Eine Häuserreihe steht auf inzwischen bebauten Grundstücken.
Sozialwohnungen in Hannover. Bildrechte: dpa

Wohnen Zahl der Sozialwohnungen sinkt

Bundesweit ist die Zahl der Sozialwohnungen weiter gesunken. Nur in Sachsen ist der Trend gegenläufig, dort entstanden im vergangenen Jahr 161 zusätzliche Wohnungen auf dem sozialen Wohnungsmarkt.

Eine Häuserreihe steht auf inzwischen bebauten Grundstücken.
Sozialwohnungen in Hannover. Bildrechte: dpa

Die Zahl der Sozialwohnungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, gab es Ende des Jahres fast 42.500 Sozialwohnungen weniger als noch Ende 2017. Insgesamt wurden zum Jahreswechsel fast 1,18 Millionen Sozialwohnungen vermietet.

Lage nicht einheitlich

Dabei ist die Lage auf dem sozialen Wohnungsmarkt bundesweit nicht einheitlich. In Sachsen beispielsweise entwicklte sich die Zahl der zur Verfügung stehenden Wohnungen entgegen dem Trend: Ende 2018 gab es rund 11.800 Wohnungen für Bedürftige und damit 161 mehr als ein Jahr zuvor. In Sachsen-Anhalt und Thüringen indes sank die Zahl – in Thüringen um 1.400 auf 14.800 und in Sachsen-Anhalt um 150 auf rund 3.750.

Was sind Sozialwohnungen?

Bei Sozialwohnungen sind die Mieten staatlich reguliert. Nur behördlich als bedürftig anerkannte Menschen dürfen dort wohnen. Doch fallen Wohnungen nach einer bestimmten Zeit aus dieser sogenannten Belegbindung und können dann normal am Markt vermietet werden. Wenn also nicht im gleichen Umfang neue Sozialwohnungen gebaut werden, sinkt die Zahl.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. August 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2019, 12:54 Uhr

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7 Kommentare

14.08.2019 18:12 Sabrina 7

Sozialwohnungen - wenn ich den Begriff schon höre!
Erinnert irgendwie an "Zoo".
"Sozialwohnungen" - das ist wirklich ein Sprachgebrauch eines Ekelmilieus.

Wer das meiste Geld verfügbar hat, dem werden die meisten Sozialleistungen zuteil, z.B. in Form nicht erhobener Steuern.

14.08.2019 15:12 Fragender Rentner 6

Mit Sozialwohnungen kann man keinen Profit erzielen !!! :-(((

Nur Versprechen die man bekommt.

14.08.2019 15:09 Maria A. 5

Was denn, mit 161 neuen Sozialwohnungen liegt Sachsen noch in Führung? Für ganz Sachsen 161 neue Sozialwohnungen ist deutschlandweit das beste Ergebnis? Oh, Susanna...

14.08.2019 15:00 Peter 4

@Querdenker: Ach ja, aber wenn in Berlin über die Enteignung der großen Wohnungskonzerne nachgedacht wird, ist das DDR 2.0. Ganz voran dabei die Herrschaften in Blau: "AfD-Bundestagsfraktion lehnt Enteignung von Wohnungsunternehmen ab"
Und warum steigt die Anzahl der Sozialwohnungen in Sachsen an? Dazu hieß es in früheren MDR-Beiträgen: "Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) will in den nächsten zwei Jahren 1.000 Wohnungen bauen. "Dies ist das größte Wachstumsprogramm seit Gründung des Unternehmens 1990/91", erklärte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung im Sommer 2018. Für ein Drittel der neuen Wohnungen sollten Fördermittel für mietpreisgebundene Wohnungen eingesetzt werden." Wer unterstützt dies? "Steigende Mieten und Wohnungsmangel. Die angespannte Lage soll sich besonders in Großstädten weiter verschärfen. (Der Freistaat) Sachsen investiert jetzt 41,5 Millionen Euro für insgesamt 1.125 Sozialwohnungen in Dresden und Leipzig."

14.08.2019 14:34 wwdd 3

Der Markt muß es richten, denn staatliche Eingriffe führen zu Verwerfungen. Das zeigt auch die jüngere Geschichte.

14.08.2019 14:21 Querdenker 2

In der Weimarer Verfassung von 1919 im Artikel 155 wurde das staatliche Ziel formuliert, „jedem Deutschen eine gesunde Wohnung“ zu sichern. Wann wird dieses Recht , was auch eine Frage der Menschenwürde ist, endlich ins Grundgesetz geschrieben?

Es wurden jahrelang Gelder für den sozialen Wohnungsbau von Bundesländern eingestrichen, aber trotzdem nicht gebaut.

siehe „sueddeutsche Sozialer Wohnungsbau - Länder zweckentfremden öffentliche Gelder“
Zitat: „Sie erhalten Zuschüsse in Millionenhöhe, doch Sozialwohnungen bauen einige Bundesländer trotzdem nicht.“

Prognose bis 2020: siehe „statista Immer weniger Sozialwohnungen in Deutschland“

Die Regierungsparteien bekommen im Superwahljahr hoffentlich die Quittung für ihre asoziale Politik.

14.08.2019 14:11 Querdenker 1

Zitat: „Doch fallen Wohnungen nach einer bestimmten Zeit aus dieser sogenannten Belegbindung und können dann normal am Markt vermietet werden.“

Das ist finde „pseudo-sozialer-Wohnungsbau“ in Deutschland.

Andere Länder machen wirklichen sozialen Wohnungsbau bzw. treffen Maßnahmen:

siehe „faz So funktioniert der soziale Wohnungsbau in Österreich“
Zitat: „Mit seinen rund 900.000 Wohnungen nimmt der soziale Wohnbau in Österreich einen Anteil von fast einem Viertel am gesamten Wohnungsbestand (60 Prozent des Mietwohnungssektors) ein ...“

siehe „welt Mietrecht: Die Schweiz wird zum Paradies für Mieter“
Zitat: „In Basel müssen Mieter höchstens 33 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Wohnen aufwenden, Luxussanierungen sind seit einer Volksabstimmung verboten.“

siehe „zeit Straßenobdachlosigkeit gibt es in Finnland nicht mehr“
Zitat: „In Finnland ist die Obdachlosigkeit gesunken wie sonst nirgends. Denn jeder Bürger bekommt dort eine Wohnung vom Staat.“