Josef Schuster, Präsident des Zentralrat der Juden
Zentralratspräsident Schuster: "Wer Grundsätze des Zusammenlebens nicht verstanden hat, hat sein Aufenthaltsrecht verwirkt." Bildrechte: IMAGO

Zentralratspräsident Schuster: Abschiebung bei antisemitischen Attacken erwägen

Schon mehrfach sind Flüchtlinge aus arabisch-muslimischen Ländern durch antijüdische Attacken in Deutschland aufgefallen. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Schuster, hat sich für deren Abschiebung ausgesprochen.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrat der Juden
Zentralratspräsident Schuster: "Wer Grundsätze des Zusammenlebens nicht verstanden hat, hat sein Aufenthaltsrecht verwirkt." Bildrechte: IMAGO

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich für die Abschiebung von Flüchtlingen ausgesprochen, die mit antisemitischen Attacken auffallen.

Aufenthaltsrecht verwirkt

Schuster sagte MDR AKTUELL, wer nicht verstanden habe, was die Grundsätze des Zusammenlebens in der Bundesrepublik seien, der habe auch sein Aufenthaltsrecht verwirkt. Wenn es dann die Möglichkeit einer Abschiebung gebe, dann sollte man das ernsthaft in die Überlegungen mit einbeziehen.

Schuster sagte weiter, Antisemitismus aus arabisch-muslimischen Kreisen habe man aber nicht erst seit der Migrationswelle 2015. So seien 2017 vor dem Brandenburger Tor israelische Flaggen verbrannt worden.

Rabbiner bespuckt und beschimpft

Am vergangenen Wochenende war der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Yehuda Teichtal, in Begleitung eines seiner Kinder von zwei Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt worden. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf.

Im April des vergangenen Jahres verprügelte und beschimpfte ein aus Syrien stammender junger Mann im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg einen Kippa-Träger, den er für einen Juden hielt, mit einem Gürtel.

"Vielzahl antisemitischer Vorfälle"

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stellte auch 2018 eine Vielzahl antisemitischer Vorfälle mit islamistischem Hintergrund fest. Laut dem entsprechenden Verfassungsschutzbericht, reichte das Spektrum von antisemitischen Reden und Predigten über judenfeindliche Postings in sozialen Medien bis hin zu Attacken gegen jüdische Personen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. August 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2019, 10:03 Uhr