Wohnungsbau-Tag in Berlin Masterplan für Sozialwohnungen gefordert

In Deutschland werden zu wenige Wohnungen gebaut. Experten fordern auf dem Wohnungbautag in Berlin allein bei Sozialwohnungen eine Verdreifachung. Eine neue Studie macht die explodierenden Grundstückskosten als Preistreiber für Mieten aus.

In Deutschland werden nach Einschätzung von Experten viel zu wenige und zu teure Wohnungen gebaut. Das Verbändebündnis Wohnungsbau forderte deshalb am Donnerstag beim 11. Wohnungsbau-Tag in Berlin einen "Masterplan für den sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau".

Zu wenig Sozialwohnungen

Jährlich seien 80.000 neue Sozialwohnungen nötig, erklärte der Zusammenschluss von sieben Organisationen und Verbänden der Bau- und Immobilienbranche, darunter der Deutsche Mieterbund und die IG BAU. Fertiggestellt wurden den Angaben zufolge zuletzt aber nur 26.200 Wohneinheiten mit Sozialpreisbindung. Gleichzeitig fielen fast 43.700 Sozialwohnungen aus der Preisbindung heraus. Bund und Länder müssten "schnell eine Strategie entwickeln und finanziell enorm nachlegen". Konkret forderte die IG Bau Die IG Bau, die Mittel für den sozialen Wohnungsbau von aktuell 1,5 Milliarden Euro auf sechs Milliarden Euro pro Jahr zu steigern.

Weitere drei Milliarden für bezahlbaren Wohnungsbau gefordert

Auch die Zahl der insgesamt überhaupt neu gebauten Wohnungen liegt mit zuletzt 285.000 noch deutlich unter dem von der Bundesregierung ermittelten Bedarf von 385.000 Wohnungen pro Jahr. Laut Gewerkschaft müssten neben den Ausgaben für Sozialwohnungenen mindestens weitere drei Milliarden Euro pro Jahr für bezahlbaren Wohnungsbau ausgegeben werden. Bei den auch für Normalverdiener bezahlbaren Mietwohnungen seien nur 55 Prozent des Bedarfs gedeckt, zitierte das Bündnis aus einer von ihm beim Prognos-Institut in Auftrag gegebenen Studie.

Das Problem des bezahlbaren Wohnens ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Verbändebündnis Wohnungsbau

Laut Bündnis gibt es vor allem in jenen 40 Städten, in denen die Lage auf den Wohnungsmärkten am angespanntesten sei, zu wenig Wohnungsneubau. Deshalb würden sich Bauaktivitäten immer mehr ins Umland verlagern. Das habe erhebliche Folgen für die Mobilität. Der Pendlerverkehr wachse weiter an. Das Verbändebündnis fordert daher von den Kommunen, den öffentlichen Nahverkehr deutlich auszubauen.

Grundstückspreise treiben Mieten nach oben

Der Studie zufolge erschweren vor allem drastisch gestiegene Grundstückspreise den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Wie das Prognos-Instituts herausfand, stieg an den sogenannten A-Standorten - Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, München, Stuttgart - der Preis für Bauland in den letzten Jahren auf das Doppelte. 2011 habe er bei 600 Euro pro Quadratmeter gelegen, im Jahr 2017 bereits bei 1120 Euro.

In den sogenannten B-Standorten mit ebenfalls "sehr angespannten Wohnungsmärkten" stieg der Quadratmeterpreis von 240 auf 500 Euro, im Durchschnitt aller Städte und Kommunen von 130 auf 170 Euro. Laut Studie treiben die Grundstückspreise die Mieten um ein bis vier Euro pro Quadratmeter nach oben. Abgesehen von Berlin zählt für Prognos in Ostdeutschland einzig Leipzig und Potsdam zu den B-Standorten.

Öffentliche Hand soll mehr Bauland stellen

Der Direktor des Deutschen Mieterbunds, Lukas Siebenkotten, forderte daher Kommunen, Land und Bund auf, mehr Bauland zur Verfügung zu stellen: "Das Bauland ist der Flaschenhals für jeden Wohnungsneubau." Zudem forderte das Bündnis eine deutliche Entschlackung der Bauvorschriften und zügigere Genehmigungsverfahren. Der Politik fehle es momentan an "beherztem Zupacken".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Mai 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Mai 2019, 13:42 Uhr

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26 Kommentare

10.05.2019 16:39 Ekkehard Kohfeld 26

Wessi 22 @ 21 "OstRiese",Kohfeld, der war gut! Lassen Sie doch einfach mal sein, andere user irgendwie zu beleidigen od. zu kränken!
##
Ach mit was für einfachen Mitteln man ihnen doch eine Freude machen kann lieber Ostfriese sogar mit Tippfehlern.
Und solange sie sich nicht an diesen Spruch halten müssen sie mit dem Echo leben.

"Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andren zu"

10.05.2019 15:27 Fragender Rentner 25

Zitat von Oben: Grundstückspreise treiben Mieten nach oben

Da muß man die Frage stellen wer treibt wohl und aus welchen Gründen diese Preise in die Höhe?

