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Deutsche Tageszeitungen zum MH17-Bericht

"(...) auch auf unwiderlegbare Tatsachen antwortet Putins Russland abgebrüht wie immer: mit alternativen Fakten," schreibt der Münchner Merkur und fährt fort: "Im Propagandakrieg bleibt kein Platz für das Zugeben von Fehlern. Der Abschuss von MH17 war ein tragisches Missverständnis im Bürgerkrieg in der Ostukraine. Erst das hartnäckige Leugnen, das Legen immer neuer falscher Fährten und die unfassbare Kälte gegenüber dem Leid der Angehörigen machen daraus ein zynisches Staatsverbrechen."

Die Volksstimme aus Magdeburg kommentiert: "Es gab eine Zeit, da wurden Verbrechen noch beim Namen genannt. Wladimir Putins Offiziere haben fast 300 [Menschen] getötet. Aber der gewalttätige Alleinherrscher muss nicht einmal rhetorische Gegenangriffe fürchten. (...) Kanzlerin Angela Merkel beklagte 2014 nach dem Abschuss von Malaysia Airlines MH17 in gewohnter Umständlichkeit 'Geschehnisse in der Ukraine mit starkem russischen Einfluss'. (...) Putin wird keine Verantwortung für seine Kriegsverbrechen im Ukraine-Krieg übernehmen müssen."

Die Frankfurter Rundschau sieht es so: "Weder scharfe Worte noch die Belege, mit denen man vor Gericht ziehen und Schadenersatz einklagen könnte, werden Moskau dazu bewegen, sich seiner Verantwortung zu stellen. Der Kreml hat schon erklärt, dass Russland nicht an der Untersuchung des Abschusses beteiligt gewesen sei und deswegen auch nicht wisse, wie sehr es den Ergebnissen vertrauen könne."

Die Mitteldeutsche Zeitung ergänzt: "Russland hat im UN-Sicherheitsrat die Einsetzung eines Tribunals verhindert. So ist auch die Tragödie der MH17 nur ein weiterer Beleg, dass sich Russland nur dann an internationale Regeln halten mag, wenn es Vorteile daraus zieht. Dass sich Donald Trumps USA ähnlich verhalten, entschuldigt nichts."

Abschließend Der Tagesspiegel aus Berlin: "Russland muss endlich seine Kämpfer und schweren Waffen aus der Ostukraine abziehen. Dieser Verpflichtung aus den Minsker Vereinbarungen ist der Kreml nicht nachgekommen - schließlich behauptet Moskau ja, an diesem Krieg nicht beteiligt zu sein. (...) Angesichts der deutschen Debatte über einen Abbau der Sanktionen kann der Kreml sogar darauf hoffen, dass der Westen bald zur Tagesordnung übergeht. Stattdessen sollte die Europäische Union neue gezielte Finanzsanktionen gegen Personen im Umfeld des Kremls prüfen, die für den Krieg in der Ukraine verantwortlich sind - und auch für den Abschuss von MH17."

Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2018, 22:50 Uhr