Mann mit Bomberjacke und Baseballschläger.
Der Verfassungsschutz hat eine Zunahme rechter Gewalt registriert. Bildrechte: imago/Rüdiger Wölk

"Bild"-Bericht Rechtsextreme Gewalt hat offenbar zugenommen

Am Donnerstag stellt das Bundesamt für Verfassungsschutz seinen Bericht für 2018 vor. Wie die "Bild am Sonntag" vorab schreibt, wurden im Vergleich zum Vorjahr mehr Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund gezählt.

Mann mit Bomberjacke und Baseballschläger.
Der Verfassungsschutz hat eine Zunahme rechter Gewalt registriert. Bildrechte: imago/Rüdiger Wölk

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" hat die Zahl rechtsextremer Gewalttaten im vergangenen Jahr in Deutschland zugenommen. Die Zeitung beruft sich auf den Jahresbericht 2018 des Bundesamtes für Verfassungsschutz, der am Donnerstag offiziell vorgestellt wird.

Wie die "Bild am Sonntag" schreibt, gab es im vergangenen Jahr sechs versuchte Tötungsdelikte (2017: vier), die als mutmaßlich rechtsextremistisch eingestuft werden. Alle hätten einen fremdenfeindlichen Hintergrund gehabt.

Der Verfassungsschutz stufte der Zeitung zufolge zuletzt 24.100 Menschen als rechtsextrem ein, 100 mehr als im Jahr 2017. Fast jeder zweite Rechtsextreme gilt demnach als gewaltorientiert. Zu den Feindbildern der Rechtsextremisten gehörten vor allem Asylsuchende und Muslime, aber auch Politiker.

Verwirrung um Zahlen

Verwirrung gibt es um die Zahl aller Gewalttaten mit rechtsextremem Hintergrund: Der "BamS" zufolge gab es im vergangenen Jahr 48 rechtsextreme Gewalttaten. Im Jahr zuvor seien es 28 gewesen. Der öffentlich zugängliche Verfassungsschutzbericht für 2017 listet allerdings 1.054 Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund auf. Die Zahl 28 wird dort im Zusammenhang mit der Zahl antisemitischer Gewalttaten genannt.

Zu Gewalttaten werden unter anderem Körperverletzungen, Erpressungen, Brandstiftungen oder versuchte Tötungen gezählt.

Das Bundesinnenministerium wollte die Zeitungsmeldung laut Evangelischem Pressedienst zunächst nicht kommentieren und verwies auf die Vorstellung des Verfassungsschutzberichts am Donnerstag in Berlin.

Mehrere Politiker in Thüringen bedroht

In Thüringen sind in den vergangenen zwei Jahren fünf Politiker von Rechtsextremisten direkt bedroht worden. Das Landeskriminalamt teilte dem MDR mit, die betroffenen Politiker hätten die Drohungen per E-Mail erhalten.

Wie das Thüringer Innenministerium auf eine Anfrage der Linken erklärte, gab es 2017 und 2018 insgesamt 17 Angriffe auf Büros von Landtagsabgeordneten, die alle einen rechtsextremen Hintergrund hatten.

Liebe User, in einer früheren Version des Textes haben wir die Zahlen der "Bild"-Zeitung übernommen, ohne sie auf Plausibilität zu prüfen. Dafür möchten wir herzlich um Entschuldigung bitten! Im Absatz "Verwirrung um Zahlen" haben wir die Quellenlage nun transparent dargestellt. Die fehlende konkrete Zahl, wie viele rechtsextremistische Gewalttaten es 2018 gegeben hat, werden wir vermelden, sobald sie veröffentlicht wird - also spätestens am 27. Juni, wenn der Verfassungsschutzbericht der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Juni 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juni 2019, 14:07 Uhr

