Sprachniveau B1 Zielniveau bei Deutsch-Tests zunehmend verfehlt

Ein Gespräch aufrecht erhalten und sich im Alltag ausdrücken können - das sind die Ziele des B1-Sprachtests für Zuwanderer. Doch immer weniger Kursteilnehmer schaffen dieses Niveau im ersten Versuch.

Die sinkende Zahl von erfolgreichen Absolventen des Deutsch-Tests für Zuwanderer bereitet Behörden und Politik Kopfzerbrechen. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der AfD hervorgeht, haben vergangenes Jahr 51,5 Prozent der Kursteilnehmer das Kursziel "Sprachniveau B1" im ersten Anlauf verfehlt. Im Vorjahr waren es rund 48 Prozent gewesen, 2016 knapp 38 Prozent der Teilnehmer.

Bemühungen um bessere Sprachkurse

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, betonte, es sei wichtig, dass mehr Einwanderer den Integrationskurs erfolgreich abschließen. Es gehe nicht nur um ein Häkchen auf dem Papier, sondern darum die Menschen zu befähigen, gesellschaftlich und beruflich Fuß zu fassen. Die CDU-Politikerin begrüßte, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer an "konkreten Qualitätsverbesserungen" arbeite.

Widmann-Mauz hatte im August Vorschläge für eine "Qualitätsoffensive Integrationskurse" gemacht. Dazu zählten finanzielle Anreize für Kursanbieter und Lehrkräfte. Damit sollten ausreichend Alphabetisierungskurse angeboten werden, um den gestiegenen Bedarf zu decken.

Innenministerium relativiert Sprachtest-Ergebnisse

Wer den Kurs nicht mit B1 beendet, ist allerdings nicht automatisch durchgefallen. Viele erreichen zumindest das darunter liegende Niveau A2, manche treten die Prüfung gar nicht erst an.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", ein Abschluss mit A2 sei angesichts des Bildungsniveaus vieler Kursteilnehmer ein "beachtlicher Erfolg". Damit bezog er sich auf die teils fehlende Grundschulbildung.

Kritik am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Die integrationspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Filiz Polat kritisierte dagegen Untätigkeit des Innenministeriums. Dieses verspreche zwar eine langwierige Evaluation, passiert sei aber bisher noch nichts. Nicht die Geflüchteten seien das Hauptproblem bei den Sprachkursen, sondern das "mangelhafte System Bamf", sagte die Grünen-Politikerin der dpa.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. März 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. April 2019, 11:39 Uhr

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45 Kommentare

13.04.2019 19:54 Fragender Rentner 45

Das kann schon passieren, denn die deutsche Sprache ist eine schwere Sprache.

Hatten wir schon Früher immer gesagt bekommen.

Trotzdem kommen sie her.

13.04.2019 18:24 nasowasaberauch 44

Was ändert sich für die durchgefallenen Prüflinge? Nichts! Das ist der Kardinalfehler in diesem Land. Steuergelder so zu verbrennen kann nicht die Lösung sein.

13.04.2019 16:54 Jens 43

"Damit bezog er sich auf die teils fehlende Grundschulbildung." Das kann doch nicht sein, oder? Und wurden doch Fachkräfte, Ärzte und sonstige Akademiker versprochen.

13.04.2019 16:05 Fragender Rentner 42

Wie hieß es schon immer, deutsche Sprache ist eine schwere Sprache.

Geld zählen geht einfacher, denn die Zahlen sind doch überall auf der Welt gleich.

Also klappt es auch bei Überweisungen.

Oder rechnen noch manche mit den römischen Ziffern?

13.04.2019 09:45 Bingo 41

Vor kurzen wurde noch behauptet, die Integration in den Arbeitsmarkt läuft prima. Mich würde mal interessieren, wie das ohne Deutschkenntnisse funktioniert ??

12.04.2019 21:49 Bürger 40

Mattotaupa@18 Das sie zum Thema Deutsch Test nichts beizutragen haben, beweißen ihre eigenen Deutschkenntnisse eindrucksvoll.

12.04.2019 20:18 karstde 39

Unsere Kinder lernen noch nicht einmal richtig Deutsch in der Schule, weil heute alles so legere gehandhabt wird, da sieht es bei den Zuwandern erst recht nicht anders aus. Beispiel Schönschreiben. War in der DDR Pflicht. Heute im Westen ist es ein Fremdwort.

12.04.2019 20:01 Wagner 38

Die meisten Parteien haben ein falsches Verständnis von Integration, da viele dieser Personen in ihr Heimatland zurückkehren, bzw. dazu verpflichtet sind.

12.04.2019 19:43 CDU Wählerin 37

Gut das 88% nichts von extrem Frendenfeindlichen wissen wollen @ Gerd Müller 10 >> ... Das ist das Land in dem wir gut und gerne leben, nur nicht für Deutsche. Wer das will, der soll die Altparteien immer wieder wählen. <<
Selbstverständlich! Das machen Demokraten immer!

12.04.2019 19:29 CDU Wählerin 36

wir sollten toleranter sein und statt auf Deutsch - Englisch anbieten! Das bringen die meisten Menschen weltweit mit, können es weltweit anwenden und auffrischen. Es sollte Europas Amtssprache werden