungsunternehmen haben gestern im DAX einen Sprung mit mehreren Prozenten verzeichnen können ?

Ach das waren ja diese "Wohnkonzerne" !!!

.

04.07.2019 20:28 Fragender Rentner 21

Zitat von Oben: Geringverdiener geben fast die Hälfte für Miete aus

Erst werden auch durch diese guten Politiker solche Jobs geschaffen und dann werden solche Schlagzeilen produziert !!! :-(((

Werden da die Betroffenen nicht verhöhnt ?

04.07.2019 19:03 Arbeitende Rentnerin 20

Wenn ich die Ratschläge der Klugsch... schon wieder lese, nicht bei allen sind oder waren die Umstände so, dass man sich Wohneigentum schaffen konnte, z.B. unsere Generation, die die Wende mitten im Leben aus der Arbeit rausgeworfen hat. Nicht alle konnten nach dem Westen gehen, mancher musste auf Schule und Ausbildung der Kinder oder betagte Angehörige Rücksicht nehmen. Außerdem hätten sich unsere lieben Landsleute da auch aufgeregt und wenn jeder ein eigenes Haus hätte, wären unsere Wälder schon lange abgeholzt. Wohnen sollte für jeden möglich sein, da meine ich keinen Palast, aber menschenwürdig.

04.07.2019 15:47 Maria A. 19

Wie sollte man mit 1000 Euro im Monat zu einem Haus kommen? "Ruinen" gibt es sicherlich günstig, aber bei den Materialpreisen, da schafft man selbst mit Eigenleistung nicht mehr, was in der DDR möglich war: Kaum was auf der Kante, aber ein Eigenheim errichten... Hinsichtlich des gescheiterten Rechenmodells zur Mietentwicklung anhand meiner Dresdner Tante G., möchte ich für Peter nochmals rechnerisch tätig werden: 1998 zahlten wir monatlich 89 DM für Strom (haben Gasheizung und Haus). Da die Preise stiegen, reduzierten wir unseren Verbrauch. Zudem wechseln wir aller zwei Jahre den Anbieter. Wir bemühen uns also wirklich. Zur Zeit beträgt die Abbuchung 103 Euro. Ob Peter und Co. jetzt nachvollziehen, wenn ich behaupte, dass die Fixkosten unverhältnismäßig anstiegen? Hoffentlich. Falls nicht - ich könnte noch die Heizungskosten detailliert aufführen hinsichtlich ähnlicher Aufwärtsspirale mit dem Euro...

04.07.2019 15:34 der_Silvio 18

@5 wwdd + @15 gerd;
Wer Wohngeld bekommt, hat ohnehin sehr wenig; wovon also sparen?
Ich hatte schon mal bei einer Bank wegen eines Kredits zwecks Hauskauf angefragt. Die Antwort des Bankers: "Sie haben 4 Kinder? Da können Sie einem Leid tun." Er konnte froh sein, daß der Schreibtisch zwischen uns stand.
Was sie schreiben ist anmaßend und unglaublich arrogant!
Wohnungen, besonders größere für Familien sind rar. Oft werden diese von Besserverdienenden gemietet - man braucht ja zu zweit oder dritt 120m². Dementsprechend sind die Preise für diese Wohngen sehr hoch.

04.07.2019 15:21 Querdenker 17

In Deutschland gibt es aus meiner Sicht, keinen wirklichen sozialen Wohnungsbau, was auch die Mieten nach oben treibt. Die mit Steuergeld geförderten Wohnungen fallen in ein paar Jahren aus der Sozialbindung heraus. Das ist für eine kapitalistisches Land eigentlich nicht so verwunderlich. Es geht um Profite.

siehe „spiegel Mieten: Zahl der Sozialwohnungen sank 2017 um 49.000“

siehe „rbb Berlin verliert 15 Prozent seiner Sozialwohnungen in einem Jahr“

Außerdem wurden jahrelang Gelder für den sozialen Wohnungsbau eingestrichen, aber trotzdem nicht gebaut.

siehe „sueddeutsche Sozialer Wohnungsbau - Länder zweckentfremden öffentliche Gelder“
Zitat: „Sie erhalten Zuschüsse in Millionenhöhe, doch Sozialwohnungen bauen einige Bundesländer trotzdem nicht.“

Prognose bis 2020: siehe „statista Immer weniger Sozialwohnungen in Deutschland“

Im Superwahljahr bekommen die Regierungsparteien hoffentlich die Quittung für ihre asoziale Politik.

04.07.2019 14:08 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 16

@ gerd 15 Alle die wegen ihrer hohen Mieten jammern sei gesagt,selber Schuld das gleiche Geld kann auch zum Erwerb von Wohneigentum ausgegeben werden für alle Preislagen gibt es da Angebote an gebrauchten Immobilien und auch Krediten vor allem in Ostdeutschland.
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Das möchte ich sehen wie H4, Mini Jober,1Eurojober,500 000 Rentner die auf Sozial Küchen angewiesen sind und (Im EU-Durchschnitt waren 16,9 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht. ) die ein Kredit bekommen.Bin echt gespannt wie sie uns das beweisen wollen.

04.07.2019 12:25 gerd 15

Alle die wegen ihrer hohen Mieten jammern sei gesagt,selber Schuld das gleiche Geld kann auch zum Erwerb von Wohneigentum ausgegeben werden für alle Preislagen gibt es da Angebote an gebrauchten Immobilien und auch Krediten vor allem in Ostdeutschland.