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88 Kommentare

26.06.2019 06:48 Wo geht es hin? 88

@Mediator - Zitat von Ihnen: " Der Begriff der Unschuldsvermutung ist lediglich ein juristischer, an den sich Gerichte zu halten haben, da in Deutschland Schuld vom Gericht nachgewiesen und nicht Unschuld vom Angeklagten bewiesen werden muss." Zitat Ende. Aha. "Lediglich". Das befreit Sie natürlich davon, sich an Fakten zu halten. So kann der Spekulatius (ist ja von der Meinungsfreiheit gedeckt) bei Ihnen voll in`s Kraut schiessen. Weitermachen. PS: Übrigens: wo war denn bisher Ihre Empörung über körperliche Angriffe auf AfD - Leute bisher zu lesen? Trotz intensiver Suche hier im Archiv konnte ich DA nichts von Ihnen finden...Ihre gekünstelte Distanzeritis entspricht zwar dem Zeitgeist - aber ich würde es Doppelmoral nennen.

25.06.2019 23:15 aus Dresden 87

@73, 75
Ihre Versuche, die AfD irgendwelche Attribute anzuhängen, die schneller widerlegt sind, als Sie sie eintippen können, können Sie sich sparen. Heutzutage kann sich jeder aus veschiedenen Quellen über die AfD informieren und sich ein eigenes Bild bilden auch über die Informationskanäle der AfD selber.

Wer jahrzehntelange (und das war nicht nur Gauland oder Brandner) in der CDU oder SPD (z. B. Reil) aktiv war, weiß schon, wo er die vormerkelschen Inhalte der CDU oder die schmidtschen Inhalte der SPD findet.

25.06.2019 23:10 aus Dresden 86

@83
Sie haben nichts gelernt.
Eine Demokratie lebt von der im Diskurs entwickelten Meinungsbildung u. Entscheidung. Das Herausdrängen ungewünschter Meinungen aus der Öffentlichkeit (z. B. durch Entrechtungen u. Ausbürgerungen) widerspricht den elementaren Grundsätzen von Demokratie.

Dass Sie andere Kommentatoren als "Gesinnungsgenossen" von Mördern ist einfach nur infam. Unseren Großeltern "Untaten" vorzuwerfen nicht weniger. Kollektiv- und Erbschuld sind Ihre Kategorien. Woher derartiges Gedankengut entlehnt ist, ist unschwer zu erkennen.

25.06.2019 21:22 der_Silvio 85

@83 Wessi; "Ich denke gar nicht daran mir von jemandem der so gar nicht die Mehrheitsmeinung des deutschen Volks vertritt auch nur ansatzweise etwas sagen zu lassen."
Au h Minderheiten haben Meinungen und dürfen die laut äußern!
Und dann brauchen Sie mir auch nichts sagen. Diskussion lebt von sagen UND hören. Danke, daß Sie das klargestellt haben; hören Sie dann auf, mir Vorschriften machen zu wollen und akzeptieren auch meine Meinung. So wie sie sich hier ausdrücken, sind SIE die größere Gefahr für die Demokratie! Sie heucheln was von Meinungsfreiheit und wollen mir meine Meinung verbieten? Und können nicht einmal auf meine Frage Antworten, wo ich rechtsradikale Taten unterstütze! Mach ich nämlich nicht!
Sie eckeln mich an, ihre Heuchelei ist widerwärtig! PFUI!

25.06.2019 20:19 Wo geht es hin? 84

@Mediator - Zitat von Ihnen: "Komisch, dass sie solche Begriffe wie "Unschuldsvermutung" immer nur dann kennen, wenn es um mutmaßliche rechtsextreme Verbrechen geht." Zitat Ende. Da Sie das ja so steif und fest behaupten, können Sie das sicher auch an ein paar Beispielen, die von mir in diesem Kontex geschrieben worden, belegen? Nein? Dachte ich mir. PS: Wie kann ich etwas verurteilen, was noch gar nicht bewiesen ist? Das ich Rechtsextreme und deren Taten nicht gut heise, brauche ich auch nicht immer wieder betonen - für mich ist das eine Selbstverständlichkeit. PSS: Warten Sie doch erst mal die Ermittlungsergebnisse ab - die meisten Morde passieren nämlich aus dem näheren Umfeld des Opfers heraus - und DA sind die Messen noch längst nicht gesungen - ich erinnere nur an den dubiosen Sanitäter, der vorher privaten Stress mit Lübke hatte, den Tatort verunreinigte (welch Zufall) und eben aus dem näheren Umfeld stammt.

