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Deutsche Zeitungen zu den gesunkenen Flüchtlingszahlen

"Die neue Asylstatistik beschert den angehenden Koalitionären keine unangenehmen Überraschungen", stellt die Neue Osnabrücker Zeitung fest. "Im Gegenteil: Planziel vorerfüllt. (...) Die Zahl von 186.600 neu angekommenen Flüchtlingen liegt genau in der Spanne, die sich die Sondierungsteams von Union und SPD gesetzt haben."

Die Braunschweiger Zeitung meint: "All die Scharfmacher und Panikmacher verlieren ihre Argumentationsbasis: Die Zeiten, in denen Flüchtlinge zum Teil unkontrolliert ins Land kommen konnten, sind vorbei. (...) Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Asylzahlen eher weiter ab- als zunehmen werden."

Ähnlicher Ansicht sind die Westfälischen Nachrichten aus Münster: "Die Zeiten, in denen Tausende Flüchtlinge unregistriert und unkontrolliert ins Land kommen konnten, sind vorbei. Die Sorge, Deutschland sei einem Zuzug dieser Größenordnung dauerhaft und hilflos ausgeliefert, ist unbegründet. Von einem zweiten Flüchtlingsschub dieser Größenordnung ist nicht auszugehen. (...) Der Krisenmodus ist beendet. "

Die Welt gibt jedoch zu bedenken: "Machen wir uns ehrlich: Deutschland wird kein einziges Jahr mehr erleben mit nur 28.000 Migranten wie im Jahre 2008. Zum einen leben wir in der Zeit einer globalen Völkerwanderung mit dem Ziel Europa und zum anderen in einer überalterten Gesellschaft, die Fachkräfte von außen braucht, weil sie versäumte, selbst genug Nachwuchs zu zeugen. ( ... ) Gerade darum muss die Politik Zuwanderung viel stärker kanalisieren und sehr entschieden jene zurückweisen, die keinen Schutzanspruch haben und weder Fähigkeit noch Willen mitbringen, unserer Gesellschaft zu nutzen."

Das Handelsblatt lobt vor allem das zuständige Bundesamt: "Die 'Mission impossible' ist erfüllt. Das Flüchtlingsamt BAMF und seine Mitarbeiter haben geschafft, was lange als kaum erfüllbar galt, und haben den Asylantragsstau weitgehend abgearbeitet. Die Nürnberger Behörde ist also nicht länger der 'Flaschenhals' der Flüchtlingsmigration, wie Innenminister de Maizière sagt. Die nationale Kraftanstrengung aber in der Flüchtlingspolitik, die Kanzlerin Merkel eingefordert hat, ist bisher nicht viel mehr als ein Lippenbekenntnis. Hier muss die Große Koalition - sollte sie denn zustande kommen - den Worten endlich Taten folgen lassen (...)."

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2018, 23:50 Uhr