Doch bestimmt nicht um einen noch höheren Profit zu erziehlen ???

Nennt man das etwa dann soziale Marktwirtschaft?

10.05.2019 15:22 Fragender Rentner 24

Wir verdichten die Wohnflächen in den Städten und fällen dafür die Bäume und vernichten die Grünflächen in der Stadt !!! :-(((

Heute steht in der LVZ, dass man auf Haltestellen Grünpflanze setzt.

Und von BW kam dieser Tage, dass dort die hochgelobten grünen Moosbepflanzungen an den Wänden verdörren.

10.05.2019 11:04 Ekkehard Kohfeld 23

Walter 20

Ich habe es schon oft geschrieben. Wer sich keine Wohnung in der Großstadt leisten kann, muss halt außerhalb ziehen.

Es ist ganz einfach dort bezahl man 6.00
Euro. Luxus der Stadt muss man sich leisten können.

Es gibt genug bezahlbare Wohnungen in Deutschland. Aber die ... wollen nicht zu aufs Dorf.##

Übernehmen sie Kosten für das pendeln?
Und die dabei vergeudete Zeit und verschmutzen der Umwelt
durch das pendeln sind auch nicht ganz ohne.

10.05.2019 09:57 Wessi 22

@ 21 "OstRiese",Kohfeld, der war gut! Lassen Sie doch einfach mal sein, andere user irgendwie zu beleidigen od. zu kränken!Ich nenne Sie doch auch nicht "Klofällt", sondern versuche immer wieder das, was Demokraten ausmacht, zu diskutieren, auch wenn man sehr unterschiedliche Meinung hat!Und was Bauquote in HH anbelangt machen Sie sich schlau+vergleichen Sie mit anderen Bundesländern.Sie werden sehen: bei uns gibt es viel zu kritisieren, mit Recht, aber genau das Bauen ist ziemlich Spitze.@ 19 ...das stimmt für HH NICHT!

10.05.2019 08:27 Ekkehard Kohfeld 21

@ Wessi 16 @ 13 ...Hamburg als Negativ-Beispiel taugt überhaupt nicht.Informieren Sie sich bitte umfassend.Man kann auch isolierte Bauvorhaben nicht vom gesamten Bauaufkommen einer Stadt (hier eines ganzen Bundeslandes) so einfach abtrennen.##

Und warum nicht lieber Ostriese,weil sie da wohnen?

10.05.2019 00:01 Walter 20

Ich habe es schon oft geschrieben. Wer sich keine Wohnung in der Großstadt leisten kann, muss halt außerhalb ziehen.

Es ist ganz einfach dort bezahl man 6.00
Euro. Luxus der Stadt muss man sich leisten können.

Es gibt genug bezahlbare Wohnungen in Deutschland. Aber die ... wollen nicht zu aufs Dorf.

09.05.2019 23:36 part 19

Mittlerweile fehlen 1,9 Millionen bezahlbarer Wohnungen in diesem Land. Sozialwohnungen von privaten Bauträgern gab und wird es nicht geben, zuerst kommen die Eigentumswohnungen und dann das vermietbare Hochpreissegment und der Staat hat jahrelang gepennt und Abrisse von Plattenbauten noch subventioniert.

09.05.2019 21:43 007 18

Masterplan für Sozialwohnungen gefordert!

So ein Unsinn schon wieder. Und für wem bitt-schön, für die Migranten??

So ein Nonsens kann nur von links-grün-roten Dusels kommen. Sozialwohnung pauschal zu bauen ist absolut unsinnig. Das schafft nur Slums u parallel Gesellschaften. Völliger Käse u unüberlegt. Nein, der einzig vernünftige Weg ist, Altbau-Sanierung, Um- bzw Neubau fördern O-H-N-E Sozialbau Charakter. Jeder Mieter soll/kann dann je nach Bedarf u Einkünften für seine Wohnung Mietzuschuss beantragen, die wiederum jederzeit bei Arbeitsaufnahme eingeschränkt oder entfallen kann.
Problem Armut-Slums gelöst.

Ist denn das sooo schwer verdammt nochmal??? ...

09.05.2019 19:50 Peter 17

@13: Ich empfehle Ihnen, Ihre Uralt-Informationen nicht nur über die einschlägigen AfD-Medien zu beziehen. Wenn Sie das tun würden, hätten Sie erfahren, was aus der Flüchtlingsunterkunft wird. Ich zitiere dazu "Welt" vom April 2018: "Doch das Glück hat ein Verfallsdatum. Laut dem Bürgervertrag für den Mittleren Landweg, dem Einigungswerk zwischen Stadt und der Initiative Hamburg für gute Integration, sollte die Platzzahl bis Ende 2019 eigentlich auf nur noch 300 Flüchtlinge reduziert und die restlichen Wohnungen an jedermann vermietet werden."
Sie repräsentieren somit das typische Beispiel versuchter gezielter Falschinformation. Aber Sie wissen doch auch: Lügen haben kurze Beine.