25.06.2019 19:13 Wessi 83

@ 81 Wo+wann habe ich den Begriff "Nazideutschland" verwendet? Die BRD,mein Vaterland, ist Teil der EU+genauso gleichberechtigt wie die NL.Kritik von Menschen aus anderen EU-Ländern, gerade wenn DIE Deutschen diese mit unvergleichbarem Terror überzogen haben, muß man aushalten, auch jemand wie Sie der Patriotismus mit krankem Nationalismus immer wieder in einen Topf wirft.Hier geht es um rechtsradikale Gewalttäter+deren Schreibtischkumpane.Und nocheinmal: ich habe etwas zitiert von einem Menschen der für die Meinung "wem es hier nicht passt der ist unwillkommen"von Ihrem mutmaßlichen Geistesgenossen hingerichtet wurde.Ich denke gar nicht daran mir von jemandem der so gar nicht die Mehrheitsmeinung des deutschen Volks vertritt auch nur ansatzweise etwas sagen zu lassen.Sie+Ihresgleichen haben aus den Untaten IHRER Omas+Opas NICHTS gelernt.(und wollen es auch nicht wie Sie ja immer wieder hervorheben)

25.06.2019 17:24 der_Silvio 82

@81 Wessi;
Warum hauen Sie Deutschland und EU in einen Topf?
Deutschland ist als souveränes Land Mitglied in der EU.
Und jetzt verraten Sie mir bitte, wo und wann ich rechtsradikale Straftaten unterstütze.
"Da Sie das Land+seine frei gewählten Mehrheiten+deren Wähler permanent schlecht machen"
Ich mache nicht schlecht, ich kritisiere. Sie hatten mir mal geschrieben, ich müsse Kritik aushalten. Das gilt wohl nicht für Sie? Sie sollten dies ebenso können, das zeichnet eine Demokratie aus.
Und nochmals für Sie: ich werde MEIN Heimatland nicht verlassen, nur weil Sie das wollen! Sie schimpfen über 'Nazideutschland', daher: tun Sie sich keinen Zwang an und gehen sie.

25.06.2019 16:29 Wessi 81

@ 74 da Sie das Land+seine frei gewählten Mehrheiten+deren Wähler permanent schlecht machen, sollte es Ihnen nicht schwer fallen einfach abzuhauen.Im Übrigen habe ich auch nur den (deshalb)ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten zitiert.Und ja: gewissen Leuten die indirekt hier rechtsradikale Täter (um die gehts im Beitrag) unterstützen, sollten vllt. als quasi "Schreibtischtäter" die bürgerlichen Rechte abgesprochen werden.Auch ohne, daß Sie sogenannte politische Veranstaltungen besuchen.Und ansonsten leben wir in der EU (steht auf allen Pässen)+nicht in der DDR, in der es die begriffliche Anmerkung gab "innere Angelegenheiten in die sich die BRD nicht einzumischen" hätte.Ich könnte auch sagen: was geht Sie als Sachse an, wie wir im Westen empfinden!Tu ich aber nicht.

25.06.2019 15:37 Fragender Rentner 80

Was ist schlimmer diese Gewalt oder was bei n-tv oder der Welt aus NRW steht?

Was steht heute in der LVZ wo man da einen irgend wo gesehen haben will?

Und er war es garnicht.

Wo stehen da die Guten auf?

25.06.2019 14:22 der_Silvio 79

@77 Klaas (Klever) aus Holland; "@66. Silvio, wenn Sie lieber den Ed aus Holland wollen, gerne."
An Konstruktivität kaum noch zu toppen, sehr geistreich.
Da erübrigt sich eine Antwort an #72 Fakt.