Die Medienschau

Kommentare zu Scholz' Kandidatur für den SPD-Vorsitz

"Jetzt also (...) Scholz", heißt es auf tagesschau.de . "Vorausgesetzt - er findet eine Partnerin. Kleiner Tipp: 0385 ist die Vorwahl von Schwerin. Dort könnte er Manuela Schwesig anrufen. Die ist Frau, die ist Osten, die ist sozialdemokratisch und sie kennen auch noch ein paar Menschen. Dass sie auch gesagt hat: 'SPD-Chefin? Ich will nicht', muss ja nichts heißen. (...) Scholz wird das am besten wissen."

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt: "Überfällig war die Kandidatur (...) auch, weil Scholz der letzte Mohikaner einer SPD ist, die Ökonomie buchstabieren konnte. Sie hat sonst niemanden mehr aus diesem Stamm, der Gewicht hätte (...). Ohne Trittfestigkeit auf diesem Parkett (...) kann die SPD noch so viele Neuanfänge inszenieren. Sie werden nicht gelingen."

Die Stuttgarter Zeitung ist skeptisch: "Scholz steht für das Gegenteil dessen, was die SPD nach dem Nahles-Abgang ersehnt: einen Neuanfang. Sein Führungsduo mit Nahles ist gescheitert. Zuletzt hatte er die Rolle eines Vizekanzlers mit Verfallsfrist bis Jahresende inne (...). Bei all der Zweit- und Drittklassigkeit, durch die sich das bisherige Bewerberfeld für den wichtigsten Posten der SPD auszeichnet, erscheint Scholz gleichwohl wie ein weißer Ritter."

Die Welt kommentiert: "So herbeigesucht jüngst die Begründung klang, er habe keine Zeit, so ernst hatte Scholz seine Absage an den SPD-Vorsitz gemeint. Dass er jetzt doch antritt, (...) bezeugt vor allem, für wie ernst der 61-Jährige die Lage der SPD hält. Es belegt aber auch den mangelnden Führungswillen der anderen verbliebenen SPD-Schwergewichte."

Die Volksstimme aus Magdeburg meint: "Es stand von Anfang an fest, dass die SPD kein Personal für eine Wende hat. (...) Olaf Scholz, Ralf Stegner oder Boris Pistorius sind erfahrene Politiker, die eine zwischen ganz links und irgendwie Mitte entscheidungsunfähige Partei mit Rest-Stammwählerschaft weiter gut verwalten könnten. Aber disruptive Ansätze oder ähnlich populäre Persönlichkeiten wie bei den Grünen sind nicht in Sicht."

Die Chemnitzer Freie Presse favorisiert sächsische Kandidaten: "Aus Sachsens SPD gibt es mit Integrationsministerin (...) Köpping und dem Oberbürgermeister von Bautzen, (...) Ahrens, sogar gleich zwei Bewerbungen. Wie groß ihre Chancen sind, ist offen. Fest steht aber: Ganz anders als Scholz stünden Köpping wie Ahrens für jenen personellen Neuanfang, den die SPD so herbeisehnt."

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2019, 22:50 Uhr