Nach Umschau-Bericht Abgeordnete glauben weiter an Umsetzung der Fluglärm-Petition

Nach dem Bericht der Umschau über die gescheiterte Fluglärm-Petition sind Leipziger Bundestagsabgeordnete parteiübergreifend überzeugt, dass die Begrenzung der Flugroute "kurze Südabkurvung" am Flughafen Leipzig/Halle kommen wird.

Flugzeug im Landeanflug hinter den Positionslichtern auf dem Flughafen Leipzig/Halle
Landung eines Flugzeugs am Flughafen Leipzig/Halle Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Leipziger Bundestagsabgeordnete sind weiterhin parteiübergreifend davon überzeugt, dass die Begrenzung der Flugroute "kurze Südabkurvung" am Flughafen Leipzig/Halle kommen wird. Das teilten Monika Lazar (Bündnis 90/Die Grünen), Daniela Kolbe (SPD) und Sören Pellmann (Die Linke) dem MDR-Magazin "Umschau" in einem gemeinsamen Statement mit. Dort heißt es: "Die Umsetzung soll jedoch nicht auf Grundlage der Petition stattfinden, sondern über ein Planfeststellungsverfahren erfolgen."

Gewichtsbegrenzung doch nicht abgelehnt

In einem Bericht der Umschau vom 4. Juni 2019 hatte das Bundesverkehrsministerium mitgeteilt, von einer Umsetzung der Petition der Fluglärmgegner abzusehen. In der Petition ging es um die Einstellung der Flugroute "kurze Südabkurvung".  Eine Einschränkung der "kurzen Südabkurvung" auf ein maximales Abfluggewicht von 30 Tonnen habe das Ministerium nach Meinung der Abgeordneten demnach aber nicht abgelehnt. Ihr Ziel sei deshalb, die dauerhafte Begrenzung dieser Route auf Flugzeuge bis 30 Tonnen Abfluggewicht, um den Fluglärm im Leipziger Nord-Westen zu verringern.

Wird die Route gestrichen – und das Lärmproblem verlagert?

Auch Jens Lehmann (CDU) glaubt, dass die Debatte um die "kurze Südabkurvung" noch nicht zu Ende ist. "Der politische Druck in Berlin ist groß", sagte der Bundestagsabgeordnete. Sein Ziel bleibe weiterhin die komplette Abschaffung dieser Flugroute. Man sei auf einem guten Weg, unabhängig von der abgelehnten Petition. Lehmann berichtet von sehr positiven Gesprächen, die zwischen dem Flughafen, DHL und Bürgern stattgefunden hätten. "Ich glaube, die 'kurze Südabkurvung' fällt noch in dieser Legislaturperiode", sagte er dem MDR-Magazin "Umschau". Sein Parteikollege Marian Wendt befürchtet allerdings eine Lärmverlagerung über das Stadtgebiet, wenn die Route "kurze Südabkurvung" komplett eingestellt würde.

"Alle Parteien setzen sich gleichzeitig für die Umsetzung dieser Petition ein", erklärte auch Detlev Spangenberg (AfD). Dass die Flugroute Wahlkampfthema wird, glaubt er deshalb nicht.

Eine Reaktion des Leipziger Bundestagsabgeordnete Hartmut Ebbing (FDP) lag dem MDR-Magazin "Umschau" noch nicht vor.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 04. Juni 2019 | 20:15 Uhr