Demonstranten bei Ostermarsch 2018 in Berlin
Auch in Berlin wurde wieder für Frieden und Abrüstung demonstriert. Bildrechte: dpa

Für Abrüstung und Frieden Zehntausende Teilnehmer bei Ostermärschen in Deutschland     

Seit den 60er-Jahren demonstrieren in Deutschland zu Ostern Menschen für Abrüstung und Frieden. Auch in diesem Jahr gingen bei Ostermärschen bundesweit wieder Zehntausende auf die Straßen, auch in Ostdeutschland.

Demonstranten bei Ostermarsch 2018 in Berlin
Auch in Berlin wurde wieder für Frieden und Abrüstung demonstriert. Bildrechte: dpa

Bei Ostermärschen sind in Deutschland in diesem Jahr erneut zehntausenden Menschen auf die Straßen gegangen. Wie das Netzwerk Friedenskooperative am Ostermontag mitteilte, fanden bundesweit rund 100 Demonstrationen und Kundgebungen gegen Krieg und Rüstungsexporte sowie für Frieden und eine atomwaffenfreie Welt statt. Insgesamt hätten sich an den Veranstaltungen von Karfreitag bis Ostermontag mehr Menschen als im letzten Jahr beteiligt.

Immer mehr Teilnehmer

Das Netzwerk Friedenskooperative begründete die steigenden Teilnehmerzahlen mit der "erschreckenden Weltlage" und der Vielzahl internationaler Konflikte wie etwa in Syrien oder in der Türkei. Viele Menschen sähen den Frieden bedroht und wollten dies nicht mehr hinnehmen. Zunehmende Aufrüstung, Rechtspopulismus, totalitäre Regime, Menschenrechtsverletzungen und Kriege seien weltweit zunehmende Tendenzen, die Frieden und Gerechtigkeit bedrohen würden.

Stermarsch gegen Türkei-Einsatz in Syrien

Die größten Kundgebungen wurden am Ostermontag zum Abschluss aus Hamburg, Frankfurt am Main, Nürnberg und Kassel gemeldet. Allein auf dem Römerberg in Frankfurt versammelten sich nach Angaben des Ostermarschbüros am Montag nach einem Sternmarsch rund 4.000 Menschen. Sie verlangten ein sofortiges Ende des türkischen Militäreinsatzes in Nordsyrien. Die Polizei sprach von 1.500 Teilnehmern. Im rheinland-pfälzischen Büchel wurde für den Abzug der US-Atomsprengköpfen demonstriert, die dort seit dem Kalten Krieg gelagert sind.

"Offene Heide" demonstriert in Letzlingen

In Sachsen-Anhalt wanderten am Montag Ostermarschierer der Bürgerinitiative Offene Heide von Letzlingen zum nahe gelegenen Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr. Der Ostermarsch stand unter dem Motto "An Kriege gewöhnen? Niemals!". Die 1993 gegründete Bürgerinitiative Offene Heide demonstriert seit Jahren für eineausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide.

Geschichte der Ostermärsche Ausgangspunkt der Ostermarschbewegung waren in den 1960er-Jahren Proteste gegen Atomwaffen in Großbritannien. Am Karfreitag 1958 versammelten sich zum ersten Mal rund 10.000 Menschen in London, um für atomare Abrüstung zu demonstrieren. Rund die Hälfte von ihnen brach damals zum 80 Kilometer entfernten Atomforschungszentrum Aldermaston auf. In der Bundesrepublik wurden Ostermärsche erstmals 1960 organisiert. In den 80er-Jahren gingen deutschlandweit bis zu 300.000 Menschen bei Ostermärschen auf die Straßen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 02. April 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. April 2018, 21:55 Uhr

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4 Kommentare

03.04.2018 20:48 ralf meier 4

@Klaus Nr 3: Hallo, Sie haben Recht. Danke für den Hinweis und sorry an die Redaktion

03.04.2018 19:06 Klaus 3

@ { 03.04.2018 14:07 ralf meier }
Wo sehen Sie da Abstimmungsbedarf?
Oder haben Sie übersehen, dass über unterschiedliche Zeiträume berichtet wurde?

03.04.2018 14:07 ralf meier 2

Zehntausende Teilnehmer bei Ostermärschen in Deutschland ?

Lieber MDR bitte stimmen Sie sich doch intern etwas besser ab. Zeitgleich kann man im Artikel :

'Tausende fordern Frieden und Abrüstung' lesen:
'In zahlreichen deutschen Städten haben sich am Karsamstag mehrere Tausend Menschen an den Ostermärschen beteiligt.'

Was soll man da nur glauben ?

03.04.2018 12:24 annerose will 1

Nun ja - gegen den brandgefährlichen Rechtspopulismus der Neuzeit geht man u.a. auf die Straße, man ist sogar so mutig den Abzug der US-Atomsprengköpfe aus Deutschland zu fordern. Gegen die Kriegstreiberei der Nato v.a. im Osten traut sich wohl aber dann doch kein Ostermarschierer was zu sagen ? Reale und vermeintliche Gefahren scheinen hier nicht im richtigen Verhältnis zu stehen.