Die Medienschau

Kommentare zu "Corona-Bonds"

Die Süddeutsche Zeitung aus München meint: "Die apokalyptischen Zustände in Italien, in Spanien und bald wahrscheinlich auch anderswo in der Union fordern Europa nicht zuerst als Wirtschafts-, sondern als menschliche Gemeinschaft heraus. Unverzeihlich ist, wie langsam die gegenseitige Hilfe angelaufen ist."

Bei Focus.de heißt es: "In der Corona-Krise ist vieles neu, aber es platzen auch alte Wunden auf. Eine hieß früher 'Euro-Bonds' und versinnbildlichte die tiefe Kluft zwischen Nord- und Südeuropa im Kampf um die Stabilität der europäischen Gemeinschaftswährung. Diese Idee, die Schulden der jeweiligen Euro-Länder auf den gesamten Währungsraum zu verteilen, kehrt jetzt wieder, unter dem Namen 'Corona-Bonds'."

Die Augsburger Allgemeine schreibt dazu: "Eurobonds sind nicht per se böse, sie könnten notleidenden Staaten günstigere Kreditzinsen sichern, Kapitalmärkte erschließen, den Euro auf Augenhöhe mit dem Dollar heben. Sie bergen aber Gerechtigkeits- und Anreizrisiken, daher die scharfe Debatte. Klüger wäre, erst auf Instrumente wie den gut gefüllten Stabilitätsfonds ESM zurückzugreifen. Reicht das nicht, sollten Eurobonds aber eine Option bleiben. Denn ein Kollaps von Teilen Europas wäre teurer."

Dazu passt der Kommentar des Straubinger Tagblatts : "Deutschland als die weitaus größte Exportnation in Europa braucht wirtschaftlich stabile Nachbarn. [...] Wenn aber ringsherum die Wirtschaft abstürzt, dann wird auch hierzulande ein rascher Aufschwung nach der Krise illusorisch. Die Konsequenz aus alledem sollte mithin lauten: Ja, Deutschland ist gewillt, seine hervorragende Reputation auf dem Kapitalmarkt zugunsten Europas in die Waagschale zu werfen."

Das Badische Tagblatt empfiehlt: "Die Europäer sollten zu einer tragfähigen, solidarischen Lösung finden, von der am Ende alle profitieren können. [...] Es gibt nicht nur die eine Weise, einander in der Not beizustehen, sondern viele. Und die Deutschen werden vielleicht einen Weg finden, sich an den neuen EU-Töpfen ebenfalls zu bedienen."

Zuletzt aktualisiert: 01. April 2020, 23:50 Uhr