Die Medienschau

Kommentare zum veröffentlichten Mueller-Bericht

"Die ganz große Verschwörung wurde hier nicht enttarnt", ist auf Spiegel Online zu lesen. "Aber: Der Mueller-Bericht stellt dem Präsidenten ein verheerendes Zeugnis aus. Für ihn ist der Bericht - wenn überhaupt - nur ein Freispruch dritter Klasse. Wer dieses einzigartige Zeitdokument genau studiert, erhält einen Einblick in eine Welt von Lügen, Manipulation und miesen Tricks. In dieser Welt heiligt der Zweck fast jedes Mittel. Es ist Donald Trumps Welt."

Die Leipziger Volkszeitung ergänzt: "In mindestens zehn Fällen hat Trump versucht, Einfluss auf die Untersuchungen zu nehmen. Doch knüpft das amerikanische Recht die Strafbarkeit an die kriminelle Absicht und das volle Bewusstsein des Täters für die Verwerflichkeit seines Handelns. Ob diese Voraussetzung vorliegt, ist strittig. So ist die Russland-Affäre mit dem Bericht keineswegs abgeschlossen. Doch die bittere Wahrheit ist: Was Mueller in fast zwei Jahren nicht aufdecken konnte, wird mutmaßlich für immer im Dunkeln bleiben."

Zeit Online ist überzeugt: "Im stillen Kämmerlein dürfte so mancher US-Demokrat Robert Mueller verfluchen. Denn mit seinem mehrdeutigen Bericht zu den Verfehlungen Donald Trumps hat der Russland-Sonderermittler den Gegnerinnen und Gegnern des US-Präsidenten nichts Halbes und nichts Ganzes an die Hand gegeben. [...] Denn auf der einen Seite sind Trumps Vergehen so schwerwiegend, dass die Widersacher des Präsidenten sie nicht einfach ignorieren können. Auf der anderen Seite sind sie aber auch nicht gravierend genug, um ein Amtsenthebungsverfahren mit Aussicht auf Erfolg anzustrengen."

Die Stuttgarter Nachrichten mahnen: "Die Kontrahenten verbeißen sich im Deutungskampf. [...] Die Demokraten müssen aber aufpassen, nicht zu überziehen. Sonst hilft ihr Verhalten Trump noch. Laut Umfragen interessiert sich die Mehrheit der US-Bürger kaum für die Russland-Untersuchungen. Trumps Zukunft wird politisch und nicht juristisch entschieden."

Abschließend die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle: "Abgelöst werden muss Trump im Herbst 2020 an der Wahlurne. Seine skandallösen Regelverstöße sind dabei ein zentrales Argument. Aber für die Mobilisierung einer breiten Wählerschaft sind überzeugende Kandidaten, attraktive politische Konzepte und ein positiver Zukunftsentwurf für das zerrissene Land ungleich wichtiger."

Zuletzt aktualisiert: 19. April 2019, 22:50 Uhr