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Deutsche Zeitungen zum Wechsel Maaßens

"Wir haben doch richtig verstanden, oder?", fragt das Flensburger Tageblatt . "Als Geheimdienstchef ist Maaßen untragbar, aber als Staatssekretär für Sicherheit genau der Richtige? Wer soll das noch verstehen?"

Das Westfalen-Blatt aus Bielefeld meint: "So einen Rauswurf wünscht sich wohl jeder Arbeitnehmer. Den Posten als Verfassungsschutzpräsident muss Hans-Georg Maaßen zwar räumen. Dafür aber fällt er - und zwar vom Ansehen wie von der Besoldung her - kräftig die Karriereleiter rauf. Mit dieser Entscheidung dokumentiert die Bundesregierung eindrucksvoll ihre Ohnmacht."

Die Zeitung Die Welt aus Berlin nennt Maaßens Versetzung ins Innenministerium "eine salomonische Lösung": "Die SPD bekommt ihren Wunsch erfüllt, dass er gehen muss. Seehofer kann in Bayern sagen, er habe einen Kritiker Merkels nicht im Regen stehen lassen. Und Angela Merkel kann sagen, dass eigenmächtige öffentliche Wertungen eines Beamten sanktioniert wurden. Die Koalition kann weitermachen. Vielleicht regiert sie eines Tages sogar."

Die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle schreibt "Dass aus dem Nicht-Degradieren eine Beförderung geworden ist, ist ein Fall fürs Kabarett und Indiz für die Machtverhältnisse. Seehofer und Maaßen sind gemeinsam mächtiger als Merkel und die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles. Bestenfalls ist es ein Patt. Am bittersten ist die gefundene Lösung für die Sozialdemokraten. Sie haben erreicht, was sie wollten, Maaßens Ablösung. Sie haben in gewisser Weise jedoch ebenso das glatte Gegenteil erreicht."

Daher schreibt der Reutlinger Generalanzeiger : "Alle Akteure sind durch die Affäre in ihrem Ansehen schwer beschädigt. Die AfD und ihre rechtsextremen Sympathisanten dürfen sich ins Fäustchen lachen."

Die Allgemeine Zeitung aus Mainz urteilt: "Ja, es ist eine ziemlich miese Nummer, die da über die Bühne geht. Und jeder Bürger hat Recht, wenn er fragt: 'Haben die da oben noch alle Tassen im Schrank?' Das ist die eine Seite. Aber es gibt noch eine zweite. Die fragt: Was wäre die Alternative gewesen? Zerbrechen der Koalition? Neuwahlen? Eine Minderheitsregierung? Wir kommen nicht um die Erkenntnis herum: In dieser verrückten Welt wird auch die Lage der Politik immer vertrackter."

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2018, 23:50 Uhr