Mit Hygienekonzept durch die Corona-Pandemie Blutspenden auch im Lockdown möglich

Viele Bereiche des öffentlichen Lebens werden im November heruntergefahren. Die lebenswichtigen Bultspendetermine finden jedoch wie geplant statt, teilen die großen Blutspendedienste mit. Nach ihrer Auskunft genügen die im ersten Lockdown entwickelten Hygienekonzepte, mit denen man seit dem arbeitet, auch den Anforderungen der aktuellen Coronaschutzmaßnahmen.

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Auch im Lockdown-November sammeln das Rote Kreuz und Unternehmen wie Haema Blutspenden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Blutspenden ist in Mitteldeutschland auch während des Teil-Lockdowns im November weiterhin möglich. Das teilten die Sprecher der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes und der Firma Haema auf Anfrage dem MDR-Magazin "Hauptsache gesund" mit. Auch die Termine der Aktion "1.000 Spenden, tausend Dank" der DRK-Blutspendedienste im Vorfeld der 1.000sten Ausgabe des MDR-Magazins "Hauptsache gesund" finden bis auf weiteres statt.

Grünes Licht dank Hygienekonzepten

Die Fortführung des Spendenbetriebes sei durch Hygienekonzepte möglich, die in der Coronapandemie entwickelt wurden, heißt es. Diese genügten nach jetzigem Stand auch den Anforderungen an aktuelle Coronaschutzmaßnahmen. Alle Blutspendedienste empfehlen interessierten Spendern, sich im Vorfeld für einen Termin telefonisch oder über das Internet anzumelden. Beim DRK-Blutspendedienst in Sachsen ist das Pflicht. Wer sich an der Blutspendeaktion des MDR-Magazins "Hauptsache gesund" beteiligen möchte, findet die Terminübersicht im Internetangebot der Rundfunkanstalt unter mdr.de/blutspende.

Viele abgesagte DRK-Termine zu Beginn der Pandemie

Eine Reihe Menschen bei der Blutspende.
Wenn Blutspendetermine stattfinden und ausgebucht sind, gibt es kaum einen freien Platz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Trotz der Hygienekonzepte der Blutspendedienste konnten von März bis September nicht alle Spendetermine stattfinden. Nach Auskunft des DRK fiel gut jeder achte geplante Termin aus. Bei den rund 400 abgesagten Terminen sollten zirka 12.500 Blutspenden im Umfang von insgesamt 6.250 Liter Blut gesammelt werden. Ein Hauptgrund für die Absage seien Räume außerhalb des DRK gewesen, die nicht den Anforderungen an Coronaschutzmaßnahmen genügten, so die Sprecher. Laut DRK finden 90 Prozent der landesweiten Spendentermine außerhalb der DRK-Häuser statt, beispielsweise in Schulen, Seniorenheimen und Rathäusern.

Größter Spendenausfall in Sachsen

Leeres Blutspendezentrum des Deutschen Roten Kreuzes in Dresden
Zu Beginn der Corona-Pandemie sind viele Blutspendetermine ausgefallen. Bildrechte: imago/momentphoto/Killig

Seit Mitte März sind in Sachsen nach Auskunft des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost pandemiebedingt 166 der 1.522 geplanten Termine ausgefallen. So konnten rund 8.500 Spenden weniger eingesammelt worden als erwartet. In Sachsen-Anhalt und Thüringen verzeichnete der dort aktive DRK-Blutspendedienst NSTOB einen Ausfall von jeweils ca. 2.000 Spenden. In Sachsen-Anhalt konnten coronabedingt 144 von 1.084 geplanten Spendetermine nicht stattfinden, in Thüringen waren es 97 von 665.

Haema: Corona wirkt auch auf unsere Arbeit

Im Blutspendezentrum der Haema AG in Halle/Saale liegen Beutel mit Blutplasma für den Transport in die Zentrale Aufbereitung bereit.
Im Blutspendezentrum der Haema AG in Halle/Saale liegen Beutel mit Blutplasma. Bildrechte: dpa

Beim privatwirtschaftlich betriebenen Blutspendedienst Haema AG waren nach eigenen Angaben alle Blut- und Plasmaspendezentren in den letzten Monaten geöffnet und sind es aktuell auch. Ein Sprecher sagte: "Die coronabedingten Ausgangssperren, Abstands- und Hygieneregeln haben durchaus Einfluss auf die Anzahl der Blut- und Plasmaspenden." Zahlen zu ausgefallenen Terminen hat Haema auf Anfrage nicht veröffentlicht.

Rotes Kreuz und Haema größte Blutspendedienste in Deutschland

Das Rote Kreuz sammelt drei Viertel aller Blutspenden in Deutschland. In Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der DRK-Blutspendedienst NSTOB aktiv, in Sachsen der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost. Ein Viertel der Blutspenden in Deutschland kommen von Krankenhäusern, der Bundeswehr und Blutspendedienst-Unternehmen. Der größte Teil davon kommt nach eigenen Angaben von der Firma Haema AG.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Haupsache Gesund | 29. Oktober 2020 | 21:00 Uhr